05.04.2017

"Vergessen Sie nicht!: - Wenn Sie darüber nachdenken müssen, dann muss der andere auch darüber nachdenken."

Diese Äusserung schnappte ich im Alltag auf. Ein Mitarbeiter wies seinen Vorgesetzten ausdrücklich und gut hörbar darauf hin. Es ging dabei um eine bauliche Problemlösung.

"Vergessen Sie nicht!: - Wenn Sie darüber nachdenken müssen, dann muss der andere auch darüber nachdenken."

Der Satz sass. Jedenfalls für mich. Denn in dem Satz ist eine für Hochbegabte tiefere Wahrheit versteckt, die, "so ausgesprochen vermittelt", einer lebensweisen Erfahrung gleich kommt. So, als wüsste man das als guten Ratschlag, Maxime und verbriefter Wert an "sozialer Kompetenz" - es war eine Ausdruck einer anerzogenen Konditionierung, sich "so" zu verhalten.

Der Chef solle also anhand der Selbstbeobachtung, zu lange oder zu kompliziert über einer Lösung zu grübeln im Auge behalten, dass sich dieses Verhalten in der Lösung wiederspiegle und damit der Kunde / Zuhörer / Empfänger der Botschaft selber anfange, die Sache kompliziert zu verstehen bzw. zu interpretieren. Das möge man bitte niemandem, wenn man sorgenfrei leben möchte, zumuten.

DAS ist die Aussage des Ratschlages: Man möge bitte - wenn man sorgenfrei und erfolgreich miteinander Geschäfte machen oder leben möchte - niemandem kompliziert erdachte Lösungen zumuten. 



Link zum Blog 'Normalo-Welt', wo das Thema ähnlich nochmals dargestellt wird:
http://normalowelt.blogspot.de/2012/08/losungsorientiert-vs.html


Das nenne ich Normalo-Kompetenz. Wissen, wie die ticken. Wissen, was die brauchen. Beachten, was die mögen. Oder verhindern, das Gegenteil zu erzeugen, nämlich zu nerven, in dem man sie in den meisten Fällen verunsichert, was dann ganz unterschiedlich als ablehnende Reaktion zu Tage tritt.

Es empfiehlt sich daher für Hochbegabte, dieser Weisheit Beachtung zu schenken. Denken Sie zuvor für sich, klamüsiern Sie es für sich selber aus. Aber wenn Sie es in Formen der Zusammenarbeit, Vorschläge, Lösungen, Anweisungen, Ideen und einfach zusammen leben einbringen, dann liefern Sie bitte eine Lösung, die Normalos NICHT dazu zwingt, anfangen zu müssen zu denken.

Normalos sind in der Regel weniger Lösungs-orientiert.
Vielmehr sind sie Problemlosigkeits-orientiert. 


Das klingt beim ersten Lesen unerträglich negativ und bewertend, aber ich schreibe das komplett bewertungsfrei und meine das ganz und gar nicht negativ oder irgendwie dümmlich - im Grunde genommen hat die Denken-befreite Strategie des Weiterkommens etwas Geniales, da diese den kleinsten gemeinsamen Nenner verlangt. Für begabte Menschen mag das langweilig und auch langsam oder unbedacht erscheinen. Für die Menschheit aber lässt sich dieser kleinste gemeinsame Nenner als little next step eines problemlösenden Miteinanders das naheste Miteinander und damit die beste Lösung darstellen - unterbewusst gefühlt und stark so empfunden, da man dabei komfortabel nix spürt - jedenfalls keinen Denk-Stress.

KISS - Keep it simple & stupid.

Und achtet euch mal: die weltweit erfolgreichsten Marktkonzepte basieren auf dieser Rezeptur. Verwechselt also nicht das Einfache mit dem Simplen.




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