24.08.2014

SPIEGEL online Artikel - unkommentiert

Head: Nein, man hat es nicht leicht als Hochbegabter. Bei Kollegen ecken sehr intelligente Menschen oft an - unter anderem, weil ihnen Smalltalk zuwider ist.

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10.08.2014

Fly Robin fly - Up up to the sky!



Es gibt seit kurzer Zeit Momente, wo ich so etwas wie einen 'neuen Freiraum' in mir verspüre. Von mir selber würde ich behaupten, gemessen an dem Zeugs im Kreis lebe ich ein konkretes Leben ausserhalb des Kreises. In den Grundzügen schon. Und klar, nicht zu selten liegt mein Handeln dann auch wieder im Kreis. Aber stellen Sie sich vor, ich flöge mit meinem 'Raumexplorer' abgelöst vom Kreis im Aussen-Raum, wo auch der Rand der Tafel oder des Bildes keine Grenze darstellt. Wörtlich fliege ich flugfähig im "All".

Und nun, wo ich diesen Freiraum neuerdings in mir spüre, diese unermessliche Dimension offenstehender Möglichkeiten, da sucht es in mir nach einer anfliegbaren Dimension. Trekkies würden vermutlich nach einer anderen Galaxie fragen, einem Raum oder auch Sektor.

Wohin bewege ich mich, wenn ich vom Kreis loskomme? Wieder in den Kreis rein, um ihn als Eizelle zu befruchten? Werde ich sub'versif? Löse ich aus? Und was?

Oder exploriere ich? Suche und finde neue Felder, Räume, Dimensionen? Was macht mein Ich und was wird aus unserem Miteinander?

Ich bin 52 und mir ist nach Aufbruch, Gestaltung einer Erbaulichkeit, Spur im Leben. Macht mich das lächerlich? Unfrei von der Idee, etwas geleistet haben zu müssen? Kann ich nicht einfach in der Tonne in der Sonne liegen? Wäre das Lassen nicht viel grösser? Muss es gross sein?

Mein ganzes Leben lang war ich ein Flucht-nach-vorne-Typ. Lieber Staub aufwirbeln, Gerüste zerschlagen, das Fass zum überlaufen bringen, damit was geht. Und vielleicht ist es dieser alte, mir nicht ganz klare Trieb, mich pro'aktiv bewegen zu wollen, wagend und ins Unbekannte schiessend, weil andere, simple ausgedrückt, nichts zu essen haben. Aufbruch und Wagnis, als Verantwortung, als Gestus gegenüber jenen, die keine Möglichkeiten geschenkt erhielten, schon gebürtig nicht? Bin ich verkappt? Schäme ich mich? Ich spüre: Nein, nicht schämen, im Gegenteil, unverschämt.

Ich werde bestimmt, auch ohne Antworten, nicht an diesen Kreis andocken, bloss weil ich nicht weiss, wohin fliegen. Es allein auszuhalten, fliegend nicht zu wissen, wohin, allein das ist ein enormes Vermögen meiner Künste - Kraft aus dem, was nicht ist, was dazwischen liegt, was die Leere macht, um Fülle zu bergen. Ich bin fähig im Nichts, siehe allein, dass ich fliege.

Und noch etwas: es ist mir schnurzegal, welches Ihre Position und Lage ist. Das ist auch so eine Sache, So kann ich, aussenraumfliegend, Ihr Trabant werden, wenn vereinbart, Ihr Begleiter. "Flügelschutz auf sechzehnhundert." Aber lassen Sie es sich gesagt sein, das ist nur meine Aufgabe, mein Brotverdienst, sonst ist es nichts und als solches ist es so sehr an den Kreis geheftet, dass es fürs Menschwerden nicht sonderlich was Verdienliches darstellt, ausser etwas Entlastung der Gemeinschaft, wenn ich für mich selber schauen vermag. Doch mit dem Gedanken ist kein neues Amerika zu entdecken. Also sitze ich da und habe zumindest dieses Schnuppern und membran zitterndes Spüren von möglichen Räumen, die ganz klar noch anzufliegen sind, auslösend und sichtbar werdend, als begegne man in der Dunkelheit einem Leuchtfisch.

Heute ist ein schöner Sonntag und irgendwas löst mich, hebt mich ab.


Jona Jakob