31.10.2014

Meine Ichs und ich - ein Erklärungsversuch

Warum sollte gerade ein Coach sein 'Zeug' nicht für sich selber anwenden? Ok, vielen mag es befremdend sein, Erlerntes oder Angeeignetes konkret ins eigene Leben zu integrieren. Daher gehen viele in Schulen, Ausbildungen und Kurse bis hin zur Zertifizierung - aber ändern, wirklich was ändern tut sich kaum (siehe Tanzschulen, höchster Level: sie zählen immer noch).

Ändern, wirklich anders sein und leben, das muss man schon wollen und auch irgendwie wagen. Und es ist nicht meine Aufgabe, Daseinsformen zu monieren, sondern meine Aufgabe ist es, selber zu tun, was mir möglich wird, also etwas anzubieten per eigenen Dasein, woran man vielleicht schnuppern mag, abschreiben oder es sich als Orientierung herbeiziehen.

Gestern notierte ich folgende Statusmeldung:

Heute habe ich erst mal darüber nachgedacht, wer ich so bin, die nächsten Jahre. Ich fand einige Ichs, aber es fehlte eben auch eines. Ich zeigte Elke die Situation und sie machte 'ne Bemerkung. Damit fand ich noch das gesuchte Ich. Nun kann es morgen ganz normal weitergehen. Danke, meine Liebe. :-) ... grossartige Tage, solche.

Darauf hin notiert mir ein lieber Freund und Kontakt:

Bin immer wieder fasziniert von deinen Zeilen. Klingt alles so fliessend und positiv. Nur.....! Verstehen tu ich meist gar nix?

Was ich gestern den ganzen Tag lang getan habe, ist mein Ich in eine Art Übersicht zu bringen, um mich selber (noch bzw. wieder) erkennen zu können:

Es gibt als Ich in der Schweiz und in Deutschland:
- den schweizer Coach
- den deutschen Coach
- die CH-Fachperson für die Themen Hochbegabung und Hochsensibilität
- die DE-Fachperson für die Themen Hochbegabung und Hochsensibilität
- den CH-Prüfungsexperten für Techn. Kaufleute + Netzwerk
- den CH-Prüfungsexperten für Marketingfachleute + Netzwerk
- den Menschen Jona für CH-Beziehungen, Freundschaften, Kontakte
- den in Bern auftretenden Jona
- den in Zürich auftretenden Jona
- den in Horgen segelnden Jona

Es gibt weiter als Ich in Frankfurt (alles noch neu und in Gestaltung):
- den Inhaber von Consensus Coaching Deutschland (Homebase)
- den in Frankfurt auftretenden Jona
... mit einem Netzwerk zu Cigarrenfreunden und Geniessern
... mit einem Netzwerk zur Segelei in Frankfurt
... mit einem Netzwerk zu div. Gesprächs- und Philosophiesalons
- den privaten Partner, Nachbar und Hundebesitzer + Freunde und Netzwerk
- den XINGer
- den LinkedIner

-> hier fehlte gestern ein Ich für die nächsten 10 Jahre - hier suchte ich ...

Es gibt noch das Ich in der Region Stockstadt/Aschaffenburg/Untermain:
- den Manager in einer KMU mit leitender und entscheidender Rolle
- den Repräsentant und marktverantwortlichen dieser KMU + reg. Netzwerk
- den Vorgesetzten

Das oben ergab eine Zeichnung über zwei Blätter A4.
Es ergab einen Klärungsbedarf über 4 Websites und 8 Blogs.
Es ergab die Informationsinhalte und Aussagen für eine Visitenkarte.
Es ergab die Antwort auf die Frage: "Was machen Sie?"

Meine Ichs und ich - Jona Jakob
Und nun zum Wesentlichen:

Obwohl geschrieben und strukturiert, so dass es sehr 'erdacht' wirkt, wie eine gedankliche Konzeption und ihre inhärente Positionierung, ist das für mich selber nicht wirklich "so".

Was unterscheide ich für mich?

Ich möchte meinen, viele würden ohne Probleme über sich selber eine solche Struktur erstellen können - was übrigens eine gute Sache ist, weil man dabei erkennt, wie viele man ist und wohin überall vernetzt und niedergelassen. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich selber mal darzustellen.

Ich aber - für jene, die das nun interessiert - FÜHLE / SPÜRE das. 

Ich weiss von mir, dass ich mit den Jahren drei Formen von 'Denken' erlernt habe, so als könnte ich Klavier und Gitarre spielen und nun noch Schlagzeug lernte:

- ich kann denkend denken und
- ich kann fühlend denken
- ich bin dabei zu lernen, von der körperlichen Zelle her zu denken (physisch) (erste Anfänge: mich hören, sehen, fühlen, schmecken, riechen)

Wenn ich nun sagen würde: "... dabei geht mir ein 'Film' vor dem inneren Auge ab", dann wäre das

- bei denkendem Denken: ein Film, Bild für Bild, geht strukturiert in mir ab

- bei fühlendem Denken: ein Nebel, Sprühfilm, Wolke, Schleier bewegt mich innerlich (flüssig und randlos) zu erdachten Gedanken

Und dieses Erfühlte brauche ich - sonst kann ich mich irgendwie nicht wahrnehmen und habe keine Antwort, wenn mich jemand fragt: "Was machen Sie?" Ich könnte nicht coachen, nicht da-sein, nicht wirken ... ich wäre völlig von den Geleisen (was ruhig ein paar Tage sein darf). Aber sonst, wenn ich wirksam bin (auch bzw. gerade als Manager), bin ich in diesem für mich fühlbaren Verstehen meines Ichs.

Was ich dann vermisste und suchte, war noch ein Ich, ein "Wie-möchte-ich-mich-über-das-hinaus-verstehen?" Das hat mit meinem Alter zu tun (52), mit meinem neuen Lebensmittelpunkt (Frankfurt), mit den möglichen nächsten 10-20 Jahren. Es ist die Zeit, wo andere vielleicht ihre Akademie gründen, ihr Institut, oder ein Buch schreiben, eine DVD veröffentlichen. Oder sie reisen, gesunden, richten es sich schön ein. Oder sind mit der Altervorsorge beschäftigt, mit Kindern und Jugendlichen oder Lasten des Lebens.

Das hat mich alles nicht angesprochen. Bewegt hat mich hingegen der Gedanken (Elkes Gedanke), Schüler zu werden, Student, Anfänger und Fragender. Das gefällt mir mehr, als jede Etablierung des Erreichten. In Frankfurt gibt es die Uni fürs 3. Lebensalter und da werde ich wohl meine Aufgaben neu finden.

So wird mein neues Ich ein Lernender. Und wenn dann jemand fragt: "Was machen Sie?" dann sage ich: "Ich coache." Ich finde, das hat so seine passende Berechtigung, egal was der andere dann denkt. Soll er mal.

Cheers - ich schlief letzte Nacht tief und fest und heute spüre ich mich geradezu stimmig und als mich,

Jona Jakob
Zürich Bern Frankfurt

P.S. Sollte es Ihnen schwer fallen, fühlend zu denken, überlegen Sie mal, ob Sie elterlich, beruflich, jobmässig etc. in einer stark hierarchischen Struktur leben (top-down) - eine solche lässt das kaum zu, wenn sie sich nicht davon emanzipieren vermögen.

P.P.S. Wenn ich Sie nun frage, ob mein gefühlt geklärtes Selbst-Verständnis eher ermöglicht, mit willentlichen Einstellungen zu arbeiten/wirken/ziele-erreichen (Matrix-Methode / Morphogenetische Felder / etc) - was glauben Sie, wird die Antworte sein? Und kann ich damit arbeiten, wenn ich mehrheitlich mit denkendem Denken ticke? Sie können gerne auch einen Meister asiatischer Künste fragen - beim Wort 'denken' reisst dem der Film :-)))