07.12.2009

Die Natur der Natur und die Natur des Menschen

Ich muss zugeben, in meinen 30 Jahren des Erwachsenseins die Natur nie wirklich gesucht zu haben. Sie ist mir nicht fremd, aber sie nährte mich nie wirklich. Das verwundert mich selber, da doch so viele Menschen in ihr Erholung finden.

Natur geht mit gut zu, so dass ich mich mit ihr innerlich verbinde, wenn sie Räume erfährt, in der sie belassen bleiben kann, was sie wäre. Doch hier, wo alles geregelt und bestellt ist, da erlebe ich in jedem Weg, jeder Grenze und jedem Säumnis den Menschen in seiner Regelkraft und die Natur als Beherrschtes. Mir gefallen übertretende Wasser oder sich bewegende Massen (das Leid nicht), aber wenn die Erde sich zeigt, dann mag ich es, mich als ihr Untertan gezeigt zu bekommen.

Nein, anstelle des Rausgehens bin ich in all den Jahren unter die Menschen. Ich gehe in die Natur des Menschen, die so unerschöpflich und jährlich ist, wie die Natur der Natur. Menschen faulen, brechen, entblättern sich, erkahlen und erkalten. Menschen blühen auf, tragen Früchte, riechen, duften, knacken, strecken sich zum Himmel hoch. Menschen wärmen, strahlen, gehen auf und unter und verschütten sich selber, brechen aus sich hervor und stürmen Brocken nieder. Menschen sind wie Berge zu erklimmen und wie Meere zu befahren, wie Tropen und Eiskappen zu explorieren. Ich bin als Kind in sie eingetaucht, ich schwimme als älterer Herr in ihnen. Ich bade in dieser Natur und es nährt mich.

Jona Jakob, Dez. 09

29.11.2009

Was wünscht du dir? (Ich wurde gefragt)

Ich wünsche mir eine Erfahrung von Beisammenbleiben, im Beziehungsmässigen wie im Verbundenen, in welchem die Bezogenen das Beisammenbleiben als innere Haltung und inneres Wollen und Wünschen über das Eigene stellen und versuchen, das Eigene durch Demut zurückzunehmen, so dass das Beisammenbleiben auch in Momenten der Zurechtrückung dennoch nicht bricht.

Ebe auch in einer bezugsbetroffenen 'Distanzierung' nicht vom Beisammenbleiben abzusehen, sondern die Distanz neu zu regeln und was an Beisammenkeit ohnehin gut geht, weiter mit aller Liebe für den andern zu bereiten und als Gemeinsames zu belassen mögen, so dass erst Ruhe, dann Einkehr, dann Besinnung und mit der Kraft der Dauer ein Lächeln füreinander zurückgewinnt.

Ich wünsche mir eine Erfahrung, wo das Eingehen in ein Beisammensein nicht mit fremdgenährter Lust auf Lüste beginnt, sondern aus einem eigenen und gänzlich nicht fremdgenährten Hunger nach einer Pflicht an den andern, dem ich so noch nicht einmal begegnet bin.

Es sollte also mein Zurücknehmen für den Erhalt eines Beisammenseins als quellende Liebe aus mir wie Lava unendlich hervordrücken, ohne sagen zu können: "Ich habe jemanden kennen gelernt" - sondern es sollte einzig erst möglich sein zu sagen: "Ich liebe es, lieben zu können und zu mögen. Wen? Nein, ich weiss nicht wen."

Jona Jakob

28.11.2009

Sich nicht mehr fühlen - kennt ihr das?

Der Begriff der Apokalypse ist eigentlich nicht als vordergründige Zerstörung (Einfallen der Twin-Towers in NY am 11/09) zu verstehen, sondern als Verlust von Werten (Wertverlust des 09/11 wie Vertrauen, Miteinander, Mass der Zerstörung, Boshaftigkeit, Hass, Liebe, etc.).

Mit einem solchen Werteverlust erlebte ich vor 4 Jahren einen Teil des Endes der eigenen Ehe (es war aufgrund eines Aspektes der Trennung und wie es zu diesem gekommen war; die Trennung/Scheidung ist ansonsten ok) . Ich fühlte 3 Monate nicht, ob ich meine Füsse beim Gehen auf den Boden oder auf den Treppentritt brachte. Ich fühlte an der Haut kaum etwas.

Darüber hinaus war mir selber in mir nicht mehr auszumachen, was Gut/Böse, Falsch/Richtig, Lustig/Traurig etc. war. Ich wusste über Wochen nicht mehr, wie es sich anfühlte, von hier nach da, vom einen Pol zum andern, von einem Extrem zum andern.

Bizarrerweise sah ich mich mehr von aussen. Ich guckte, wo ich meine Füsse hinsetzte, hielt mich über die ganze Zeit am Treppengeländer, was ich heute oft noch tue, weil ich nicht sicher bin, ob ich den Fuss auch wirklich aufsetze. Ich sah mich von aussen essen, schlafen, arbeiten, Einkäufe machen. Aber in mir erkannte ich keine Struktur mehr, so als wäre auch mein Skelett meiner Erfahrungen und meines Wissen ets. einfach weg.

Hülle.

In diesem Nichts erkannte ich mich knapp noch als dieses beschriebene Nichts. Ich hatte keine Schmerzen odern so - es war tagelang nichts. Anfänglich wollte ich noch sterben aber auch das verfloss in ein Nichts.

Was mir dann - 3 Monate sind lange - blieb und sich in mir festigte, war ein fröhliches Lachen, welches sich über eines der beiden weiteren Maslow-Bedürfnisse freute (Maslow wird immer mit 5 Bedürfnissen aufgezählt, aber er schrieb auch, dass Menschen auch Bedürfnisse nach 'Neugier/Erfindung/Entdeckung' haben und Bedürfnisse nach 'Ästhetik/Design'.

Ich war neugierig.

Ich fühlte, neugierig zu sein, etwas was ich sonst nicht bin.

Neugierig, wie und was aus meinem Nichts-Sein noch werden würde.

So blieb ich erst einmal in meinem Nichs-Sein.

- - -

Heute leide ich manchmal an partiellen Verlusten von Gefühlen, wenn Unverstandenheit und Ungefühltheit entseht, in dem ich nicht oder in dem ich falsch verstanden werde. Obwohl es im esten Moment ganz enorm schmerzt, wenn mich jemand noch so und so erklärt, aber damit gänzlich an mir vorbeiredet ... dann ist da schon der Ärger aus der Fehldarstellung ....

... aber wirklich als leer fühlt es sich an, nicht gesehen zu sein, so dass ich das Mich-Sehen in den Worten und Taten des Gegenübers erkennen und wiederfinden könnte. Das ist dann wie 'nicht-erkannt, verkannt, unerreicht, unberührt, kontaktlos, etc....das ist dann kein Fehler mehr, sondern es bleibt in mir wie ein 'Un-Möglich' ... eine Apokalypse von Ohnmacht in Raum und Zeit ... eine kosmosgrosse Abdrift ins Unhaltende.

Ins Nichts im Nichts.

Jona Jakob

24.11.2009

ASt-Denken

Ewiggestrige prämoderne und altmoderne Aufklärungsidealisten glauben wohl immer noch, Dummheit wäre durch "mehr Bildung" zu beheben oder zumindest einzudämmen.

Die sind keineswegs auf der Höhe der post- und bahnmodernen Zeit und haben immer noch nicht begriffen, dass im Zeitalter der Globalisierung, Digitalisierung und Piratisierung die systematische Entwicklung eines immer raffinierter ausgefeilten operationalen Denkens in "Artificial Stupidity" angezeigt ist, abzukürzen "ASt". Um diese neue trendige Denktechnik wirklich in allen Lebensbereichen voll zum Einsatz bringen zu können, ist anspruchsvolle Schulung mit umfangreichen Wissensinhalten angezeigt.

Denn ASt ist das genaue Gegenteil von ordinärer Blödheit und Schussligkeit und sollte schon deswegen nicht unbedingt als "künstliche Dummheit" eingedeutscht werden. Die fortlaufende Weiterentwicklung von ASt-Strategien ist schon deshalb besonders zukunftsträchtig, weil hier im Gegensatz zur guten alten "Künstlichen Intelligenz" (AI) ein unermesslich weites und tiefes Gebiet vor uns liegt, auf dem in absehbarer Zeit der Mensch mehr leisten kann als jede Maschine.

Denn ordinäre Dummköpfe begehen nur kleine Fehler, die ihnen einfach nur so passieren. Wer aber wirklich große Dummheiten begehen will, muss sich viel dabei denken und vor allem mit entschiedenem Willen zu komplexer Schlauheit sich deutlich gegen die dummen Massen abheben. Ein systematisch ASt-geschulter Geist setzt sich beispielsweise höchst absichtsvoll auf einen Ast, um durch sein Körpergewicht die Wirkung der Säge höchst gravitätisch zu erhöhen und um so durch planvoll eingesetzte Synergie-Effekte von Schneide- und Schwerkraft die Säge besser zu amortisieren. Simple Dummköpfe hingegen sägen einfach den Ast ab, auf dem sie sitzen. Wer da behauptet, das sei effektiv dasselbe, hat ganz einfach keine Ahnung von Physik, BWL, Zeit- und Salmiakgeist.

Oder nehmen wir ein Beispiel aus dem Geschäftsleben: Dumme Geschäftsleute stellen -sage wir mal - Schuhe zum Selbstkostenpreis von 3 Euro das Paar her und verkaufen sie zum Endpreis von 2 Euro das Paar, in der Hoffnung, dass die massenhafte Nachfrage des Billigproduktes irgendwie den Gewinn einbringt. So geht das natürlich nicht.

ASt-geschulte Wirtschaftseliten entwickeln hier natürlich langfristig nahgelegte Marketing-Strategien, in denen mit einer raffinierten Kombination aus angebotsorientierter Ökonomie und neokeynesianischem "deficit spending" durch risikokalkulierte taktische Niedrigpreise (nur wer nicht auf der Höhe der Zeit ist benutzt hier noch das hässliche Wort "Dumping") ein relevanter betriebswirtschaftlicher Beitrag zur Steigerung der Massenkaufkraft geleistet wird, in dessen Verlauf dann viele Kunden, durch Billigpreise vermögend geworden, sich durchaus willig und in der Lage sehen, auch mal für zum "Markenartikel" erklärtes verschnickschnacktes Schuhwerk ein Vielfaches vom Selbstkostenpreis hinzublättern.

Wer hier langen Atem, ausreichend Kapitalrücklagen und/oder geduldige Kreditgeber hat, kann langfristig in marktbeherrschende Positionen aufsteigen.(Vorausgesetzt, eine entsprechend fortschrittliche Wettbewerbsaufsicht nimmt entsprechend Abstand von veralteten Prinzipienreitereien.) Wer nicht, hat samt Mitarbeitern jedenfalls einen wesentlichen Beitrag zur Beschleunigung des Wachstums von Umsätzen, Insolvenzen und ASt-strategischen Denkfortschritten geleistet. Wer das nicht kapiert, hat ganz einfach keine Ahnung von Marktwirtschaft, Massenpsychologie, Welt- und Weingeist.

Beispiele für ASt-Denken in Politik und Geistesleben liegen auf der Hand. Ersparen wir uns Einzelheiten. Hier hat es schon lange Traditionen gegeben, die unter Bezeichnungen wie "großes" oder "tiefes" Denken die modischen Erscheinungen von ASt vorweggenommen haben. Wie sagte doch so schön der tiefste Denker aller Zeiten über den größten Feldherrn aller Zeiten: "Nur wer groß denkt, kann auch groß scheitern." Ein schönes Beispiel für sinnvolle Synergie einfacher und künstlicher Dummheit, das in eine große Zukunft weist.

Wer demgegenüber meint, es käme beim Denken nicht so sehr auf Größe oder Tiefe, sondern vielmehr auf realitätsbezogene Richtigkeit an, ist ganz einfach nicht auf der Höhe der Zeit, sondern krebst ganz primitiv auf dem Boden der Tatsachen herum. Wie gewöhnlich!

Copyright bei Gerd Hansson, Universität Kiel / Lieben Dank für die Erlaubnis, J. Jakob

10.11.2009

Hochbegabung und nicht beendete Schulabschlüsse

Köstlicher Schlagabtausch in der Late Night Show von Harald Schmidt. Als Gast ist eingeladen: Franz Xaver Kroetz, 70, meistgespielter Dramatiker an D-Theatern. Schmidt selber liebt es, am Theater zu Schauspielern, der ist (u.a.) auch darin gut bewandert.

Schmidt: "Sie haben doch auch diese Theaterschule (...) besucht."

Gast zu Schmidt: "Ja, aber ich bin vorzeitig abgegangen" ... und noch ...
"Sie waren, glaube ich, weniger begabt, Sie haben fertig gemacht?! Oder?"

Hinweis: Viele Hochbegabte schliessen Schulen, Lehren und Studiengänge nicht richtig ab.

09.11.2009

Hochsensibilität und Distanzen

Eine der Formen von Empfindsamkeit ist eine erhöhte Wahrnehmung für andere Wesen. Für Menschen, Tiere, Kommunikationen. Die beginnt, sobald jemand in Sichtweite kommt. Ich geh spazieren und auf freiem Feld kommt mir in 300 Meter Abstand jemand entgegen. Z.B. eine Frau, allein. Da fängt es in mir an zu kommunizieren und ich nehme die kleinste Regung der noch weit entfernten Person wahr. Bei mir springt dann alles wie auf einem präzisen Radar an. Ich sehe jede Form von körpersprachlichen Signalen, Beschleunigung, Verlangsamung, Seitenwechsel, Handtaschen, etc. Langsam werden Blickkontakte möglich, Gesichtszüge werden erkennbar. Ich sehe sehr gut und damit auch kleinste Angstregungen im Augenwinkel. Kopf und Hals, wer versteift sich, wer kann offen 'Grüezi' sagen? Ich grüsse dann meist sehr früh und laut, damit sich die Anspannung auflösen kann und ich als Mann meine Korrektheit in die Stimme geben kann. Dann passiert man sich, mal sich ansehend, mal einfach ohne jeden Blick.
Von da an spür ich die Person im Rücken. Ich nehme wahr, ob sich Schritte beschleunigen, ob es hinter mir hektisch und steif zu und her geht. Menschliche Verkrampfungen sind mir mit den Jahren erste Signale geworden, obwohl gerade die so gut versteckt werden können. Ich merke, wenn jemand deswegen zwischen Verschliessung und Höflichkeit laviert. Aber da kommt schon ein nächster Mensch am Horizont (die Schweiz ist voll von Menschen :-)
Zurück nach Hause. Menschen ums Haus, vor der Garage, in der Waschküche, im Treppenhaus, hinter Wohnungstüren, auf Terrassen und im Haus gegenüber, ... ich nehme alle wahr, weiss halbwegs wo sie sind, was sie tun und ob sie sich auf mein Tun beziehen. Es ist viel, an manchen Tagen zuviel.
Dann mache ich zu, lasse Sonnenstoren runter, gehe erst in menschenarmen Tageszeiten raus, nehme meist mein Auto, weil ich den ÖV kaum ertrage und versuche, irgendwo allein sein zu können. Damit sind auch Sonntage eine Qual, da nun all die Menschen überall sind, inkl. ihren ganzen Familien, Kindern, Hunden. So musste ich lernen, dass dies auch in einer zu nahen Beziehung eine massgebliche Rolle spielen kann.

Sollte ich also Arbeiten erfüllen können, wie Administration, Texte, Post, Buchhaltung etc. so muss ich allein sein. Mein Hauptwerk ist ja die Arbeit mit Menschen, im Coaching, im Unterrichten und im Prüfungsabnehmen. Wenn jemand in der Büro-Phase von mir Termine will oder irgendwie per Erwartungen für mich einen Druck erzeugt, geht mein Schaffen wie eine leere Batterie zugrunde. Ich gerate in eine latente Tatenlosigkeit, die zwar noch wahrnimmt, die aber kaum mehr produziert. Ich stagniere. Da kann ich noch Wäsche zusammenlegen oder staubsaugen, aber ansonsten ist fertig.
Daher: Ich habe gelernt, dass ich meine Zeit-Räume und meine Raum-Räume (Sphären) ohne Menschen brauche.
Daher - Distanz ist mir enorm wichtig geworden. Meine eigene Wohn-Höhle, wo ich mich zurückziehen kann und die mir positive Energien schenkt. Von dort aus kann ich mich erholen, tanken, meine Pendenzen abarbeiten (was ja jedem Menschen gut tut). Dann komme ich wieder hervor und bin präsent - mehr präsent, als vielleicht vorstellbar. Dann freue ich mich auf Menschen, Klientinnen und Klienten, Schülerinnen und Schüler, Absolventinnen und Absolventen, dann mag ihnen zuhören und für sie präsent sein. Dann geniesse ich mein Radar und mein Wahrnehmen, welches ich meistens nur 'Sehen' nenne.

Distanzen -
Damit ich ganz und gar auf meine Kunden eingehen kann, brauche ich menschfreie Momente. Daher zur Zeit mein Wunsch, vom Arbeitsort fern zu leben (ich arbeite in Zürich und  lebe in Frankfurt), fremd, sozusagen. Heute analysiere ich meine Nähen und Distanzen und regle sie. Und tariere damit meine Hochsensibilität aus, die mich beschenkt, die mich beraubt. Da muss man was machen :-) ... ich tu es.

Herzlich, Jona Jakob

06.11.2009

Internet-Liebe

Offene Karten:

Man kann sich per PN und eMail fürchterlich verlieben.
Man kann sich mit Telefonaten fürchterlich verlieben oder
die erschriebene Verliebtheit auch gleich zerstören.
Was man nicht kann: Dem Moment irgendwas von vorher dazulegen,
wenn man sich ein erstes Mal vorm Angesicht steht.
Dort ist erst einmal tabularasa, Null, Zero, Gar-nix.

Und weil der Angesichtsmoment so heftig ist,
muss man wissen und versuchen,
die Heftigkeit so zu moderieren,
dass die Energien nicht noch aufeinander prallen,
sondern sich für Minuten erst einmal  irgendwo im Nichts verlaufen.

Und danach, meine Liebe, danach kann ich dir offene Karten zeigen.
Alles zuvor ist Zuckerwatte.

Ob gar nichts gleibt oder ist, zuvor?
Doch, da ist ein ordentlicher Wunsch,
dir ein guter Mensch sein zu können,
vielleicht mit der Zeit 'Freund' genannt,
der einfach erst einmal da ist und mit dem du kannst.
Und ob man mal flirte oder in den Bauch fühlt,
so ist jede Idee nach einem Flirter, einem Liebhaber
oder sonst so was reine Illusion
(der man für Momente gerne erliege, wenn es beiden gut tut).
Aber eigentlich ist - bis zu einem Moment des Angesichts -
immer Null, nada, gar nix, was für zwei Menschen
zu einer Liebe führen könnte.

Zwischen geschriebenen Bildern und mir als Mann und Person,
stehen viele Dinge. Daher ... man mag sich in Tiefe einlassen,
da will ich offen sein. Wohin das führt, das trage ich als Null in mir,
da es zuvor kein Wachsen gibt, das hält.

Halten tut nur das Voreinander, wenn es denn hält.
Soweit, was jeder für sich verantwortet, weil er gar nicht anders kann.

Was auch gesagt sein soll:
Auch all jenes, was vor dem Null schon angeleiert und gehäuft
werden kann, kann man in einer sich fühlbaren Liebe tun.
Es ist dann ein ordentliches Bemühen.

Aber am Start dann, musst du es zurücklassen, sonst fallen wir.

26.10.2009

Individualisierung vs. Individuation

Verhindert die Individualisierung die Individuation? Mich beschlich vor zwei Tagen ein Gedanke, der mich nicht mehr loslässt:
Kann es sein, dass wir unsere Individualisierung 'über' haben? Kann es sein, das wir nicht mehr wirklich mögen?
Jetzt prüfe ich die beiden Begriffe Individuation und Individualisierung und stelle fest, das eine könnte versus das andere stehen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Individuation vs.
http://de.wikipedia.org/wiki/Individualisierung
Wer also werden wir wirklich, wenn wir die Kaffeesorte, die Krankenkasse, die Autoversicherung, den Handyanbieter, die Sommerferien, die Fluggesellschaft, den TV-Kanal selber bestimmen und selber bestimmen dürfen und selber bestimmen sollen und selber bestimmen müssen, müssen, müssen, müssen...werden wir noch wir selbst? Oder verhindern wir uns sublim zu einer Gattung Heringe, die einzig versucht, dem System gefällig zu sein, wie damals als Kind, als man artig war, um geliebt zu werden? Was denkt ihr?
Herzlich fragt Jona Jakob

Vernetzt - Madeleine Jaccard

Madeleine Jaccard, La Chaux-de-Fonds, Schweiz

25.10.2009

Was hat mir heute gut getan? (Flourishing)

Wir könnten ganz anders, aber wir sind so :-))) Mit dem Erfolgsthread "Was habe ich heute gut gemacht?" liessen wir uns unbewusst von etwas hinreissen - und lassen es immer noch - was die Psychologie nun "Flourishing" nennt.
Es geht dabei darum - dass wir uns der guten und schönen Momente des Tages bewusst werden sollen. Meist besteht ein Negativverhältnis von 3 negativ zu 1 gut. Wenn wir das ausgleichen oder umdrehen können, sollten wir, gemäss dem Heft, das vor mir liegt :-)) innert 3 Monaten totale Motivationsbolzen , OptimistInnen und GeniesserInnen werden :-)
OK - ich versuche es mal:

1 - Die Altstadtführung Luzern & Apércus = humorvolle Stimmung und das Gefühl von 'gerne dabei'
2 - Das Wetter wurde immer schöner, was mich versöhnte und grandios wurde
3 - Das 11-jährige Miteinandergood (SVTK). Tolles OBNW, exzellente Stimmung und Gespräche
4 - Die Fahrt auf dem 100 Jahre alten Dampfschiff - eine emotionale Wucht (Gäste, Boot, See, Wetter)
5 - Die Heimfahrt war tüchtig aber rasant und ohne arge Zwischenfälle ... eine gute Tour
6 - Nach zwei Tagen das Gefühl, in ein schönes Zuhause zurückzukommen.

Was liess euch heute aublühen? Herzlich grüsst Jona Jakob.

Begabt - Sensibel

Das Problem ist nicht, 'wie' jemand ist, sondern, dass man mit diesem 'Wie' zu sehr 'anders' ist, als die andern. Man ist nicht gleich. Die Betroffenen nehmen das offen oder unterschwellig stets wahr und bekommen es auch von Kind an zu spüren - dann, wenn die 'Gruppe' den Betroffenen zu spüren gibt, "Du bist so anders, jedenfalls bist du nicht so wie wir - was ist eigentlich los mit dir?"
Nicht selten, dass Eltern schon das eigene Kind auf diese Weise nicht erfassen und verstehen können. Mit Schul- und Studienkameraden geht das dann weiter. Last but not least blitzt diese Reaktion auch im Erwachsenenleben immer und immer wieder auf, ..."Kannst du nicht einmal normal oder vernünftig und nicht so abgehoben sein? Du immer mit deinen Ideen!" Die Betroffenen möchten sich verkriechen, sei es in eine mutige Fantasiewelt oder sei es verängstigt in eine Form des sich Kleinmachens, dem Underachievement.
Hochbegabung und Hochsensibilität, zwei Worte, die viel spontane Ablehnung erzeugen, noch bevor ihre Erscheinungsweisen oder Ausprägungen verstanden wurden - ... noch bevor für ein Verstehen eine Bereitschaft entstehen konnte. Ich habe bezüglich der beiden Bezeichnungen für mich nach einer empathischen Annäherung gesucht. Dabei kam es zu dieser Zielerreichung:  Begabt - Sensibel.
Herzlich, Ihr Jona Jakob

Erneuter Versuch

Herzlich willkommen.
Erneut ein Versuch, einen Blog zu starten. Beuge ich mich? Gibt es Vorteile? Ist es einfach nur 'trendy' - keine Ahnung, vielleicht ist es Neugier und das Gefühl, wieder ins Schreiben zu kommen. Ich hoffe, Sie finden die eine oder andere Anregung und können sich lesend wohl fühlen.
Mit bestem Gruss
Ihr Jona Jakob

06.06.2009

Traurigkeit, meine?

Ich wurde heute angerufen, mehr meine Traurigkeit und meine Ängste zu zeigen. Das bedeutet für mich, ich muss von Dingen sprechen, die nicht in mir sind, sondern die durch dich und dich und dich an mich heranfallen. Durch Bäume, Hunde, Strassen, Flüsse werde ich nicht traurig, noch macht mir die Sonne oder der Mond Angst.

Über meine Angst und Traurigkeit zu reden, ist, als würde ich über euch reden. Ich finde aber, ihr seid ok. Manchmal geht es mir wegen euch besser, leichter, schöner. Manchmal schlägt das Pendel in die andere Richtung aus. Und?

Geht dies denn nicht auch von mir an euch aus? Bin ich nicht auch Grund und Kausa, dass ihr Ängste habt und euch eine Traurigkeit beschleicht? Mache nicht ich es euch auch manchmal leichter, manchmal schwerer?

Worüber reden wir? Was soll da verhandelt werden? Auf was soll ich pochen?

Heute regnet es, heute beklagt um mich ein Mensch die Last seines Lebens, aber nicht mit einem einzigen Fingerzeig würde dieser Mensch sich etwas Erleichterung zugehen lassen. Nimmt mir abgetrocknete Gläser aus der Hand um sie nochmals abzuwaschen und selber abzutrocknen. Während dessen hab ich mich hier hingesetzt und lasse diesen Menschen einfach noch mehr sein Leben belasten. Das ist völlig ok. Sein Jammern. Sein Leben. Seine Last. Ok, dass ich Ohren habe, die ich nicht verschliessen kann, das finde ich etwas schicksalhaft. Aber das ist nun dieser Post über diese Situation auch, etwas schicksalhaft.

Zürich, Regen, Samstag, ich erkältet. Who cares?