09.03.2010

Wettbewerbsstärke Begabungspotential!

Wir verlieren, wenn wir nicht nutzen (können), was wir haben!

"Verborgene Schätze finden, heben, nutzen"
Artikel Frau Dr. Karin Rasmussen
In: Management & Führung 3 ISBN 978-3-7664-9578-5

Warum ich diesen Artikel geschrieben habe? Weil wir offenbar selbst in Zeiten einer globalen Dauerkrise am liebsten und häufigsten das wertvollste zerstören und vergeuden, was uns überhaupt zur Verfügung steht: den Menschen.

Es gibt Umweltschützer, Tierschützer, Landschaftsschützer usw. - sie alle sorgen dafür, dass ihrem bevorzugten Schutzgut möglichst wenig Böses geschieht. Und sie finden dabei Partner, Helfer, Freunde, Sponsoren... Aber mit unserem Mitmenschen gehen wir längst nicht so aufmerksam und vorsichtig um.

Gerade habe ich wieder einen dramatischen Fall von Fehldiagnose und daraus folgenden zerstörerischen Selbstzweifeln vor mir sitzen gehabt. Wann ist endlich Schluss mit den selbstgerechten Versuchen wohlmeinender Gutmenschen, aus Hochbegabten "normale Menschen" zu machen?

Wer mehrere Hobbies gleichzeitig pflegt, schneller spricht als andere, Gedankensprünge vollzieht und sich dabei gleichzeitig im Raum bewegt (also nicht stillsitzen will/kann und nicht auf immer dem gleichen Thema herumkauen mag) ist nicht!!!! automatisch hyperaktiv und leidet nicht!!!! automatisch an ADS, ADHS usw. - wenn er hochbegabt ist, fehlen ihm nur gelegentlich Freiräume, Aufgaben und Ansprechpartner, bei denen er sich nicht bremsen muss. Denn wenn man hin und wieder "die Leine loslässt", gibt das wieder Kraft für die endlos scheinenden Stunden und Tage, in denen man sich dem Tempo und dem Interessenspektrum seiner Umwelt anpassen muss. Dieser Anpassungsdruck/Bremsdruck kostet ungeheuer viel Kraft.
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Veranstaltungshinweise von und mit Frau Dr. Karin Rasmussen

Merkmale für Hochbegabung
https://www.xing.com/events/merkmale-hochbegabung-474124  

Vom "Under" zum Achiever
https://www.xing.com/events/under-achiever-459846

Kontaktaufnahme: http://www.coaching-fuer-hochbegabte.com/
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Manchmal ist man dazu zu schwach, oder vergisst es - und schon wird man zum Psychiater (resp. Psychotherapeut, Psychologe, Gesitheiler, Seelendoktor, wie auch immer) geschleppt. Der macht sich dann nicht mal die Mühe, mit einem selbst zu sprechen, sondern hört nur auf das, was Mama erzählt, was die Lehrer gesagt haben. Und Mama findet ADHS Klasse, denn damit hat das Kind einen Namen und zwar bis weit ins Erwachsenenalter, über mehrere Studienabbrüche und berufliche Fehlversuche hinweg. Und das wirkt auch bei den Betroffenen. Man "weiß" jetzt, dass man nichts ändern kann und dass es mit der Karriere nichts wird. Weil man selbst glaubt , dass man ADHS hat, eigentlich nur manchmal arbeitsfähig ist und ehrlicherweise gleich zu Beginn der Bewerbung/Berufstätigkeit darauf hingewiesen hat .

Bis man dann im "hohen" Alter von mehr als 30 Jahren in einem IQ-Test erfährt, dass man hochbegabt ist, dass das eigene Denk- und Sprechtempo in diesem Falle normal ist und die "unruhige" Körpersprache sofort nachlässt, wenn der andere Aufmerksamkeit, Zuwendung und Interesse bekundet - auch wenn das Verständnis (der Grad des Verstehens) sich in Grenzen hält.

Und wenn man endlich erfährt, dass es gar nicht nötig ist, um das "normal" Sein zu kämpfen, sondern dass man bereits immer normal war. Nur eben nicht durchschnittlich! Nur eben anders! Nur eben in einem Bereich der Persönlichkeit auffällig anders, gemessen an den meisten. Und dass gerade diese Besonderheit nicht an Leistung hindert, sondern eher zu außergewöhnlicher Leistung befähigt! Und dass man nicht gezwungen ist, seine vielfältigen Interessen zu reduzieren - sondern sie eher kombinieren sollte. Und damit plötzlich die scheinbar verrückten Ideen, die man schon als Kind heimlich hatte (und aus denen später ein anderer ein nützliches Produkt entwickelt und damit Geld verdient hat) sogar in die Tat umsetzen kann - wenn man die richtigen Partner findet. Und dass man diese Partner wirklich findet, wenn man aufhört, sich selbst für "verrückt", quasi- behindert oder wenigstens leistungsgemindert zu halten! Was für eine Befreiung! Nach fast 30 verquälten Jahren nun in nur drei Jahren vom Versager zum selbstbewussten, entspannten, mutigen und immer wieder erfolgreichen, alltagstauglichen und sogar kreativen Profi! Nur schade um die Zeit davor! Dabei hatte Mama es doch nur gut gemeint. Die Lehrer sollten weniger Stress haben, das Kind sollte nicht auffallen und sich nicht unbeliebt machen und seine Zukunft(????!) nicht gefährden. Und der Psycho... war doch schließlich Spezialist?

Wie viele Psychotherapeuten, beratende Psychologen und erst recht wie viele Laien in Beratungsstellen haben keine Ahnung von Hochbegabung? Wann bemühen sie sich endlich, das Phänomen als eine natürliche Variante der individuellen Entwicklung (und nicht als Krankheit mit zwangsweise zugehörenden Verhaltensstörungen) zu betrachten? Wann wird der IQ-Test als gesicherte Methode der kognitiven Leistungsdiagnostik vor!!! die "Störungs"- Aussage gestellt?

Wann ist Schluss mit der Zerstörung von Persönlichkeiten und der Vergeudung von kreativem intellektuellem Potenzial?

Ich biete Vorträge und Weiterbildung für Personalentscheider an zu dem Spezialthema Hochbegabung, denn ich konzentriere mich seit einigen Jahren auf die Zielgruppe der hochbegabten Erwachsenen und auf Berater und Entscheider, für deren Arbeit das Phänomen Hochbegabung eine zentrale Rolle spielt.

Dr. Karin Rasmussen - Berlin.

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