23.07.2012

Meine Thesen für Hochbegabung

Sehr geehrte Leserinnen und Leser 

Eine Unzahl von Reflexionen und Gesprächen lässt mich meinen Blick auf ein Verstehen von Hochbegabung ändern - in der Folge notiere "Thesen", die noch zu prüfen sind. Ich gehe aber davon aus, dass diese Thesen, dieser Paradigmawechsel, mich in meiner Arbeit zukünftig bestimmen werden. 

Thesen zur Hochbegabung, von Jona Jakob 

  1. Hochbegabung ist Freiheit!
  2. Für Hochbegabung als Freiheit braucht es weniger Lösungen, sondern Entwicklung.
  3. Hochbegabung ist als Begriff nicht die Speerspitze der Thematik, sondern Freiheit ist der Begriff der Speerspitze. Hochbegabung ist eine Art Zugang zu dieser Freiheit.
  4. Umgang mit Freiheit bedarf eher der Persönlichkeitsentwicklung, denn der akuten Symptombehandlung der Betroffenheit.
  5. Ungemach, der einem durch Hochbegabung entsteht, ist nicht länger mein Blick auf das Thema. Ich kann Ungemach, der einem aus einer Hochbegabung entsteht, nicht aus der Welt reden - aber ich kann mein Verstehen, diesen zu klären, darin ändern, anstelle des Problems eine Chance zu sehen.
  6. Ungemachbehandlung ist Symptombehandlung.
  7. Freiheit ist ein Verstehen. Alle Miesemacherei, welche jeder Freiheit historisch seit eh widerfuhr, beweist , dass ihr unabhängige Qualität inne ist, die niemand zu bändigen vermag, auch wenn das unendlich versucht wurde und zu Millionen von Toten geführt hat - auch eh gerne erst einmal von Intellektuellen.
  8. Hochbegabung ist eine Freiheit - und ihre Form des Bestehens ist handhabbar, als dass diese Freiheit verstanden und angenommen wird. Sie wird nicht handhabbar, wenn der Oh'jeh-Blick auf sie darauf hinaus läuft, sich in der Sache zu krümmen, sich klein zu machen oder sonst wie in eine Norm pressen zu lassen.
  9. Die Hochbegabung als Freiheit ist eine Verantwortung.
  10. Die Limite dieser Freiheit ist Menschwerdung (Individuation).


Jona Jakob, 2012, Schweiz

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