25.11.2011

Lenkt das Kopfkarussell vom Empfinden für Selbstvertrauen ab?

Hinweis auf den Beitrag im Blog zu consensus-coaching.ch / Anmerkungen eines Coaches:

http://jonajakob.blogspot.com/2011/11/selbst-wertschatzung-als-marktwert.html

Der Beitrag gehört in die allgemeine Breite von Persönlichkeitsentwicklung. Die von mir gestellten Fragen lasse sich aber spezifisch auch für HB-HS-Erwachsene anwenden. 

Spezifisch möchte ich den Gedanken/Beobachtung ergänzen, dass ich den unten beschriebenen Wahrnehmungsverlust für die eigenen Stärken (bzw. die Zweifelsgefühle, nichts recht zu können) manchmal so meine zu erfassen, dass "ewiges Kopfkarussell" alles und jedes immer wieder in Frage stellt - und so kein Gefühl mehr für Souveränität und Gelassenheit oder Siegessicherheit mehr aufkommt.

20.11.2011

ZEIT-Presseartikel: Zu schlau fürs Büro

Hallo zusammen

Im November 2011 erschien bei ZEIT-online ein Artikel zur Hochbegabung im beruflichen Umfeld. Der Beitrag entstand aus der Hand von Frau Dr. Karin Rasmussen, HB-Coach in Berlin. 

Nach Rückfrage bei ihr darf ich den Beitrag hier verlinken - da ich mir bezüglich der Rechte gegenüber der ZEIT nicht sicher bin, verlinke ich nur und hoffe, davon habe auch ZEIT-online einen Nutzen.

Bei ZEIT-online lassen sich übrigens auch ganz angenehme IQ-Tests kostenlos machen. 

Hier der Link zum Beitrag: 


Herzlich dankt und grüsst

Jona Jakob

24.10.2011

Wie stark es ist, wenn ich fühle, dass ich 'gesehen' werde.


Guten Morgen zusammen

Manchmal gibt es Worte oder Gesten von anderen Menschen, die für das eigene Tun stehen, also ein Feedback oder Kompliment oder einen Kommentar.

Manchmal berührt einem eine solche Bemerkung so sehr, dass man damit gar nicht angeben kann, weil sie einem wie eine persönliche 'Wahrheit' erscheint, wie etwas, das man in sich und für sich selber wie ein glasklares 'Ja' fühlt, als wäre man durch und durch erkannt und gefühlt und verstanden und stünde strahlend in seinen Eigenfarben.

Zeigt man dieses Geschenk dann anderen, zeigt man mehr, wie man sich selber 'ist' und für wen erlebbar sein könnte ... es mag dahinter ein grosses Bedürfnis stecken, gesehen zu werden ... aber das wurde man ja nun - und die Freude, das innere Wachsen ist schier grenzenlos. Ich sitze da und habe Wasser in meinen Augen.

Jemand bei Google+ schrieb zu diesem Bild und Zeilen von mir:



<< Ich glaube nicht, dass ich so gut formulieren könnte. Zum Glück gibt es andere wie Sie, die das können. Da kann man sich dann in Geschichten hineinlesen. Und wenn sie dann die Seele treffen, fällt es gar nicht mehr auf, dass die Formulierung von jemand anderem stammt. Es liest sich wie ein Teil vom Ich und wird Eins mit einem Selbst. Danke. >> 

James Henry Burson, 24.10.2011

Ich bin tief berührt und höchst gerührt - Danke!

Jona Jakob

12.10.2011

Hochbegabung und Militärdienst (Gastbeitrag)

Der folgende Beitrag stammt aus der XING Gruppe 'Hochbegabung erkennen und fördern. Der Beitrag darf mit Erlaubnis des Autors hier vorgestellt werden. Ich danke M.B. für diese Möglichkeit und wünsche den Leserinnen und Lesern einen spannenden Einblick: 


HB, Soldat und die Herausforderung
Von M. B. 


Nachdem ich nun gesehen habe, dass es einige Fragen dazu gibt, möchte ich gerne meine eigenen Erfahrungen beitragen. Mir ist klar, dass gerade im militärischen Umfeld, viele differenzierte Erfahrungen gemacht werden und je nach Persönlichkeit und Einsatz diese unterschiedlich ausfallen können.

Ich war 8 Jahre bei der Bundeswehr, habe dort als Freiwilliger angefangen bin als Hubschrauberpilot positiv getestet worden und habe die Ausbildung nicht wahrgenommen (Berufsoffizier wollte ich nicht werden)

Ich war in 3 Auslandseinsätzen (SFOR, KVM und KFOR, insgesamt über ein Jahr Auslandstage), habe dort Tod, Leid und Hass gesehen.

Bin dann als Oberfeldwebel aus dem Dienst planmäßig ausgeschieden.

Die ersten Jahre waren spannend, weil die Anforderungen keine geistigen, sondern eher körperlicher Natur sind. Das stellt uns HB's vor eine Herausforderung wie jeden anderen Menschen auch.

Der IQ wurde bei der freiwilligen Aufnahme getestet und später bei der Offziersprüfung (in der OPZ) noch einmal. Bei der Offiziersprüfung wurde aufgrund des Ergebnisses dann der Studienwunsch beurteilt. War die Diskrepanz zwischen IQ und Anforderungen für das gewünschte Studium zu hoch, wurde es abgelehnt und man musste sich eine andere Fachrichtung aussuchen.

Bei der Freiwilligen Annahmestelle wurde auch ein IQ-Test durchgeführt, der darüber entschied zu welcher Waffengattung der Bewerber zugeteilt werden kann und es sollte dadurch herausgefunden werden, wer besondere Fähigkeiten für bestimmte Waffensysteme hat bzw. spezielle Aufgaben, wie z.B. Funker.

Bei der Fliegerpsychologischen Erstuntersuchung (Eignungsprüfung für Flieger) wurde als Maßstab immer das Ergebnis der letzten 5000 Bewerber genommen. Bei jeder Untersuchung, die 3,5 Tage dauerte, werden jeweils nur 4 Bewerber getestet. In den unterschiedlichen Kategorien musste der Bewerber kontinuierlich besser als 55% der letzten 5000 Bewerber sein. War der Bewerber in einer Kategorie schlechter, war die Untersuchung für ihn beendet und er konnte auch kein zweites Mal getestet werden.

Als HB in der Armee lernt man sich und seine Umwelt ganz anders kennen, da die HB einen dort nicht behindert, aber auch nicht zwangsläufig voran bringt. Ein Miteinander basiert dort eher auf archaischen Eigenschaften, wie Stärke, Ausdauer, Mut und Gehorsam. Die Lorbeeren, die es zu ernten galt, waren entsprechend - Ehre, Zusammengehörigkeit, Vertrauen.

Als HB'ler ist man durchaus in der Lage sich unterzuordnen und zu erkennen, wann man die Klappe zu halten hat. Auch wenn Befehle (die eigentlich Aufträge sind) beim ersten Blick vielleicht unsinnig erscheinen, so sind sie bei weiterer Betrachtung dann meist im Kontext gesehen sinnvoll.

Dieses Erkennen fiel einem dann oft leichter. In der übergeordneten Struktur zu denken - was von einem Vorgesetzten grundsätzlich gefordert war - fällt mit einer HB einfacher, da komplexe Strukturen Spaß machen.

Als HB'ler in der Armee ist es nicht ratsam sich hinter der üblichen Maske zu verstecken, da gerade dort der Zusammenhalt einer Gemeinschaft "gelebt" und gefordert wird. Dabei wird sehr schnell klar, wer nicht authentisch ist und das grenzt denjenigen aus, da die Gemeinschaft (welche Größe diese dann auch immer hat) immer für die Gemeinschaft entscheidet. Diese Gruppendynamik ist in der Armee sehr ausgeprägt, da das Funktionieren einer Gruppe durchaus über das Leben der Einzelnen entscheiden kann. Heute umso mehr!

Grundsätzlich hat man als HB keine Probleme damit die Strukturen anzuerkennen, da wir erkennen können, dass ein System wie eine Armee nur funktionieren kann wenn eine Hierachie besteht und erkennen diese auch an. Anders verhält es sich natürlich mit den Entscheidungen anderer die sich auf einen auswirken, aber das ist dort wie überall so, nur das ich in der Armee (zumindest in der Bundeswehr) mehr Möglichkeiten habe gegen unmögliche Forderungen vorzugehen (Beschwerde, Soldatengesetz und Vorschriften)

Das ist zwar schon alles eine Weile her, aber ich denke grundsätzlich wird sich da nicht viel geändert haben. Ich freue mich auf Eure Fragen oder Erfahrungen. 



Gastbeitrag im Blog: von M.B.
- - -
Lieben Dank für die Möglichkeit, den Beitrag hier präsentieren zu dürfen.


Jona Jakob

12.08.2011

Raus müssen, um fortzukommen

Hallo. Mich beschäftigt in Bezug auf Beispiele im beruflichen wie privaten Umfeld eine Reflexion. Worum geht es?


Ausgangslage: "Ich erkenne: Ich will etwas verändern"

Man gerät als Mensch in eine Situation/Krise/Klärung/Prozess.
Man erkennt: Ich fühle, ich will bei mir etwas ändern:
- ich will aus alten Mustern und Verhaltensweisen heraus,
- ich will mein Leben nicht mehr unter den Scheffel stellen
- ich will nicht weiter abhängig oder bedürftig verbleiben
- ich will mehr Wertschätzung erfahren
- ich will mich nicht mehr klein machen lassen
- ich will nicht weiter von anderen bezweifelt/abgewertet werden
- ich will zu anderen Tageszeiten mehr Leistung liefern
- ich will abnehmen und damit anders essen oder auch Sport treiben
- ich will Zeit für mich haben

"Ich will etwas ändern, heisst: Meine Position, meinen Takt, meine Rhythmen und Orte ändern. Ich fange bildlich an, an meinen Rädern zu drehen bzw. mein Lebenshaus umzubauen, Räume, Möbel, Anschlüsse.



Nun die Beobachtung:

Ich beobachte Menschen in solchen Situationen oft in folgender Lage / Situation: 
Sie schaffen es nicht/kaum/rückfällig/kraftlos/etc. , weil sie diese Veränderung IM ALTEN SYSTEMISCHEN UMFELD versuchen zu erreichen. Was meine ich mit "altem systemischen Umfeld" (weiter ASU genannt):
- im ASU mit dem Beziehungspartner (privat/geschäftlich)
- im ASU mit der Primärgruppe: Familie/Kinder/Verwandte
- im ASU mit Kollegen, Freunde, Bekannte, Nachbarn, Verein
- im ASU des Arbeitsplatzes: Kollegen, Untter- bzw. Überstellte
- im ASU mit den eigenen Eltern: Mutter, Vater, Eltern, Erbe, Haus
- im ASU mit Alkoholikern, Abhängigen, Kranken, zu Pflegenden
- tbc
Ich glaube, ich habe die stärksten/heftigsten/bindensten aufgezählt.


Situation: Ich bin nicht ohne die anderen

Es ist mE eine Sache, als Erkenntnis zu fühlen, dass man bereit ist, etwas in seinem Leben zu ändern. Das ist ja schon mal ein ganz starker Moment und eine wunderbare Ausgangslage.
Eine andere Sache ist es mE aber, nur von sich auszugehen und dabei zu vergessen, dass wenn man etwas an seinem Lebenshaus verändern will, man damit an allen "Schnittstellen" (erkläre ich später) die Anschlüsse kappen und neu stecken muss.

Bild: Versucht euch vor dem inneren Auge vorzustellen, ihr wollt in eurem Zuhause den Esstisch weiter nach hinten stellen, damit ihr mit den Sofas näher am Fenster und an der Sonne sitzen könnt. Was alles müsst ihr hierfür
- mit verschieben?
- mit umstellen?
- als Kabel ausziehen und neue Anschlüsse finden und einstecken?
- als Deckenleuchte umhängen?
- als Teppich verschieben?
- als Bilder umhängen?
- etc.



Welche Wirkung haben die Anderen / hat das ASU auf mich?

Ich meine zu beobachten (subjektiv), dass viele Menschen ihr gewünschte Veränderung nicht oder nicht wirklich erreichen, weil sie
a) sich nicht genug konsequent damit befassen, mit der eigenen Veränderung besonders für die 
    Menschen im Umfeld "unangenehm" zu wirken, denn für die war man bisher die ideale 
    "Bank/Trottel/Hund/Opfer/Liebling/Partner/Kind/Kollege/Putzfrau/Sexobjekt/ 
     Prestigepüppchen/Businesskasper/Idiot/Schlampe/MittäterIn/Mitopfer/ Co-Abhängige/r/etc.- 
     man war für die angenehm und/oder nützlich.

b)   Sich nicht konsequent genug damit befassen meint mE:
b1) Ich habe eine Verantwortung und eine Selbstverantwortung
b2) Ich tue mir und denen nichts Gutes, wenn ich das Vertraute belasse
b3) Ich muss auch Strategien und Pläne haben, wie und was ich mit meinem ASU
       (altes systemisches Umfeld) mache: wie vorbereiten, wie einplanen,
       wie ausschliessen, wie aufgeben, wie rausstellen, wie sistieren, etc.  

WIE KANN ICH MICH ABGRENZEN? 

c) Sich konsequent damit befassen meint mE:
- Wer darf nicht mehr in meiner Nähe sein, weil der mir nicht gut tut?
- Wer muss (für eine Weile/Distanz/Raum) aus meinem systemischen Netz raus, 
  damit ich mich verändern kann/vermag?
- Wer macht mich krank? müde? unsicher? schwerfällig? klein? schuldbeladen? zweifelnd?
   minderwertig? ausgenutzt?
- Wer darf nicht mehr einfach so auf mich zugreifen? nutzen?
- Wer missbraucht meine Bedürftigkeit nach Liebe und Geborgenheit?
- Kann es klug sein, dieser Bedürftigkeit zu verfallen, wenn ich etwas ändern will?
- Kann es sein, dass ich mir eine Phase des Alleinseins zumuten muss, um mich zu stärken und mich 
 dann nach meinem Gusto neu einzubetten, in Menschen, in ein neues Umfeld, in neue Bezüge.

Aber auch:

- Wer stärkt mich? bin ich alleine stärker?
- Wer wertschätzt mich und verhandelt mit mir ein Win-Win?
- Wer liebt mich (und schätzt mich nicht nur für seine Zwecke)?
- Wer tut etwas für mich?
- Wer geht mir mir achtsam und nachfragend um?
- Täte mir eine eigene Insel gut? ein eiges Zuhause? eigene Räume?
- Bedeutet 'Schöner Wohnen' tatsächlich, den Partner aufzugeben?
- Wäre es heilend, an Weihnachten Mutter abzusagen?

Wäre es nicht gut, zum Umfeld willentlich auf Distanz zu gehen, damit man Raum und Unberührtheit fürs Eigene und Neue hat? Oder bin ich "Opfer" meiner Bedürftigkeit (negatives Konto) und so miese drauf, dass ich lieber im alten Bannkreis bleibe - UM NICHT MIT MIR ALLEINE SEIN ZU MÜSSEN?




Schluss:

Kann es sein, dass ich zu wund bin, mir wirkliche Ab'Schnitte zuzumuten (Trennung, Kündigung, Scheidung, Auszug, Hausverkauf, Ortswechsel, etc), damit ich aus der alten (Stuben)Ecke heraus käme, mich säubern und entstauben könnte, mich frisch aufstellen und präsentieren, um am neuen Platz, mit neuen Bezügen, neuem Umfeld, neuen Distanzen und Nähen, neuer Kraft und LAST BUT NOT LEAST EINEM NEUEN ERFAHREN VON WERTSCHÄTZUNG VOM UMFELD meine im Bauch fühlbare Veränderung umzusetzen bereit bin?

Herzlich fragt 
Jona Jakob



Nachtrag:

- Ich trenne mich neutral aber konsequent - will mich aber in 1-2 Jahren versöhnen
- Ich will Abstand - um mit neuer Kraft die Versöhnung zu finden
- Ich will eigenen Raum - um dich als Gast neu empfangen zu können
- Ich will mein Schiff - um dich neu beliefern zu können...
- Ich will meine Verträge - damit mir daherkommt, wen ich verantworten mag
- Ich will dich nicht - nicht weil ich dich nicht will...
- ich will dich schon - aber nicht so: Daher: Anschluss rauss, neu verlegen.

Das hat mit mir, mit dem Meinen, mit Wertschätzung und meinen Möglichkeiten zu tun - die müssen stark, gesund, fröhlich, mutig und 'unverarscht' sein. All das ist mir wichtig, richtig wichtig, damit ich dich unabhängig und ohne falschen Kitt lieben und annehmen kann. Meine gesunde Kraft weitet echte Toleranz, vertieft mein Verstehen und kräftigt meine Vorbehaltlosigkeit um annehmen zu können.

Eine Weile Trockendock hat noch keinem Schiff geschadet. Dort oder allein auf weiter See lässt sich was verändern. Im Dock das Schiff, auf See die Route. Wo aber nix passieren wird, da alle anderen an dir dran hängen, dass ist im "lieblichen" Umfeld deines alten Hafens.

Aye aye...

12.07.2011

Per "innerem TyniURL-Programm" vom Komplexen zum Simplen

Hallo zusammen

Ich möchte eine Beobachtung aufzeigen:

Je länger ich (nun im vierten Jahr) mit meiner HB lebe, desto präziser und schneller gelange ich in meiner Arbeit zu einer Form, die ich 'Normalo-gerecht' bennnen würde (oder eben nicht mehr 'HB-like'):

Das ist das Resultat meiner beiden Websites:
- www.consensus-coaching.ch
- www.hochbegabten-coaching.ch


Meine HB beobachtend:
Obwohl die Websites vielleicht 'simpel' wirken, ... DAS war das Ziel: KISS  http://de.wikipedia.org/wiki/KISS-Prinzip

Ich betrachte dieses Erreichen als einen kleinen Sieg über mich selbst, da ich es gerne komplexer und ausgefeilter machen wollte und mir dauernd die Finger verbieten musste :-)

Komplexe Vielfalt ins Simple eines McDo-Menus runterzubrechen und nach vorne zu stellen, was Kern der Sache ist ... das war die Aufgabe.

In der alten Form benötigten die beiden Websites ca. 50 einzelne Sites. Nun sind es noch ca. 2 x 8 Sites



Die Wirkung solcher Strategien betrachtend:
Ich darf bestätigen, je länger ich meine HB kenne, desto bewusster kann ich mich in Normaloweise verhalten (damit ist keine Wertung verbunden).



Was passiert?
Ich will eben einen eMail-Gruss senden und erkläre darüber hinaus:
- bin in Zürich
- kannst mich auf dem Hand erreichen (Nr)
- besser vormittags
- oder sonst per Mail
- bin am Sa zurück

Heute schreibe ich:
- Lieber Gruss
(BASTA)


Das bedeutet:
Ich werde weiterhin kompliziert denken, zu viele Fakten einbringen wollen, mich mit vielen Zusatzinformationen VERSTÄNDLICH machen wollen. Mein Kopf wird dieses Programm weiterhin höchst dicht und komplex fahren - DOCH ich gelange immer mehr zusätzlich in eine Art Programm, wie wenn ich eine überlange Webadresse per Tyni-URL kürze: Ich gebe 45 Zeichen ein und erhalte eine funktionierenden Link mit 14 Zeichen ... oder so... :-))
(Info: http://de.wikipedia.org/wiki/Kurz-URL-Dienst )

Somit denke ich zwei Mal:
1. Durchgang: all in, viel zu komplex
2. Durchgang: Komplexität wird höchstmöglich reduziert.


Wirkung:
- falle bei Normalos nicht mehr auf
- verstehe immer besser, was die brauchen (Nähe)
- werde besser
- erfahre von Normalos Zugang und Nachfrage
- Aufträge sind da
- tbc.

Herzlich grüsst

Jona Jakob

04.07.2011

Auch vom Schmerz emanzipiere ich mich.

Dies ist ein Teilbeitrag vom Montag, den 4.7.2011, den ich in der XING-Gruppe 'Bunte Smarties' veröffentlichte:

In der letzten Woche wurde ich an ganz verschiedenen Stellen in höchste Glücksgefühle und in tiefst zerschmetternden Schmerz geworfen. Ich durfte mich freuen und lieben und ich wurde verletzt und litt Schmerzen am Rande des für mich Erträglichen. 
Doch an dieser Stelle gab es eine ganz neue Beobachtung, die mir super gut gefällt :


Ich meine, dass ich Glück und Unglück nicht mehr "verbandelt" empfand, wie früher, 
sondern als zwei getrennte Stränge!!! 

Ich empfand, dass mir mein Lernen, leicht und fröhlich zu sein, eine ganz neue Möglichkeit schenkt, welche mich das eine vom andern trennen lässt, weil ich das nun 'vermag'. 


Als hätte ich 'Reserven', vermochte das Unglück meinem Glück nicht wirklich etwas anhaben und genau da packte ich das Glück vom Glück und der Schmerz ging nicht nur schneller ... nicht einzig schneller ... sondern ganz besonders VERZEIHEND (gleich, auf der Stelle verzeihend) vorbei. 

Es war, als würde ich ein erstes Mal Schmerz in einer emanzipierten Seinsweise so erleben können, als dass ich nicht von ihm mein Leben abhängig machen müsste. 

Und das, wer mich noch verstehen kann, ist ein enormes Gefühl, welches mich ganz neu atmen lässt, als fielen tausend Stricke, Fesseln und Seile von mir. Das Minus. Das Zero. Das Plus. 

Man muss sich auch vom Schmerz emanzipieren können. Fühle ich.


Herzlich grüsst
Jona Jakob

18.06.2011

These: Ich vermute, ich muss HS-bedingte HSler von HB-bedingten HSlern unterscheiden

Guten Morgen zusammen

Ich möchte eine These aufstellen, von der ich meine, sie zu beobachten.

Es kann schwer werden, mich ideal zu formulieren. Ich hoffe, ihr könnt mir dabei allenfalls helfen. Danke.

These: Ich erkenne zwei Typen von "Sensiblen":

a) den durch zu viele Eindrücke belasteten Hochsensiblen,

wie er zB im Gruppentext beschrieben wird. Ihm werden Eindrücke und Wahrnehmungen zuviel. Das kann sich auf alle fünf Sinneswahrnehmungen beziehen (sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen) sowie insgesamt aufs intellektuelle Wahrnehmen und vielleicht sogar auf spirituelle Wahrnehmungen (zB Sehen).

b) Dem "gegenüber" beobachte ich den Hochsensiblen, dessen Sensibilität durch eine darunterliegende Hochbegabung entstanden, geprägt und aktiv ist.

Hier besteht vielmehr ein Radarsystem der kontrollierenden, jagenden, suchenden, hungernden Hochsensibilität, die wegen der HB-Bedürfnisse (Erfüllung, Gesehenheit, Annahme, geistige Befriedigung, Austausch, Anforderung, etc) stets wieder unruhig, drängelnd, heftig und ausstrahlend ist. Hier wühlt täglich ein Wildschweineber die Erde bis zu ihren Wurzeln auf: Highseeking, Aufgaben, viele verschiedene Themen, Schnelligkeit, Abwechslung, etc., etc.

Das wären dann zwei Formen, von denen die HB-bedingte HS eine HS-bedingte HS arg bedrängen und stressen kann.

Während der von Eindrücken überbelastete HS dankbar wäre, es gäbe weniger von allem, weniger Lärm, weniger Stress, weniger Kontamination oder Nähe und Bedrängungen und womöglich weniger Veränderung und Wechsel, etwas, dass der Normalo vermutlich als 'Schonung', 'Schutz', 'Rückzugsbedarf' deuten würde ...

... pusht der einem Jagdtier ähnlich ausgestatteten hochsensitiven HBler per kindlicher Erfahrung im frühen Verantwortung-übernehmen. Er checkt sofort alles und nennt in Sekunden und einem Satz die Missstände (Asterix-Effekt). Er denkt assoziativ und sprunghaft und wird daher nicht verstanden. Er macht sich locker 8 - 12 Argumente und Denkansätze zu einer heiklen Lage und sucht förmlich nach philosphischer Tiefe oder logisch mathematischem Grund der  Dinge, bis hin zur Auflösung.

Ich würde die beiden Typen unterscheiden als:

- HS-HS = Rückzugsverhalten

und

- HB-HS = Annektionsverhalten (vorstossen)

Damit wären für mich erklärbar:

- Rückzug vs. Platzhirsch
- Schonung vs. Schonungslos
- Weniger vs. viel-mehr
- Milde vs. Heftig
- Bewahrend vs. Tilgend
- HS als Last vs. HS als Lust
- HS als Schwäche vs. HS als Stärke
- keine Macht vs. Macht
- keine Entscheide vs. schnelle, klare Entscheide
- keine Siege vs. Siege
- Gefühlte Empfindungen vs. Intellektuell bedingtes Wahrnehmen
- tbc

Das würde mir manchen Konflikt erklären.

Hinweis: Die Beispiele oben sind wild und spontan gewählt und können falsch oder Klischees sein. Es geht mehr um  'Ver-Sinn'Bildlichungen' - danke.

In beiden Formen ist die Prägung wie ein heikles Instrument von seismographischer Ausschlagkraft aber von ganz unterschiedlicher Notwendigkeit. Bei HS eher zum Schutz, bei HB eher zur Stärkung.

Beide zum Überleben.

Ich frage:

Wie geht es euch, wenn ihr dem innerlich nachfühlt?

Besten  Gruss

Jona Jakob

17.06.2011

Fein sein

Beitrag aus der Rubrik 'Gast-Freund-Schaft': aus einem Vorstellungsposting bei XING - mit freundlicher Erlaubnis der Autorin J.R.


Hallo zusammen,

Einige Beiträge habe ich zur Hochsensibilität nun schon gelesen. Bei XING und andernorts. Und ich muss zugeben, so recht mag ich mich nicht mit der Idee eine HSP zu sein, IDENTIFIZIEREN.

Der Test, den ich gemacht habe, mag zwar "bestätigen", dass ich eine HSP bin und die "Kriterien" helfen mir im täglichen Leben nun auch, die Dinge "besser" zu verstehen und anzunehmen, auch rückwirkend - aber ich bin deswegen trotzdem noch, so wie ich bin - oder vielleicht jetzt erst recht ;-).

Aber: HSP hin oder her. Vielmehr geht es mir wohl um so ein "Prinzip" oder eine "Qualität", die sich mir durch das "hochsensibel sein" noch einmal anders offenbart.

Gestern bin ich dann über ein Zitat "gestolpert":

Der einzige Grund, weshalb irgend jemand Dich* jemals ablehnt, ist, weil er/sie* genau so sein möchte, wie Du* bist.
* = gemeint ist nach meiner Wahrnehmung nicht "ich" persönlich oder andere Menschen, sondern das SEIN an und für sich, was durch uns auf dieser Welt in Erscheinung tritt


*PENG* Da wollten sie nochmal gesehen werden, die vielen Erfahrungen von Ablehnung, weil ich ja so anders bin ;-)




Stille




Irgendwie zieht es uns letztlich alle hin zu unserer Essenz. Egal, wie es sich ausdrückt. Und wenn ich ganz in Stille bin kann ich es auch fühlen, diese ganz, ganz feine Essenz des Seins.

Alles im "Außen" erscheint mir dann, oder klingt nach als vielleicht "viel und laut". Lasse ich geschehen, dass das auch Teil meines Seins ist, dann fühle ich es nicht als etwas "Getrenntes" oder "Anderes" von mir. Ich bemerke, ich bin innen wie außen. Gleichermaßen. Zeitgleich. Ich bemerke einfaches reines feines Sein, mit allem was ist.

Fällt die Idee weg "anders zu sein", ist beFREIung einfach nur da. Freiheit von Fragen, wie "Wieso bin ich anders?", "Wie gehe ich damit um?", etc. Antworten tauchen nach und nach von selbst auf.

SEIN tritt in Erscheinung. Als Mond, Sterne, Himmel, Wolken, Sonne, Erde, Wälder, Bäume, Wiesen, Seen, Flüsse, Tiere, ... und Menschen. Es ist, was es ist. Wir sind, was wir sind. Und in diesem Raum der Dualität, in diesem Miteinander, tauchen eben auch Fragen auf, die gestellt, gehört, besprochen und beantwortet werden wollen. SEIN spielt mit sich selbst.

Wenn ich ganz in Stille bin, nehme ich (mich) diese(r) Fragen an, lasse sie los, lausche, spüre hin ... und erkenne, da ist pulsierende, lebendige Antwort. Das fühlt sich schön an, harmonisch, friedlich, rein. Auch wenn es traurig, ärgerlich oder freudig ist. Da tauchen Impulse auf, die mich bewegen und beg-LEITEN. Alles wertfrei. Intuitiv geschieht, was von "innen" heraus geschieht. Gedanken und Gefühle tauchen auf, Handlungen erfolgen.

Nichts ist getrennt von mir. Ich "brauche" also das "Anders sein", um SEIN zu können. Im Sinne von, es bringt mich nicht weiter, dagegen anzugehen. "Anders sein" ist genauso SEIN, wie alle anderen Erscheinungen, die mich ausmachen.

Nicht, weil ich danach suche oder gesucht habe, sondern weil die Erkenntnis da ist, das ich schon immer geWESEN bin.

Fein sein. "Anders sein". Eben das ist AUCH mein WESEN, mein so SEIN.




Stille




Manche Menschen erschrecken vielleicht vor sich selbst und ihrem "Anders sein". Gerade in Begegnungen mit "Anderen". Aber sind wir letztlich nicht alle irgendwie "Anders"? Ist "Anders sein" etwas Besonderes? Aus meiner Sicht nur, wenn wir es dazu machen.

Es ist schön, finde ich, wenn wir uns dieser Sensibilität zuwenden, uns darum kümmern, sie erstrahlen und lebendig sein lassen, sie in unser Leben integrieren, sie zur Entfaltung bringen, solange wir sie nicht auf einen Sockel stellen.


Der einzige Grund, weshalb irgend jemand Dich* jemals ablehnt, ist, weil er/sie* genau so sein möchte, wie Du* bist.
Ablehnung ist nach meiner Wahrnehmung eigentlich nur eine "andere" Form und Ausdrucksweise der Zuwendung zum eigenen so SEIN, wie man selbst ist. Für mein Empfinden gilt das aber nicht nur für die "ablehnende Person", sondern auch für die "erfahrende" Person. Es hilft, genauer hinzusehen, sich liebevoll anzunehmen.

In Nelson Mandela's Antrittsrede wurde es sehr schön gesagt:

Du dienst der Welt nicht, wenn Du Dich kleiner machst, nur damit Andere sich neben Dir nicht unsicher fühlen.
Hierin finde ich das sensible Wesen unserer ALLER Kompetenz, an- und miteinander zu wachsen. HSP haben meiner Wahrnehmung nach "nur" einen feineren Zugang dazu.

Je sicherer ich mir meiner Selbst im "anders sein" bin, desto sicherer geschieht Offenheit, Akzeptanz und Annahme auch durch "Andere".

Dazu muss ich mich nicht mit der Idee eine HSP zu sein identifizieren. Es genügt, sich auch auf die unterschiedlichen Qualitäten von Hochsensibilität einzulassen, um sich seiner SELBST sicherer zu sein.

Bitte nicht mißverstehen: ich bin DANKBAR, den Aspekt der Hochsensibilität entdeckt zu haben. Es ist wie ein weiteres Tor zu erweitertem, BEWUSSTEM Dasein.


Wie immer gespannt, wohin die Reise geht, wünsche ich allerseits


Abendliche Grüße

Jen Richter 



Ich danke Jen Richter für das Geschenk, ihre - für mich erschliessenden - Gedanken der Leserschaft zur Verfügung zu stellen. Lieben Dank, Jen.


Jona Jakob

30.05.2011

Was kann zerbrechen?

In Xing wurde gefragt: Was kann zerbrechen?

Im Verlauf des Threads kaum der Hinweis auf, was denn nicht zerbrechen könnte? ... was denn an Schönem bleiben kann? ... was wäre nicht zerstörbar?

Dies meine Antwort:

Manchmal lasse ich Menschen nicht ganz an mich heran. Irgendwie gibt es immer einen Kern, den ich entweder nicht hergebe oder nur wie einzelne Schubladen ab und an. Man erhält dann einen Einblick in eine der Schubladen, weiss aber nie, wieviele es davon noch gäbe und was alles dort drin wäre.

Je älter ich werde, desto leichter fällt es mir, Schubladen mit Schwächen aufzutun und diese transparent zu machen. Das ist Selbstarbeit, Verzeihen, Redlichkeit, Lösung etc. Es hat irgendwie was Gutes, diese unschönen Schubladen zu öffnen.

Aber in mir fühle ich eine regelrechte Angst, die schönen, unvergesslichen, nie wiederholbaren, tränenden, gerührten, zarten und von Liebe umspülten Momente zu zeigen, allein aus der Befürchtung, sie könnten nicht verstanden, nicht gesehen, nicht nachgefühlt werden. Es sind mir Schätze, Seifenblasen gleich, die ich nichts aussetzen möchte, damit sie nicht zerplatzen. Da gibt es Blicke, Düfte, Worte, Momente, Handbewegungen, Briefe, Geschenke, Blüten, Kettchen, Bilder, Küsse, Locken, Klänge, Stoffe, Schweigen, Lippen, Handschriften, Perlen, Federn, Zeilen, Orte, Geschmäcker, Melodien, Hände, Crèmes, Schächtelchen, Wäsche, Wege. Es gibt dort sowas wie kleine Welten alter Autos, oder Reisen, Fahrten, Begegnungen, Orte, Düfte und Musikbänder. Es gibt die Welt meines liebenden Vaters. Es gibt das unsteuerbare Herzpochen zweier Antlitze. Es gibt dort auch Ehre, Stolz, Mut, Kraft, Lachen. Und es gibt in all dem, diesem mir unendlichen Schubladenstock, diesem Verkaufskorpus für Knöpfe und Quasten, ... in all dem gibt es in mir jenes Gefühl, dass es Liebe gibt.

Jetzt könnte man mich brechen oder zerreissen, verglühen oder verdampfen. Das wird diesem ganz Eigenen nichts anhaben. 

Herzlich grüsst
Jona Jakob

18.05.2011

Notdurft des Intellekts - Oder was Baader und Zuckerberg gemeinsam haben...

Ich sah innert zwei Tagen die beiden Filme "Der Baader Meinhof Komplex" und "The Social Network".

Der erste Film zeigt die treibenden Figuren Andreas Baader und Gudrun Ensslin (Ulirke Meinhof ist mehr eine Bedenkende, die mitgelaufen ist), im zweiten Film ist es die Figur Mark Zuckerberg, der die Internetplattform Facebook erfand.

Alle: hoch intelligent, Schnelldenker, Treiber und von einem umher kotzenden Zynismus getrieben, als Absage an bürgerlichen Mief, Verkrustung, Unrecht, ans Dumme und Dumpfe sowie später von Zuckerberg eher die Formel, wenn schon abheben und ficken, dann richtig ficken (von 1 Million auf "'ne" Milliarde).

Subversives ist in beidem - nämlich die schiere Lust, das ganze grosse System auszuhebeln, keinen Wert anerkennend, da es bei genauem Denken keinen gibt, da nicht haltbar.

Die Demaskierung des Statischen, des Etablierten und des Dogmatischen.

Der Bruch.

Geistig durch(b)rennen, ohne eine Schranke zu kennen. Als Spiel, Als Herausforderung. Als Müssen.

Notdurft des Intellekts.

- - -

Persönliche Betroffenheit, die ich im Film Social Network empfand:

Zuckerberg vermag auch dann nicht zu feiern, also leicht und fröhlich zu sein, wenn es bestimmt mal erlaubt wäre. Er bleibt von all dem wie unberührt.Diese Form staunenden Schulterzuckens ist mir selber nicht unbekannt. Gerade, wenn mein Wirken und mein Werk wo den Durchbruch schaffte, werde ich mausestill und gönn mir gerade mal ne bestellte Pizza.

- - -

Und es bleibt der Nachgeschmack und das mE nicht Unerhebliche im Gedanken der Äusserung der Anwalts-Assistentin, die Zuckerberg spät und unter vier Augen nachsagt:

"Mark, Sie sind kein Arschloch. Sie geben sich aber mächtig Mühe, eins zu sein."

Das hätte Baader bestimmt mit Lachen für sich auch gelten lassen.

Wer vielleicht nicht?

Jona Jakob

25.04.2011

Wie kann ich zeitnah mit jemandem reden? Angaben hier.


Neu: Zeitnah reden können -
Sofort jemanden haben, der da ist
.

Das Gespräch
Das Gespräch ist  ein Angebot für die Situation in welcher Sie Gesprächsbedarf haben aber nicht wirklich ein 'Ziel', wie bei einem Coaching. Es geht darum, dass Sie Ihre Anliegen zeitnah anvertrauen und klären können. Sie sollen gehört, gesehen, verstanden werden. Damit schaffen Sie sich Beruhigung, Klarheit und Stärkung.
Zentraler Prozess von Gesprächen ist es, einen Kontakt zu haben, mit dem man  innere Regungen, Gefühle und Bedürfnisse besprechen kann, wie z.B. Lebensthemen, Tageskrisen, Arbeitskonflikte, "Wie-sag-ich-das-bloss?", Kontaktleere, Wochenendkoller, Gefühle oder kreisende Gedanken bzw. Orientierungslosigkeit (auch bei Hochsensibilität und/oder Hochbegabung).
Sie suchen Stärkung, Bestätigung, Sicherheit, Abgleich, Zuspruch oder ein kurzes Feedback …
Wäre es schön, gehört und verstanden zu werden?
Rufen Sie mich an, vereinbaren Sie sich Ihre Zeit. 

Wie funktioniert es?

Ort: In der Coachingpraxis oder per  Skype.
Termine: Melden Sie sich
- per Telefon +41 76 530 33 71
- per eMail: j.jakob@consensus-coaching.ch 
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Preise in der Coachingpraxis Schweiz
Frauen                                                       SFR     60.-- / h
Männer                                                      SFR     60.-- / h
Jugendliche, Ü 18                        pro Gespräch       50.--
Bei Mittellosigkeig                       pro Gespräch       50.--
. Ausgesteuert
. Nicht für Bezüger von ALV
. Status Sozialamt


Skype: jona_jakob
Für Euro-Länder und die Schweiz: Gespräche per Skype!
Schweiz                                               SFR         50.-- / h
Euro-Länder                                         Euro       40.-- / h
Überweisung auf ein Konto der Volksbank in Deutschland.


Konditionen:
Ein 'Gespräch' ist kein Coaching und keine Therapie!
Terminvereinbarung mit Terminabsage kosten: Fr. 30.-- / Euro 20.--


Hinweis: Wenn Sie Ziele und deren Lösungswege besprechen möchten, ist das ein Coaching und wirdbezüglich Auftrag und Honorar entsprechend neu vereinbart und anders angelegt.

Sich melden und das Anliegen abklären bleibt weiterhin kostenlos. 



Beste Grüsse - Herzlich willkommen.Jona Jakob

18.04.2011

Ich bin ERWACHSEN - und ich habe keinen IQ-Test von 'MENSA'

Dieses Posting wendet sich an Leserinnen und Leser, die sich vom Alter zu den "Erwachsenen" zählen, die vielleicht die Karriere erklommen haben, die Ehen schliessen, Kinder aufziehen, Reife gewinnen und mitten im Leben stehen.

Und die ihre HB wahrnehmen - aber daran rumzweifeln, weil sie "keinen IQ-Test von MENSA haben.

Hierzu meine persönliche Antwort an eine Frau, die im Internet zweifelte, ob sie denn auch wirklich durch eine HB geprägt sei, das sie den Test nicht hätte  ....

Hier meine Antwort (anonymisiert):

-

Hallo Erwachsene,

Willkommen hier - und mach dir keinen Kopf, ob dich ein Test "zertifiziert".

Für mich immer wieder wichtig: den HB-Merkmalen im Sinne Andrea Brackmanns zu folgen. Wenn du nun Schülerin wärst, würde ich das vermutlich etwas mehr offen lassen. Aber als Erwachsene mit einer Lebensgeschichte ist

a) die Readyness für einen (Schul)Test allenfalls in weite Ferne gerückt (meine letzten Deutsch und Rechnen-Stunden hatte ich vor bald 40 Jahren) und

b) würde mir das Punktewissen des Test kaum was hergeben, was meine "Lebenserfahrungen aus Glück und Betroffenheit" mir unterdessen angedeihen liess, dem was eben bereits meine Geschichte ist.

Daher ... den Erscheinungsmerkmalen zu folgen, qualitativ (zB Intensität) und quantitativ (zB Häufigkeit, Kadenzen) und diese per Reflexion und Selbstarbeit oder mit Kontakten bzw. hier in der Gruppe zu verarbeiten ... - das scheint mir fürs eigene Orientieren, Zurechtfinden, Handhaben und Moderieren wichtiger, als einen späten 'VSOP'-Stempel aufm Hi... :-)))

Dem Eisbergprinzip nach leben wir weitaus mehr unterbewusst gesteuert und stehen dann erst einmal im Becken unserer Gefühle. Ob wer als HBlerIn viel fühlen vermag oder gerade im Gegenteil, wenig Regung zeigen kann ... beides sind Pötte der Gefühlswelt und zeigen sich nur anders.
 Der grosse Anteil Gefühl am eigenen Leben steht mE über allem Rumstudieren.
Der grosse Anteil Gefühl am eigenen Leben steht mE über allem Rumstudieren. Egal was mein denkendes Denk-Resultat mir anzeigen wird, es wird mich schmerzen, freuen, ermutigen, demütigen, stärken, schwächen, zum Lachen oder zum Weinen bringen. Ich gehe dann also vorwärts und trage mich oder ich bin davon emotional erschlagen und lasse mich vielleicht einen Moment lang sausen.

Daher ... HB über den Weg des Erfühlens, des Beobachtens, des Einfühlens und spürsamen Auf-den-Boden-Bringens der eigenen PS ... scheint mir für die fortschreitende und geprägte Reife einer erwachsenen Person der zuverlässigere Kompass ... denn niemand kennt dich so gut, wie du selbst.

Was willst du da von einem Test? Soll der etwa etwas von dir wissen oder kennen oder meinen?
Für mich: Nein danke. :-))

Es gibt unterdessen mE 4 Generationen HB-geprägter Menschen (Link zu meinem Blogbeitrag):
http://begabt-sensibel.blogspot.com/2011/04/4-generationen-von-hbhs-betroffenen.html

Jede dieser Generationen hat auf der ganz eigenen Lebensetappe (siehe Lebenszyklus im Beitrag) ganz eigene Gefühle, Motive und Bedürfnisse.

Wichtig ist es, sich wohl zu fühlen. Das lässt dich mehr wachsen, als jede Beklemmung, und sei es nur die von einem Test.

Liebe Grüsse und danke für deine offenen Worte.

Jona Jakob

Der Begriff 'Deprivation' (Warnung: getriggert zu werden ist möglich)

http://de.wikipedia.org/wiki/Deprivation

Kennt wer diesen Begriff und all seine Differenzierungen?

Liebe Leserin und Leser
Die folgenden Angaben sind nichts mehr als ein Wiki-Beitrag!
Lesen Sie diese Angaben bestenfalls mit dem Gedanken: "Aha - wo wird unterschieden".
Beziehen Sie das Gelesene nicht auf sich selbst, auch wenn etwas Resonanz entstehen mag. Besprechen Sie allenfalls Resonanzen mit einer Fachperson, betreiben Sie jedoch keine Selbstanalyse (Risiko der unnötigen und unnützen Stigmatisierung).
Danke. Jona Jakob


Deprivation

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Begriff Deprivation (von lateinisch deprivare, „berauben“) bezeichnet allgemein den Zustand der Entbehrung, des Entzuges, des Verlustes oder der Isolation von etwas Vertrautem sowie das Gefühl einer Benachteiligung.


In der Psychologie

Innerhalb der Psychologie wird auf dem Gebiet der Wahrnehmung bzw. der sensorischen Stimulierung sowie der emotionalen Beziehungen von "Deprivation" gesprochen. In der Psychoanalyse wird der "Vaterverlust" als Deprivation begriffen.

Perzeptive Deprivation
Abzugrenzen von der sensorischen Deprivation. Der Informationsgehalt von Außenreizen ist vermindert. Siehe auch: sprachliche Deprivation.

Sensorische Deprivation
Sensorische Deprivation, also Mangel an Außenreizen (Farben, Geräuschen, Mitmenschen, Gesprächen usw.) führt zu Halluzinationen und zu Denkstörungen. Diese wird bei Verhören, Folterungen und zur Gehirnwäsche eingesetzt, aber auch zu Bewusstseinserweiterung und Entspannung. Siehe auch: Weiße Folter, Isolationshaft, Camera silens, BDSM, Floating.

Emotionale Deprivation
Als Deprivation (auch Deprivationssyndrom, anaklitische Depression) bezeichnet man in der Kinderheilkunde die mangelnde Umsorgung und fehlende Nestwärme bzw. Vernachlässigung von Babys und Kleinkindern. Die Symptomatik, für die auch der Begriff Hospitalismus verwendet wird, ist aus Krankenhäusern, Säuglingsstationen und Heimen sowie Gefängnissen bekannt. Dauert die Deprivation länger an, kann es zu psychischem Hospitalismus, einer dem Autismus ähnelnden Unfähigkeit, soziale Kontakte aufzubauen, oder zu Sprachstörungen kommen.

Mutterdeprivation/MutterentbehrungAuf der Basis von klinisch-psychologischen Forschungen zeigen sich bei Kindern mit Mutterentbehrung häufiger Depressionen, Defizite in der Sprachentwicklung, Persönlichkeitsstörungen und Jugendkriminalität.

Vaterdeprivation
Alexander Mitscherlich beschrieb diese Form der Deprivation als Entbehrung des Vaters oder Vaterverlust. Folgen hiervon seien seelische und psychosomatische Störungen, selbstverletzendes Verhalten, Beziehungsstörungen, soziale Auffälligkeiten, bis hin zur Kriminalität, Leistungsversagen, kognitive Defizite und psychosexuelle Identitätsprobleme.

In der Soziologie
„Soziale Deprivation“ bezeichnet jede Form von sozialer Ausgrenzung, welche stattfinden kann durch Zugehörigkeit zu einer sozialen Randgruppe und/oder Armut. Mögliche Folgen sozialer Deprivation können sein: Alkoholismus, Behinderung, Extremismus, Vermüllung der Wohnung, Tabletten-/Drogensucht, Resignation, schwere/mittel schwere Depressionen bis hin zu Suizid-Gefahr.

Objektive Deprivation
Objektive Deprivation ist die anhand von Standards (zum Beispiel Einkommensverteilung) messbare materielle Benachteiligung

Relative Deprivation
Relative Deprivation meint objektiv verstanden eine relative „Benachteiligung in der positionalen Ausstattung mit sozialstrukturell vermittelten Chancen und Mitteln, die qua gesellschaftlicher Definition erforderlich sind, um eine bestimmte gesellschaftlich akzeptierte Position aufrechterhalten zu können und damit eine gesellschaftliche Existenz zu sichern."

Hierfür sind folgende Teilaspekte der gesellschaftlichen Existenz von Bedeutung: 1. die Sicherung des sozioökonomischen Status durch eine ausreichende Verfügung über Einkommen, Bildung (Wissen) sowie berufliche Chancen; 2. die Sicherung des sozialen Status durch ausreichende Verfügung über statussichernde Symbole sowie Zuschreibungen; 3. die Sicherung des Interaktions- und Kooperationsspielraums durch ausreichend verfügbare Kontakte zur organisierten Öffentlichkeit, zu informellen Gruppierungen, die über die eigene Primärgruppe hinausgehen sowie Kooperationsmöglichkeiten im öffentlichen Umfeld und der beruflichen Umgebung.

Die relative Deprivation führt zu einer jeweils unterscheidbaren sozialen Lage:
1. Die nicht hinreichende Sicherung des sozioökonomischen Status bezeichnet soziale Schwäche.
2. Die nicht hinreichende Sicherung des sozialen Status bezeichnet Stigmatisierung.
3. Die Störung oder der Verlust von Kontakten und Kommunikationschancen bezeichnet soziale Isolation.

Normative Deprivation
Als normative Deprivation wird eine Form der Benachteiligung verstanden, die als eine solche gesellschaftlich anerkannt ist, zum Beispiel bezogen auf die rechtlich normierte Höhe einer staatlichen Unterstützungsleistung.

Subjektive Deprivation
Von relativer Deprivation im Sinne einer subjektiven Deprivation wird gesprochen, wenn eine Person durch Vergleich mit anderen Mitgliedern ihrer Bezugsgruppe feststellt, dass sie hinsichtlich ihrer Erwartungen und Wünsche benachteiligt ist. Sie wird dann unzufrieden und enttäuscht sein.
„Zwischen Erwartungen und Möglichkeiten zur Wunschbefriedigung, oder zwischen dem was man hat und dem, worauf man glaubt einen berechtigten Anspruch zu haben, wird subjektiv eine Diskrepanz wahrgenommen, die zu dysfunktionalen Gefühlen der Unzufriedenheit oder des Ressentiments gegen andere führt. Nicht objektive oder strukturelle Diskrepanzen (zum Beispiel soziale Ungleichheit, soziale Spannung, Statusunterschiede oder ökonomische Unterschiede in der Ressourcenverteilung), sondern subjektiv wahrgenommene bzw. eingeschätzte Diskrepanzen erzeugen eine relative Deprivation respektive eine soziale, politische oder ökonomische Unzufriedenheit.“

Relative Deprivation
Die relative Deprivation wird als subjektive Deprivation bezeichnet, da man das subjektive Erleben von Benachteiligung und das eigene Gefühl von Diskriminierung und von Vernachlässigung, unabhängig von der tatsächlichen Situation, erleben kann. Subjektive Deprivation kann indes auch gruppenspezifisch erlebt werden (zum Beispiel schichtspezifische Gefühle der Benachteiligung gegenüber dem gesellschaftlich Üblichen auf multiplen Ebenen der Lebenslage).
Grundsätzlich können zwei Quellen für das Aufkommen von relativer Deprivation und das damit verbundene Gefühl von Unzufriedenheit ausgemacht werden: Entweder entsteht dies durch den Vergleich mit einer Bezugsgruppe, oder aber durch den Vergleich mit der eigenen Vergangenheit.

Multiple Deprivation
Als Multiple Deprivation bezeichnet man es, wenn jemand (in der Regel ein Kind), in mehrerer Hinsicht benachteiligt ist und dadurch keine guten Entwicklungschancen hat.
Risikofaktoren

Einfluss von Risikofaktoren auf die Intelligenzentwicklung
(Gabarino)
Zahl der RisikofaktorenDurchschnitts-IQ der Kinder
keine Risikofaktoren119
ein Risikofaktor116
zwei Risikofaktoren113
vier Risikofaktoren93
acht Risikofaktoren85
"SOCIAL TOXICITY" SHOWING EFFECTS IN CHILDRENDownload am 17. Januar 2008
Risikofaktoren für die kindliche

Risikofaktoren für die kindliche Entwicklung sind unter anderem:
• Sowohl absolute Armut als auch relative Armut
• Arbeitslosigkeit der Eltern
• Bildungsarmut der Eltern
• Mutterlosigkeit
• sehr junge Eltern
• Vaterlosigkeit
• Drogenmissbrauch der Eltern
• psychische Krankheit der Eltern
• eine hohe Anzahl an Geschwistern
• Unterversorgung mit Wohnraum

Fast jedes Kind trägt einen Risikofaktor, doch erst das Zusammenwirken vieler Risikofaktoren führt zu einem messbaren Unterschied.


Das Konzept der multiplen Deprivation in der Praxis
In der Praxis konnte gezeigt werden, dass ein Risikofaktor alleine in vielen Fällen noch keine Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung hat. Wenn jedoch mehrere Risikofaktoren zusammenkommen, ist die kindliche Entwicklung gefährdet.

Es wurde untersucht, welchen Einfluss Risikofaktoren auf die intellektuelle Entwicklung des Kindes haben. Bei ein oder zwei Risikofaktoren scheint die Entwicklungsbehinderung nicht besonders gravierend zu sein. Ab vier Risikofaktoren war die kindliche Entwicklung jedoch stark beeinträchtigt.
In Deutschland wurde das Konzept unter anderem bei der AWO-Studie genutzt. Es konnte gezeigt werden, dass arme Kinder oft auch multipel depriviert waren. Das heißt, sie waren auch noch anderen Risikofaktoren ausgesetzt als nur der Armut. Diese Risikofaktoren lagen in der Grundversorgung, der Gesundheit, der sozialen Lage und der kulturellen Lage.
Folgen
Folgen schwerwiegender Deprivation können sein:

• Reaktive Bindungsstörungen im Kindesalter; Symptome gemäß ICD-10: abnormes
  Beziehungsmuster zu Betreuungspersonen (widersprüchliche soziale Reaktionen,
  Mischung aus Annähern und Vermeiden), Emotionale Störung (Mangel an Ansprechbarkeit,
  Apathie), psychosozialer Minderwuchs

• Bindungsstörungen im Kindesalter mit Enthemmung; Symptome gemäß ICD-10: Diffusität im
  selektiven Bindungsverhalten während der ersten fünf Lebensjahre, Anklammerungsverhalten im
  Kleinkindalter, aufmerksamkeitssuchendes Verhalten in der frühen Kindheit, Schwierigkeiten beim
  Aufbau enger Beziehungen zu Gleichaltrigen, Störungen des Sozialverhaltens

• Hospitalismus
• Pseudodebilität
• Zweiphasensystem VII & OUF

- - -

Persönlicher Hinweis: Ich selber arbeite zur Zeit an einer Zusammenstellung zum Thema 'Ich-Kompetenz und Vertrauen' und stiess dabei auf diesen Wiki-Beitrag. Nach vier Jahren mit Hochbegabten und Hochsensiblen und unzähligen Diskussionen wie menschlichen Entwicklungen wirkte der Wiki-Artikel auf mich mit einem Empfinden, dass er 'wichtig' wäre und gezeigt werden müsste.

Ich hoffe, er dient mehr, als dass er wo schadet.

Mit herzlichen Grüssen

Jona Jakob
wwww.hochbegabten-coaching.ch

13.04.2011

4 Generationen von HB/HS geprägten Menschen

Guten Morgen zusammen

Seit geraumer Zeit beschäftigt mich zum Thema Hochbegabung und Hochsensibilität ein Aspekt immer mehr, der zu Beginn von Gesprächen meines Erachtens zu schnell ungeklärt übergangen wird.
Dieser selbe Aspekt, so mein Empfinden, fliest ebenso in unsere verschiedenen Xing-Gruppen ein und beeinflusst die Diskussion.

Es geht darum, dass es zwischen 1910 und 2010 unterdessen 4 Generationen Betroffener gibt - und die reden in der Tendenz erneut aneinander vorbei :-))

Ich habe hierfür eine Grafik erstellt, die auf dem Prinzip eines Lebensyklus (siehe Wiki) basiert und 100 Jahre umfasst. Darin definiere ich vier Generationen

1. Generation: > 60 Jahre alt, vermutlich in den allermeisten Fällen wurde die HB/HS nie entdeckt (Annahme).

2. Generation: > 40 Jahre alt, heute vermutlich eher um die 50. Diese Generation hat die Verbreitung des Themas erlebt und vorangetrieben, hat also HB/HS für sich entdeckt, erlebte es aber eher in konfliktreichen Jugendzeiten und ohne bewusste Förderung. Es gibt in diesen Jahrgängen noch zahlreiche Menschen, die ihre Prägungen noch nicht entdeckt haben oder eben erst darauf stossen.

3. Generation: > 10 Jahre alt, sie erlebten Erkennung und vielerorts verbreitete Unterstützung und sind damit am aufwachsen bzw. entwachsen dem langsam und werden junge Erwachsene, ob als Studierende oder ins Berufsleben Eintretende.

4. Generation: < 10 Jahre alt, sie erfahren früh, getestet zu werden und damit verbunden dann Frühförderung.

Diese Darstellung sollte mE auch nur auf Länder mit entsprechendem Erziehungs- und Schulwesen verstanden werden.

Mein Fazit:

Es gibt in der "Erwachsenenwelt" unterdessen den Nachwuchs der 3. Generation, der interessiert und mit Fokus auf Lebens- und Berufsplanung nachrückt, Wissenschaft betreibt und mit dem Internet aufgewachsen ist.

Sie treffen auf die reiferen Lebensumstände der nun ca. 50-Jährigen, die das Erkennen ihrer HB/HS zum Teil aus recht heftig konflikgeladenen Jugend- und Lebenszeiten kennen und in der Tendenz (vage/realtiv) einer persönlichen Verarbeitung der eigenen Lebensgeschichte und einer danach folgenden Neufindung zugeneigt sind.

Meine Erkenntnis:

Es lohnt sich und wird voraussichtlich notwendig, dass wir diesen Aspekt mit Blick auf die jeweiligen Bedürfnisse bei Gesprächen, Abklärungen und Diskussionen, berücksichtigen.

Link zur Grafik (.pdf)
Grafik für 4-Generationen HB HS


Herzliche Grüsse
Jona Jakob

11.04.2011

Was könnte es bringen, positive Nachrichten achtsam wahrzunehmen?

Hallo zusammen

Ich habe bei mir eine komische Verhaltensweise entdeckt, die ich niederschreiben möchte.
Ich habe bei mir beobachtet, dass wenn mir jemand eine Nachricht sendet, die einfach nur positiv und mit erfreulichen Informationen gespickt ist ... ich nicht wirklich achtsam reagiere. !???
Entweder ich antworte nicht, weil ja alles gut ist.
Oder es folgt ein knappes: Danke / Freut mich / Prima / :-) / Gönn ich dir / etc.

Wenn mir hingegen jemand schreibt, es sei dies Problem und jene Angst und diese Aufgabe, dann ....

- frage ich nach
- notiere, dass ich mich hierzu in drei Tagen melde
- werfe mich antwortend rein
- versuche zu verstehen
- verfeiner mein Bild von der Lage
- nehme ich innerlich an
- kläre in mir meinen Auftrag
- mache Angebote
- frage ob es recht sei
- bin achtsam
- bin zentriert
- etc.


Warum tu ich das nicht auch, wenn mir jemand schreibt

- mir geht es sooo gut
- ich bin sooo glücklich
- habe tollen neuen Job
- kann endlich das und das kaufen
- gehe in die Ferien
- bin verliebt und soooo glücklich
- hatte wunderbaren Abend mit meinem Mann
- Kinder haben die Prüfungen bestanden
- etc.


Was will ich damit versuchen zu erkennen?

Könnte es sein, dass wenn ich bei bei positiven Meldungen wie

- mir geht es sooo gut
- ich bin sooo glücklich
- habe tollen neuen Job
- kann endlich das und das kaufen
- gehe in die Ferien
- bin verliebt und soooo glücklich
- hatte wunderbaren Abend mit meinem Mann
- Kinder haben die Prüfungen bestanden
- etc.

auch sehr achtsam und wahrnehmend und annehmend darauf eingehen würde mit

- frage ich nach
- notiere, dass ich mich hierzu in drei Tagen melde
- werfe mich antwortend rein
- versuche zu verstehen
- verfeiner mein Bild von der Lage
- nehme ich innerlich an
- bin achtsam
- bin zentriert
- etc.

dass ich damit für beide, die Seite der glücklichen Schreiber als auch für mich einen bewussteren Zugang zu positiven Gefühlen schaffen würde?

Wäre es möglich, dass da ganz viel Gewinn und Erfahrungsvertiefung drin wäre, das Gute, das authentisch Eigene, das Stärkende und innerlich Aufbauend ebenso wahrzunehmen, zentriert zu beachten, ein- und nachzufühlen, bis man des andern Glück fast selber auf der Zunge schmeckt?

Wäre es allenfalls ein Erhöhung einer wenn nicht 'der' wichtigen Waagschale in mir?

Ich werde es versuchen - ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dabei nichts gewinnen zu können.

Wie geht ihr damit um? Wie ist eure Balance in dieser Sache?

Wann habt ihr einen lachendfröhlichen Menschen zuletzt gefragt: "Magst du mir sagen, was dieses Glück für dich ist? Woher es sich begründet? Warum es dich so berührt? Wie du es fühlst? Was es dir zeigt? Wie wichtig es dir ist? Welche Erleichterung es dir verschafft? Wieviel Mut es dir schenkt? Ob es Vertrauen in dir erbaut?"

Herzlich fragt
Jona Jakob

09.04.2011

Oriah Mountain Dreamer

Die Worte einer indianischen Heilerin aus Kanada namens Oriah Mountain Dreamer

"Es ist für mich nicht wichtig, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst. Ich möchte wissen, wonach du innerlich schreist und ob du zu träumen wagst, der Sehnsucht deines Herzens
zu begegnen."

"Es ist für mich nicht wichtig, wie alt du bist. Ich möchte wissen, ob du es riskierst, wie ein Narr auszusehen, um deiner Liebe willen, um deiner Träume willen und für das Abenteuer des Lebendigseins."

"Es ist für mich ncht wichtig, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen. Ich möchte wissen, ob du den tiefsten Punkt deines Lebens berührt hast, ob du geöffnet worden bist von all dem Verrat, oder ob du zusammengezogen und verschlossen bist aus Angst vor weiterer Qual."

"Ich möchte wissen, ob du mit dem Schmerz - meinem oder deinem - dasitzen kannst, ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu beseitigen."

"Ich möchte wissen, ob du mit der Freude - meiner oder deiner - da sein kannst, ob du mit Wildheit tanzen kannst, von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen erfüllt mit Begeisterung, ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen, zur Vernunft, oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken."

"Es ist für mich nicht wichtig, ob die Geschichte, die du erzählst, wahr ist. Ich möchte wissen, ob du jemanden enttäuschen kannst, um dir selber treu zu sein. Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht deine eigene Seele verrätst."

"Ich möchte wissen, ob du vertrauensvoll sein kannst und von daher vertrauenswürdig."

"Ich möchte wissen, ob du die Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist, und ob du dein Leben aus der Kraft des Universums speisen kannst."

"Ich möchte wissen, ob du mit dem Scheitern - meinem und deinem - leben kannst und trotzdem am Rande des Sees stehen bleibst und zu dem Silber des Vollmondes rufst: "Ja!"

"Es ist für mich nicht wichtig zu erfahren, wo du lebst und wieviel Geld du hast. Ich möchte wissen, ob du aufstehen kannst nach einer Nacht der Trauer und der Verzweiflung, erschöpft und bis auf die Knochen zerschlagen, und tust, was für die Kinder getan werden muss."

"Es ist für mich nicht wichtig, wer du bist und wie du hergekommen bist. Ich möchte wissen, ob du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst und nicht zurückschreckst."

"Es ist für mich nicht wichtig, wo oder was oder mit wem du gelernt hast. Ich möchte wissen, ob du allein sein kannst und in den leeren Momenten wirklich gern mit dir zusammen bist."

"Ich möchte wissen, was dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt."


Oriah Mountain Dreamer, indianische Heilerin aus Kanada

08.04.2011

Psychosoziale Folgen des Vaterverlusts: Vergleichbares Trauma wie beim Verlust der Mutter

Hallo zusammen
Heue früh stiess ich per Statusmeldung eines Kontaktes auf diese Informationen:
Quelle: dt. Ärzteblatt
Link: http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=56851

Petri, Horst
Psychosoziale Folgen des Vaterverlusts: Vergleichbares Trauma wie beim Verlust der Mutter
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THEMEN DER ZEIT
Kinder und Jugendliche betreuende Ärzte sollten die psychosozialen Folgen beim Verlust des Vaters für die Diagnostik berücksichtigen und der Mutter als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
Die ausreichende Anwesenheit der Mutter und ihr einfühlender Umgang mit den wechselnden Bedürfnissen des Säuglings gehören zu den basalen Voraussetzungen für eine gesunde psychische Entwicklung des Kindes. Entsprechend bedeutet eine längere oder endgültige Abwesenheit der Mutter, wie die Deprivationsforschung ab Ende des Zweiten Weltkrieges überzeugend nachweisen konnte, ein schweres seelisches Trauma. Diese Zusammenhänge sind seit Langem einer breiten Öffentlichkeit und vor allem Ärzten bekannt, die Kinder und Jugendliche behandeln.
Auffallenderweise haben dabei alle namhaften Deprivationsforscher, wie René Spitz, John Bowlby, Anna Freud, Dorothy Burlingham und D. W. Winnicott, ihr Augenmerk ausschließlich auf die frühe Mutter-Kind-Beziehung gelenkt. Eine systematische Vaterforschung setzte erst in den letzten drei Jahrzehnten ein. Eine angemessene Rezeption der Ergebnisse steht jedoch bisher aus, obwohl sie zu einer grundlegenden Revision bis dato bestehender Vorstellungen über väterliche Aufgaben geführt haben.
Die neueren Einblicke in die wesentlichen Vaterfunktionen verdanken wir hauptsächlich der psychoanalytischen Entwicklungspsychologie und der Bindungsforschung. Erstere konnte durch umfangreiche Säuglings- und Kleinkindbeobachtungen nachweisen, dass der Vater im Unterschied zu früheren Auffassungen bereits im Lauf des ersten Lebensjahrs im Rahmen der Dreiecksbildung Mutter-Vater-Kind, der sogenannten Triangulierung, enorme Bedeutung bekommt. In erster Linie trägt er zur notwendigen Umstrukturierung der frühen Mutter-Kind-Dyade bei. Durch den Elementarkonflikt zwischen Bindungswünschen und Autonomiebestrebungen gerät der Säugling bei seinen ersten Ablösungsschritten von der Mutter in eine schmerzhafte, weil hochambivalente, Trennungskrise. Die dabei auftretenden Trennungsängste werden durch die verstärkte Anlehnung an den Vater abgepuffert. Neben diesem Halt bietet der Vater als Dritter im Bunde dem Kind etwa ab dem zweiten Lebensjahr eine zur Mutter gegengeschlechtliche Orientierung und Identifizierungsmöglichkeit an, wodurch dessen zu enge Bindung an die Mutter verhindert und eine altersgemäße Separation ermöglicht werden.
Komplementär angeborenes Bindungsrepertoire
Diese Befunde sind durch die jüngere Bindungsforschung eindringlich bestätigt und ergänzt worden. Nach ihr verfügen Mütter und Väter über ein unterschiedliches, aber in idealer Weise komplementär angeborenes Bindungsrepertoire, das durch die bindungssuchenden Verhaltensmuster des Kindes aktiviert wird. Kurz gefasst: Das Bindungsverhaltenssystem der Mutter zielt neben ihren nährenden und pflegenden Funktionen mehr auf eine emotional Schutz und Sicherheit bietende Interaktion ab, während die Bindung an den Vater stärker über dessen „Explorationsverhaltenssystem“ erfolgt. Durch seine „Spielfeinfühligkeit“, motorische Handlungsorientiertheit und stärkere gesellschaftliche Verankerung fördert er den Erkundungsdrang des Kindes, seine Neugier, Risikobereitschaft und seine kognitiven und instrumentellen Fähigkeiten bei der schrittweisen Aneignung der Welt.
In der ersten ödipalen Phase um das vierte bis fünfte Lebensjahr herum und noch einmal in der zweiten ödipalen Phase während der Pubertät ist der Vater außerdem als Identifikationsobjekt unverzichtbar. Durch die Verinnerlichung seines Vorbilds verhilft er dem Kind zur Integration seiner Triebwelt, zum Aufbau einer sozial adaptierten Ich- und Über-Ich- Struktur und, bei Jungen und Mädchen gleichermaßen, zu einer stabilen psychosexuellen Identität.
In der Familienforschung besteht heute weitgehende Einigkeit darüber, dass diese spezifischen Vaterfunktionen durch die Mutter allein nicht ersetzbar und durch soziale Ersatzväter nur bedingt kompensierbar sind. Insofern muss man im Fall eines definitiven Vaterverlustes von einem vergleichbaren Trauma für das Kind ausgehen wie bei der Mutterentbehrung. Mit diesem Befund, der auch den Risikokriterien der Psychotraumatologie entspricht, sind Ärzte vor neuartige Aufgaben im Erkennen und im Umgang mit Scheidungs- und Trennungsfamilien gestellt. Der Umfang des Problems ist beträchtlich, wenn man von geschätzten zehn Prozent Kindern und Jugendlichen in der Bevölkerung ausgeht, die ihren Vater nie kennengelernt haben oder kurze Zeit nach der Trennung der Eltern für immer verlieren.
Trennungstrauma und Loyalitätskonflikt
Zur diagnostischen Einschätzung vieler seelisch bedingter Krankheitsbilder sind Kenntnisse über die Familiensituation und grobe Familienkonflikte unverzichtbar. Im Vorfeld eines Vaterverlusts erlebt man häufig Mütter von Scheidungskindern, die über deren diverse psychische und psychosomatische Symptome oder soziale Verhaltensauffälligkeiten klagen, die angeblich oder real jedes Mal im Zusammenhang mit dem Besuch des Vaters auftreten. Diese Symptomatik ist im Allgemeinen als eine normale Reaktion auf das Trennungstrauma, das Gefühlschaos und auf die Loyalitätskonflikte einzuschätzen, in die Kinder zwangsläufig bei jeder Trennung/Scheidung geraten. Nur wenn sie dauerhaft fortbesteht, ist das Aufsuchen einer fachlichen Beratung oder Therapie zu empfehlen.
Ein Alarmsignal sollte bei jedem Arzt jedoch dann aufleuchten, wenn die Mutter um eine Bescheinigung bittet, die die Aussetzung der Besuchsregelung mit dem Vater wegen der Schwierigkeiten des Kindes zum Ziel hat. Ärzte können aus vielerlei Gründen zu einem solchen Zugeständnis bereit sein, nichts ahnend, welchen Teufelskreis sie damit in Gang setzen, von Jugend-amts- und Gerichtsstreitigkeiten bis zum PAS (parental alienation syndrome). Die Entfremdung des Kindes vom Vater führt in vielen Fällen über dessen Ausgrenzung zum völligen Kontaktabbruch.
Recht auf beide Eltern
Daher sollte sich jeder Arzt zum Prinzip machen, was seit einiger Zeit im Familienrecht und im neuen Kindschaftsrecht als Regel gilt: „Jedes Kind hat das Recht auf beide Eltern.“ Da er als Vertrauensperson oft die erste und einzige Anlaufstelle für alleinerziehende Mütter darstellt, hat er die Chance, ihre Motivation für eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Vater zu stärken oder für beide rechtzeitig die richtigen Weichen zu einer fachgerechten Weiterbetreuung zu stellen.
In vielen Fällen erfährt der Arzt nichts oder nur wenig über die Trennungsumstände, entweder weil die Mutter und schon gar die Kinder ungern darüber sprechen oder weil er keine gezielten Nachfragen stellt. Dies gilt besonders für den Vaterverlust. Unabhängig davon, ob er vom Vater selbst ausging oder von der Mutter verursacht wurde, stellt die definitive Vaterentbehrung für alle Beteiligten ein starkes Tabuthema dar. Die Tatsache wird verschwiegen und verleugnet, weil sie von einer heftigen Affektmischung aus Schuldgefühlen, Scham, Demütigung, Verlassensein, Enttäuschung, Wut, Hass und Rachebedürfnissen begleitet wird.
Inzwischen ist aber die Vaterdeprivationsforschung weit genug fortgeschritten, um einen Zusammenhang zwischen seelischen und psychosomatischen Störungen, selbstverletzendem Verhalten, Beziehungsstörungen, sozialen Auffälligkeiten bis hin zur Kriminalität, zum Leistungsversagen, zu kognitiven Defiziten und psychosexuellen Identitätsproblemen von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden mit einem erlittenen Vaterverlust anzunehmen. Die protektiven Faktoren, die das Kind konstitutionell mitbringt oder die von einem stützenden Umfeld bereitgestellt werden, können die Folgen mildern, aber das persönliche Leiden nicht aufheben. Daher wäre es wichtig, dass der Arzt als oft erster Ansprechpartner und Autorität das Tabu aufbricht und bei Scheidungs- und Trennungsfamilien seinen Aufmerksamkeitsfokus stärker auf einen möglichen Vaterverlust richtet. „Wo lebt der Vater?“, „Wie ist das Umgangsrecht geregelt?“, „Wann hat das Kind den Vater zum letzten Mal gesehen?“. Solche Fragen zu stellen, gehört nicht nur zum diagnostischen Instrumentarium, sondern zur hohen ärztlichen Kunst. Nur mit genügend Wissen, Einfühlung und Verständnis kommt ein Dialog zustande, der die Barrieren abbaut, und bei Müttern, Vätern und Kindern die Bereitschaft weckt, professionelle Hilfe in einer psychosozialen Beratungsstelle oder bei einem Psychotherapeuten aufzusuchen. Diesen Weg vorbereitet zu haben, ist ein großes ärztliches Verdienst.
zZitierweise dieses Beitrags:
Dtsch Arztebl 2007; 104(22): A 1572–4
Literatur
Petri H: Das Drama der Vaterentbehrung. Herder 2006.
Anschrift des Verfassers:
Prof. Dr. med. Horst Petri,
Nervenarzt, Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychoanalytiker, Carl-Herz-Ufer 27, 10961 Berlin
- - -
Persönlich wie als Mann bin ich (wenn auch kinderlos geblieben) erleichtert, diese Darlegung erfahren zu haben.
Beste Grüsse
Jona

06.04.2011

Nachschlagewerke sind mir wichtiger als das Internet

Hallo zusammen

Ich hatte einen Tag lang kein Internet und meine Bücher sind noch nicht in Zürich. Ich stellte fest,

1) dass mir, ganz ohne Internet, besonders Nachschlagewerke fehlen würden:
- Rechtschreibung
- Georgrafische Karten, Atlanten
- Lexiken
- Nachschlagewerke für verschiedene Fachrichtungen (Psychologie, Philosophie, etc)
- Sogenannte 'Bibeln', den Typ Grundlagenwerk zu einem Thema (Coaching, Kommunikation, etc)

Heute erhielt ich einen Hinweis auf einen Link - diesen hier: http://www.impurismus.de/images/greekmyths.pdf Daran bemerkte ich,

2) dass ich, wenn nur Internet vorhanden ist aber keine Nachschlagewerke greifbar sind, ich nicht auf die Idee kommen kann, nach so etwas (Thema/Sachverhalt/Grundlage) zu suchen. Meine Wissensquelle Internet ist daher einzig so gross, wie mein eigenes Wissen Ideen generiert, nach was ich "noch" suchen könnte (für das Vertiefen oder Ergänzen von Wissen). Was ich aber nicht kann (ausser Zufällig wie heute geschehen) ist für mich "neues" Wissen strukturiert ergänzen/vertiefen.

Das kann mir nur
- ein Nachschlagewerk, in welchem ich lesend (Inhaltsverzeichnis) oder durchblätternd auf neue
  interessante Themen und Wissensquellen stossen kann
- mit Bildungsangeboten: Schulen, Kurse, Seminare inkl. Literaturhinweise

Mein Fazit:
- Internet ohne Bücherbestand ist keine ideale Kombi, um Wissen zu weiten
- Bücher sind der relevantere Wissenserhalt (Konserve), als Internet

Daher werde ich:
- dem werde ich wieder mehr Beachtung schenken und bewusst Bücher als Wissens-Grundlagewerke
  sammeln
- ich werde dem Stöbern und Blättern wieder mehr Aufmerksamkeit und Zeit widmen
- ich werde dem eigenen Buch den höheren Stellenwert als Quelle einräumen, als meinem Notebook

Erst kürzlich zog ich um. Ich habe einen 20 Jahre alten Pschyrembel/Mediz. Wörterbuch weggeworfen ... und nun bereue ich. Ich werde mir das Buch neu kaufen. 

Weiss nicht, ob das sehr banal klingt. Ich musste kleinwenig auf Grund laufen, bis ich das erkennen konnte. Als ich vor fünf Wochen meine 5-Band-Knaurs-Lexikon-Edition in Taschen packte, auch 30  Jahre alt, dachte ich noch... sollen ich die wirklich noch rumschleppen? Ich tat es, um ehrlich zu sein, weil sie mir mein Vater zum 20 schenkte. Jetzt eben denke ich ganz anders.

Es ist nämlich nicht wichtig, ob meine Lexiken in den Themen noch aktuelle Angaben angeben (zB politgeografische Verhältnisse), weil ich den aktuellen Stand im Internet finden kann. Wichtig ist, dass sie mir die Themen an sich katalogisieren.

Bestimmt, ein aktuelles Lexikon wird den aktuellsten Themenkatalog ausweisen und das ist ein Grund, ein neues zu kaufen, aber lieber einen alten Katalog als keinen mehr, da der Illusion verfallen, das bräuchte ich nicht mehr.

Herzlich
Jona Jakob

30.03.2011

Wie geht es mir nach einem Jahr mit Gewaltfreier/Wertschätzender Kommunikation? (GFK)

Weil sich eine Beobachtung bei mir verdichtet, habe ich bei einem GFK Menschen eine Rücksprache, eine späte Reflexion erbeten und dann schrieb ich folgendes:

Diese offenen Zeilen sollen zeigen, dass es wirklich zu Konflikten und argen Missverständnissen kommen kann. Und genauso sollen sie zeigen, dass dies weder von der einen oder andern Seite gewünscht oder beabsichtigt ist. Vielleicht mag einzig ein Nachgeschmack für jemanden bleiben, der die Wandlung und das Bekennen zur GFK, der gewaltfreien Kommunikation als eine "Aufoktruierung" empfinden könnte ... das kann ich verstehen und das respektiere ich und gehe die Konsequenz ein, dass man sich daher allenfalls einen Moment nicht so nahe sein kann.


Lieber anderer Mensch

Wir reden oder schreiben oder lesen aneinander vorbei.

Das geschieht nicht in einem bösen Sinn, weder von dir noch von mir.

Es brüskiert uns aber beide, wenn ich, der ich mich auf meiner Seite spüre, ein 'Stopp' einlege.

Ich 'stoppe' gar nicht gerne - stelle es aber vor den möglichen Konflikt.

Heute kam es zu diesem Konflikt.

Was passiert? Was könnte die Ursache dafür bei mir sein?


Du bist mir viel wert und ich bin es mir auch und daher will ich keinen Aufwand scheuen, für mich erkennen zu können, warum wir so ineinander geraten, anstatt wir einfühlsam im Tanz miteinander lägen. Ich habe dich gerne, das steht ausser Frage. Daher will ich nochmals und nochmals einen Weg suchen. Heute suche ich das erste Wegstück bei mir:

Hier sind die mir möglich Gedanken - ich hoffe, sie sind dir lesbar, fühlbar, annehmbar. Sonst lass es uns wieder versuchen. Gerne.

Ich bin fünf Jahre in die Gesprächsberaterausbildung, was mein Hören und Sagen stark prägt. Noch mehr aber glaube ich, verändert mich immer mehr ein Grundkurs in gewaltfreier bzw. wertschätzender Kommunikation, den ich vor einem Jahr belegte. Der sickert in seiner Einfachheit noch heute in mich rein. Er wirkt wie eine Veränderung grundlegenster Programmierungen und er tut vorallem eines ... er fühlt sich sooooo gut an.

Die Erfahrungen aus diesem Grundkurs veränderten drei Dinge:

1 - Bei mir selber:
Ich lerne jeden Tag mehr, was meine Bedürfnisse sind und wann sie von mir selber beachtet oder nicht beachtet werden, weil ich durch die GFK (gew.fr.Komm) diesen Gefühlen > Gefühl, Sprache, Ausdruck und damit Bewusstsein gebe. Ich reife also in diesen Wahrnehmungen des ganz Eigenen täglich und es muss sich in letzter Zeit viel getan haben (was es mit sich bringen "kann", dass ich nicht mehr wirklich "zurück/ins Alte" möchte). In der GFK klärt man in sich selber 4 Schritte:
Schritt 1: Was ist die Situation?
Schritt 2: Was sind meine Gefühle dabei?
Schritt 3: Welche Bedürfnisse erwachsen mir daraus?
Schritt 4: Welches ist daher meine Bitte an  Dich?
Mach ich das unterdessen mit den kleinsten Sachen sehr geläufig, werde ich meine Gefühle täglich besser kennen und immer stärker zu meinem Ich finden.


2 - GFK von andern erfahren:
Ich lernte durch den Grundkurs andere Menschen kennen, die aus einem ihnen inneliegenden Wunsch/Bedürfnis/Liebe meiner Person gegenüber oder allen Menschen gegenüber, erst fragen mögen, ob mir etwas geht (egal was, selbst nur zuhören, einen Moment Zeit haben, noch weiter machen zu mögen). Ihnen ist es eine Haltung geworden, dass es ihn selber unwohl ist und es sich für sie selber nicht stimmig, nicht achtsam anfühlt, wenn sie mich nicht erst fragen, sondern wenn sie voraus'setzen.
Sie fragen mich nicht, weil sie es so von den Eltern gelernt haben, man solle erst fragen (was einer Autoritätsgläubigkeit nahe käme), sondern weil sie gerne achtsam sein mögen, ein schönes Gefühl, sich darum bemüht zu haben, vor dem eigenen Anliegen den andern wahrzunehmen und bei ihm leise und rücksichtsvoll anzuklopfen und zu fragen: Wie geht es dir? Magst du? Geht dir das? Wie wäre es für dich?
Lieber Mensch, das ist eines der schönsten Gefühle, die es gibt, wenn ein Mensch sich dir gegenüber erst bei sich behält und erst nach dir fragt, bevor er sein Anliegen einfügt. DAS ist das NEUE, wenn man GFK annimmt und anfängt in und mit ihr zu leben.
Ich habe also Erfahrung mit Menschen, die nicht mehr anders können, als in dieser achtsamen Form mit mir im Gespräch zu sein. Ich gebe zu, das ist fast wie "angefixt" sein. Und ja, ich selber gehe darin auf wie ein Käsesoufflée, weil ich die Empathie spüre, die freie Luft zu atmen, weil ich darin erkenne, dass mich jemand ins Auge fasst, der mich sieht und nicht sich. So jemand ist auch selten einfach begeistert. Ich halte nicht mehr viel von 'begeister mir gegenüber zu sein' ... ich meine, viel Begeisterung macht irgendwie blind und verliert mich aus den Augen. Ja, lieber Mensch, ja, dem ist so - das ist es, was ich hier zeige. Es kann dir gefallen, es kann dir auch nicht zusagen. Beides ist ok, lieber Mensch.


3 - Möglich, was passieren kann, wenn wer GFK gar nicht kennt und nicht berücksichtigken kann?
 Ich habe vorhin hierfür ein Gespräch geführt, welches mir zumindest anzeig, nicht verfehlt zu liegen, ohne zu pauschalisieren: Ich merke, dass ich von einer grösseren Anzahl von Menschen deren Kommunikation nicht so gut ertrage, weil in ihrer Kommunikation dieser achtsame Anteil für mich nicht erkennbar vorhanden ist. Sie kennen ihn nicht oder vergessen es oder können noch nicht verstehen, um was es sich dabei handelt etc. Es gibt unzählige und warhlich unschuldige Gründe, warum dieser Anteil fehlen kann, so dass ich ihn vermisse. Wir (Komm'trainer) werten  solch Geschehen nicht, obwohl es ein beidseitig schmerzliches Empfinden ist. Ich hab vielleicht gedacht: Warum fragt du mich nicht? - das schmerzt .... du hast vielleicht gedacht: Was macht der aus Nix einen Elefanten? das ist so ein komplizierter Kerl. Jja, das - so scheint es mir - kommt mir mehr und mehr vor, weil unterdessen vielleicht 10% GFK kennen lernten und viel andere sie noch nicht wahrhaben (das ist kein Urteil, das ist nur ein Versuch, etwas zu zeigen, was möglich sein könnte). Last but not least legte mir der Gesprächspartner nahe, in mir bei meinen Bedürfnissen zu verbleiben, eine Form der 'Selbst'Achtsamkeit'. Und einen Weg zu suchen, mein Anliegen zu zeigen.
So kompliziert ich bin und sein mag - nach meinen Gefühlen und Bedürfnisse habe ich einzig meine Bitte:

Kannst du verstehen, dass ich deinen Wunsch, deine liebesquellsprudelnde Achtsamkeit spüren möchte, dass es dir ein Anliegen und eine Selbstverständlichkeit ist, dass du erst nach mir fragst?

Und magst du versuchen, mich mehr zu fragen?

Wie geht es dir damit?

Was ist deine Bitte?

Ich bin da.  Und du auch, lieber Mensch.

Jona Jakob