10.09.2010

Verstand ist nicht Verständnis ist nicht Verstehen...

Wenn mich jemand nicht versteht, was ich fühlen kann, dann bin ich dankbar, ich erhalte nur Verständnis - ohne jedes weiter wuselnde Versuchen.

Wenn wessen Worte und Gesten auf einmal aussprechen, als wäre es das grottentiefe Eigene, dann fühle ich es als Verstehen - es versucht nichts, es heilt vielmehr gerade, da ich, völlig unerwartet, nicht länger allein damit bin.

Wenn dieses ungesehene Eigene vermisste Liebe ist, die einem im Leben wie 'nur drei Räder' mitzugeben scheint, dann ergibt dieses unerwartete Verstehen desselben jenes Miteinander, welches damals - als Kind zum Beispiel - nicht da war.

Wenn zwei sich in selber fehlender Liebe wiedererkennen, ist diese Liebe, da beiden bekannt, auf einmal da .. als hätte das viertes Rad im Gleichen des andern (s)einen Boden gefunden.

Ich habe nun gegen 20 Jahre von einem Fehlen und Vermissen gesprochen. Früher mehr, in den letzten Jahren, da irgendwie nicht ankommend, immer weniger. Immer stiller diese Grotte in mir. Nun - im selben Schmerz verdampft nicht der Schmerz an sich, sondern das Alleinsein damit. Es entsteht jenes Verstehen und damit Verbundenheit und gleiches Fühlen und Halten im Selben, als wäre man in jener Weise verbunden, aus welcher man früh entrissen wurde.

Dieses Verstehen kann nicht verlangt, angemahnt, erbettelt werden. Es ist ein Verstehen, das "passt" - wie ein Puzzlestück des eigenen selben Bildes des andern.

Mir ist sagenhaft heilsam - heute früh. Ich bin noch müde, aber ich strotze vor Kraft, vor Wärme, vor Wiedererhaltenem und vor jener mir schier unvorstellbaren Liebe, die wie 'gefunden' mich ein Stück werden lässt, als sagte jemand by the way: "Hey, da hat dir in der Kindheit jemand vergessen, einen Sockel drunter zu stellen - den schieben wir mal noch darunter. So - jetzt steht es endlich gerade."

Jona Jakob