30.09.2017

Das 'Bunte' ist kein Stigma - es ist eine alte Erfahrung und damit eine höchst wichtige Expert-Fähigkeit von uns Hochbegabten. Man muss es nur darzulegen wissen.

Ich füge diesen NZZ-Feuilleton-Beitrag hier ein, weil der Philosoph Wolfgang Welsch aktuelle Tendenzen menschlichen Verhaltens mE mehr als erschütternd präzise erklärt und sie damit gleich unhaltbar macht, schier pulverisiert. Ich meine, für die Hochbegabung ist dieser Beitrag relevant, wenn man wem gegenüber sitzt und versucht, den, sich selber und die Dinge zu verstehen.

Wolfgang Welsch - 'Das angeblich Eigene ist hochgradig fiktiv'


https://www.nzz.ch/…/das-angeblich-eigene-ist-hochgradig-fi…


Zitat aus dem lesenswerten Interview der NZZ mit Wolfgang Welsch: 

Wer nur Schwarz und Weiss kennt und von Farben nichts weiss, der kommt mit seiner simplen Optik bestens durch.

Philosoph Wolfgang Welsch
Weltvereinfachung ist so herrlich. Man hat für alles von vornherein eine Antwort und eine Erklärung. Zwar sind diese völlig illusionär. Aber wenn man es sich im Bunker der Kollektivsingulare erst einmal bequem gemacht hat, kann kaum ein empirisches Faktum die Polster der Imagination noch erschüttern. Wer nur Schwarz und Weiss kennt und von Farben oder gar Farbnuancen überhaupt nichts weiss, der kommt mit seiner simplen Optik bestens durch. Dass darüber der Reichtum und die Schönheit der Farben verloren gehen, stört den Farbverächter nicht. Er geniesst die perfekte Überschaubarkeit seiner reduzierten Welt. - Philosoph Wolfgang Welsch


Die Antworten Welschs sind nicht nur als Denke zu lesen. Seine Erläuterungen oder Darlegung sind auch dahin zu erkennen, dass enorm viele Hochbegabte, speziell die resilienzbedingten, die "Bunten" eben, die um alle Ecken denken, die Checker, die Scanner, weiblich wie männlich, dass diese in ihrer Art zu denken und Dinge in der Welt vom Problem her wie mit der Lösung DIESES BUNTE VERKÖRPERN: DIE FÄHIGKEIT, MIT MEHR ALS ZWEI AUGEN ZU SEHEN UND VIELE STANDPUNKTE IN SICH GELTEN LASSEN ZU KÖNNEN. Das kann mE nicht genug unterstrichen werden!

Wir leben das wie selbstvertändlich, und nehmen daher eine mE immens wichtige Rolle ein, die Welt nicht in Schwarz-Weiss und unhaltbaren Simplifizierungen verkommen zu lassen. 

Oft werden wir hierfür abgelehnt, gemobbt, für überheblich und abgehoben empfunden und man macht uns für diese Anstrengung Vorhaltungen. Das bedeutet aber nicht, wir hätten nicht eine weitaus wichtigere Sichtweise, ein anvangardistisches Moment, einen Seher-Standpunkt (r by JJ) oder die Position, wo wir vorne-ganz-alleine-segeln (r by JJ).

Wenn nun "transversales Denken (NZZ)" unsere Fähigkeit ist, wie sie uns darstellt, dann haben wir 
  • den Vorteil, einfach "so" zu ticken
  • was uns jeden Tag stärker darin macht
  • und uns eine Rolle zumisst
  • die eine Verantwortung darstellt
  • welche erschrecken ...
  • welche aber auch im höchsten Mass berufen und damit motivieren kann.

Bleibt bunt und lernt, das zu verhandeln. 




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