21.02.2014

"IT SUCKS!" - Warum die eigene Bedürftigkeit Partneschaften, Projekte, Arbeit und Werk versaubeuteln kann.

Am 13.1.2014 veröffentlichte ich den Basisbeitrag zum Thema Bedürftigkeit:
"YOU SUCKS!" - Warum eigene Bedürftigkeit einen verunmöglicht

Diesmal zeige ich mögliche Auswirkungen auf Zusammenarbeit

Dieser zweite Beitrag handelt von Situationen der Zusammenarbeit, in welche beteiligte Mensch reinrutschen können. Weil dabei die Wahrnehmung von jemandem langsam aber sicher verloren geht und sein 'Für'Wahr'Nehmen' ein unbewusstes Zerrbild darstellt, lohnt sich kein Tag und keine Stunde in diesem Zustand hoher Not weiter zu co-existieren bzw. zusammenzuarbeiten. 

Diesmal geht es um
- Arbeitsgemeinschaft / Wohngemeinschaft / Sharing / Familienfeste
- Projektarbeit / Zusammenarbeit / Team / Paararbeit
- Ausschreiben / Offerten / Preise / Leistungen und Gegenleistungen / Aufträge / Auftragserteilung
- Zusammenarbeit / Work-in-progress / Etappen / Zwischenresultate / Nebenresultate / Auswüchse
- Abweichungen vom Ziel / Vorschussleistungen / Schmuseeinheiten / Liebhudelei / Kindergarten
- Übermass / Überschuss / Verblendung / Selfness / Bedürfnisorientierung vs. Bedürtigkeitsorientierung
- Ende-Aus-Schluss / Leck-mich / Never-again / Ablehnung / Verletzung / Ent'Täuschung

Wenn Zusammenarbeit scheitert

Ich schreibe von Arbeiten und Leistungen, welche von mindestens zwei Menschen gemeinsam gewünscht oder erbracht werden, die dann WEGEN DER BEDÜRFTIGKEIT von mindestens einer Person der beiden scheitert. 

Was ist der Unterschied von Bedürfnis und Bedürftigkeit?
Dies führe ich einleitend im ersten Beitrag aus, den Sie hier finden:
http://begabt-sensibel.blogspot.de/2014/01/you-sucks-warum-eigene-bedurftigkeit.html

Kann ich distanziert selbstempathisch bleiben oder "hungern" meine Gefühle in einem Notzustand?


Wer ist prädestiniert, in eine solche Situation zu geraten?

- wenn beide bedürftig sind und sich eher im selben Leiden verstehen, als in der Zusammenarbeit
- wenn wer früher mal eigene Bedürtigkeitserfahrungen machen musste (neigt dazu, da bekannt)
- wenn wer eigene Bedürftigkeiten nicht erkannt hat und auf dem Auge sozusagen blind ist
- wenn wer Arbeit und/oder Partnerschaft mit Hilfe und falschem Goodwill verwechselt
- wenn sich wer täuschen lässt, egal warum
- wenn wer ersten Verlockungen unterliegt, weil er nicht hart und kritisch genug sich und den Auftrag prüft
- wenn wer Klärungen scheut oder ihnen strategisch aus dem Weg geht
- etc. 

Was wird die Wirkung / das Resultat sein? 

Kurz gesagt: 
- Wenn jemand bedürfnisorientiert arbeitet, bleibt sein Fokus beim Dienst am Kunden / Projekt. 
- Wenn jemand bedürftig an einer Sache arbeitet, sind seine Ziele und Strategien allesamt für sich selbst ausgelegt! 
Das fängt z.B. damit an,
- dass jemand eine Art Vorschussleistung anbietet [möchte aber gelobt und angenommen werden]
- dass jemand sich anbiedert [Ach, geht es dir auch so / So sehe ich das auch / Oh ja! / etc]
- dass jemand sein eigentliches Ziel aus den Augen lässt und etwas Neues "nur für dich gemacht" hat
- dass jemand dann sein Werk, was nun plötzlich für einem sein soll, gestaltet und ausbaut, wie es ihm [aber nicht mir / keine Klärung / keine Bedürfnisorientierung / gut gemeint ist nicht immer ideal] zusagt
- dass jemand viel zu viele Stunden über das Mass einsetzt [Schaffung von Solidarität -> Schuldgefühle]
- dass jemand mit Suggestivfragen nach Zusage sucht [Bist du auch der Meinung, dass ...?]
- dass jemand anfänglich weder Auftrag, Preis noch Gegenleistung klärt
- dass jemand Dinge ausführt, um die er nie gebeten wurde [um als 'Feiner' zu gelten]
- dass jemand dann verletzt reagiert, wenn man nicht länger zustimmt
- dass jemand plötzlich "SEIN Werk / SEINE 'Qualität' / SEINE Erstellweise / etc" reklamiert bzw. betont
- dass jemand weiteren Eigennutzen bei selber Fertigung unabgesprochen einbaut

... kurz: Es fehlt jeweils die Rück- und Aussprache bzw. Klärung mit dem "möglichen" Auftraggeber. Vielleicht haben Sie jemanden nie um einen Gefallen gebeten, vielleicht auch nur teilweise bejaht oder zugestimmt, aber nicht in der letztendlich vorgehaltenen Form. Solche Menschen suchen keine Klärung sondern jeder Zwischenschritt ist so 'geliefert', als dass man danken müsste, Bravo! sagen oder sonst wie Liebhudeln. Dabei haben Sie selber nichts verlangt noch erwartet. Sie geraten mehr und mehr in eine Art Falle von Schuldgefühlen und dem gefühlten Zwang, sich distanzieren zu müssen, bis hin zum brüsken STOPP / HALT / BASTA!

Da der Zurückgewiesene mit seinem Handeln, zu gefallen, nicht gefällt, fühlt er sich erneut unverstanden, ungesehen, unangenommen - seine Bedürftigkeit bestätigt sich für ihn, seine Strategien, geliebt zu werden, werden sich verstärken.


Was können Sie für sich tun?

Eine Arbeit sollte durch einen Auftrag und eine Gegenleistung geklärt, vereinbart und beauftragt werden. Daher ist auch das Zahlen eines Auftrages so wichtig (eigene Entlastung). Dann ist während dem Auftrag die zielorientierte Leistungserstellung quantitativ und qualitativ fortlaufend von beiden Seiten her zu prüfen und sicherzustellen. Klären Sie auch Geistiges Eigentum, Rechte, Form, Farben, Sounds, Varianten, Stückzahl, Termine, Vereinbarungen, Zahlung und Konditionen etc. etc. - bleiben Sie der Zusammenarbeit und dem Werk zuliebe sachlich und auftrag- wie bedürfnisbezogen. Lehnen Sie Überschwenglichkeit ab, Goodies beschönigen und charmanter Schmus soll etwas überdecken. Gute Arbeit bleibt sachlich und korrekt. 

Was können Bedürftige tun?

Sich selber fragen, warum man all das Überschwengliche leistet? Warum bettelt man nach Anerkennung? Warum mag man meine Leistung und meine "Geschenke" nicht? Warum finden Frauen solche Männer wie Kinder und beenden dann die Partnerschaft? Warum finden Männer solche Frauen wie Heulsusen, Stalkerinnen und Kletten? Wie weit ist die eigene Co-Abhängigkeit von solchen Menschen, um nicht zu hart ins Gericht gehen zu müssen?
Mit solchen Beobachtungen zum Psychiater oder Coach gehen und die Ursache für die angestaute Bedürftigkeit zusammen klären. Danach Regeln für die Selbsthygiene ausarbeiten und sich stets selber kontrollieren. Aufwand in Coachings: ca. 2 x 3 Stunden.

Das liest sich vielleicht etwas schroff, sollte mE aber nicht beschönigt werden. Liebe Bedürftige, es ist ok. Doch versucht, euch mit jemandem zu klären. Denn die 'Anderen', die würden gerne MIT euch leben und arbeiten. Doch wenn euch eure Not an Gefühlshunger verhindert, verliert ihr nicht nur euch selber, ihr verliert auch alle anderen. Daher ist es mE so viel wert, sich bei solchem 'Verdacht' bei jemandem zu zeigen, der das wahrnehmen und wertfrei prüfen kann. Es kann wunderbar sein, aus dieser Situation hinauszugelangen.

Jona Jakob, Consensus Coaching
Zürich und Frankfurt

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