Sonntag, 26. Februar 2012

Am Ende des Bahnsteigs

Wenn ich reise, fängt das zu Hause an. Ich muss an viele Dinge denken. Die Heizung zurück drehen, den Abfall runter bringen, dreckige Wäsche mitnehmen, Dokumente einpacken, Licht aus. Vor der Türe prüfe ich mich auf Schlüssel, Ticket, Geld, Ausweise und Uhr. 
Das erste Stück gehe ich vom Haus weg, in dem ich wohne. Es ist, als laufe ich aus der Nachbarschaft raus. Das Gefühl des Entfernens macht mich leichter. Ein paar Häuser weiter zieht es mich an die Bushaltestelle. Ich sehe nicht, ob gleich ein Bus kommt. Bis an die Hauptstrasse runter ist mir die Sicht verwehrt. Manchmal fährt mir dann der Bus davon und so, wie mich das kurz säuert, denke ich auch, "egal, reise - mach langsam".
 

Für den Bus muss ich an Kleingeld gedacht haben. Die Taschen hinstellen und ein Ticket lösen. Im Bus setze ich mich ganz hinten hin, weil das für den Weg zum Bahnhof am schnellsten ist. Ich laufe die paar Meter zur S-Bahn. Die S-Bahn ist mir unangenehm. Sie versprüht in mir das Gefühl, sie halte sich für etwas Besseres: DIE S-Bahn. Sie riecht unangenehm und irgendwie ist sie wie ein Uhrwerk pünktlich. Ich brauche drei Stationen, dann bin ich in der Stadt und am Hauptbahnhof. Hauptbahnhöfe sind teils wunderbare Bauten. Besonders gefallen mir jene, welche genietete Stahldächer mit Glasscheiben haben, hohe Bögen, welche mir die Stimmung von James Bond vermitteln - immer noch.

Für mein Wesen sind Menschen an Bahnhöfen eine Herausforderung. Jeder läuft im Zielmodus, so dass man möglichst keinen anderen sieht noch wahrnimmt. Jemanden beachten ist in einem Hauptbahnhof nicht zu erwarten. Für mich ist das hektisch und von viel Rücksichtslosigkeit, die mir nicht gut tut. Damit ich mich davor etwas bewahren kann, bin ich regelmässig zu früh vor Ort. 

Es mag erstrebenswert sein, durch viel Abwechslung den eigenen Tag zu bereichern. Mein Sehnen besteht jedoch darin, mit weniger das Leben zu geniessen. Das ist heute nicht einfach, das Leben in Einfachheit zu gestalten. Das Konditionieren des Daseins ist ein riesen Geschäft, alles komplex, variantenreich und reguliert gestaltet, ich muss also dringend genau wissen, was für einen Kaffee ich bestellen möchte und was alles in mein Eingeklemmtes soll, welches sich heute 'Sub' nennt. Ich bin hierfür oft überfordert.
Um Momente der Einfachheit zu finden, so meine ich für mich, muss man diese 'entdecken'. Man muss 'Etwas' vielleicht mehrfach frequentieren, um zu merken, dass dieses Etwas seine eigenen Qualitäten hat und dass man diese, aus welchen hervortretenden Gründen, schätzen lernt.


Es schien heute die Sonne. Ich war meine dreissig Minuten zu früh. Dreissig Minuten zur früh zu sein, gibt mir das Gefühl, nächstens einen Zug zu besteigen, welcher über die Grenzen hinaus unterwegs sein wird, die Stimmung verbreitend, das Fremde beginne auf der ersten Wagenstufe.


Ohne es anfänglich zu merken, begann ich immer öfter, meine Taschen in Blickweite hinzustellen und den Bahnsteig an sein Ende hinunter zu laufen. Manchmal steht noch ein Zug und der fährt dann aufs Mal ab. Ich schaue dem rollenden Tross zu, höre seine Beschleunigung und bewundere die Bögen, welche der Zug zeichnet, wenn er in den Geleisen mit seinem Schlusslicht verschwindet. Dann ist der Bahnsteig leer und es liegt da ein Horizont.


Ich stehe am Ende meines Bahnsteigs. Dort ist kein Dach mehr, der Himmel ist unerwartet weit. Es ruht oder windet, es regnet oder es scheint mich die Sonne an. Niemand sonst da. Keine Kofferwalzen, keine Kinder, niemand raucht, kein Handy. Ich stehe auf Gleis 14 am Ende und da ist nichts. Selbst eine Lautsprecherdurchsage, welche über den einfahrenden Zug informiert, klingt verloren, als spräche die Stimme ins 'off'. 

Nächste Fassaden und Werbebotschaften sind weit weg. Züge, auch nah gelegene, fahren in die Bahnhofshalle an mir vorbei. Keine Passanten. Kein Mensch. Ich setze mich auf die Bank, die leer ist, mein Gepäck bei mir, als weilte ich ob einer Klippe, einer Landzunge, einer Bergspitze, Steg mit Aussicht. Am Enden meines Bahnsteigs habe ich freie Sicht. Alles ist weit weg, nichts drängelt, Wind kühlt, es riecht hier frischer. 

Gedanken entstehen in Bildern von Leuchtschriften, von Häusersilhouetten und dem Löwenzahn, der es nicht lassen kann. Wenn es verwegen wird, flitzt eine Maus den Geleisen entlang und ich finde wo einen Zwanziger. Am Ende meines Bahnsteigs fühle ich mich .. aufgeräumt.


In dieser Brache von Weite und Dünnem, von Entfernung und Endlichkeit, sitze ich zu früh auf meiner Bank und sonne mich, entspannend, Gedanken verlierend und irgendwie milde blickend, wenn der Schnellzug der Deutschen Bahn auf mein Gleis einfährt, rollend zum Ende, dort wo es heftig lebendig ist, in der Halle, wie beschrieben. Bei mir doch, da ganz hinten, trete ich, nach feinem Alleinsein unter Himmels Dach, Erbauung aus dem Weiten, auf dessen erste Wagenstufe.


Jona Jakob, Februar 2012

Sonntag, 5. Februar 2012

"Betroffenheit" als Resultat - Wenn Macht sich dauernd produziert.


Sehr geehrte Leserinnen und Leser

Ich erhielt in einem anderen Zusammenhang die Zitate von Foucault. Sie zielen auf einen bestimmten Blick auf das "Entstehen von Macht und dessen Wirkung" ab.

Wenn ich nicht falsch projeziere, ergeben für mich viele Beiträge zur Hochsensibilität und Hochbegabung eine Aussage wie "zurückgeworfen, abgelehnt und damit betroffen" zu sein - wovon auch immer: Rücksichtslosigkeit, Ablehnung wegen Unverständnis, Zuweisungen, Abwertungen, zu viel Lärm, Gestank, Information, Geschmack, Druck, etc. Eigentlich ein Machtmoment: Jemand macht sich breit und achtet sich nicht. Folge davon: die HB/HS-Person "leidet"  darunter.

Würde meine Beobachtung zutreffen, müsste es möglich sein, die "Machtsituation" gleich erkennen zu können und damit auch, dagegen anzugehen, so dass ich mich schützen und allenfalls auch wehren bis verteidigen kann. Sogar die Prävention ist mir denkbar.

Hier erst einmal Foucaults Zitate:

EIN PAAR ZITATE VON MICHEL FOUCAULT


Man sage nicht, die Seele sei eine Illusion oder ein ideologischer Begriff. Sie existiert, sie hat eine Wirklichkeit, sie wird ständig produziert – um den Körper, am Körper, im Körper – durch Machtausübung an jenen, die man bestraft, und in einem allgemeineren Sinne an jenen, die man überwacht, dressiert und korrigiert, an den Wahnsinnigen, den Kindern, den Schülern, den Kolonisierten, an denen, die man an einen Produktionsapparat bindet und ein Leben lang kontrolliert. [...] 


Diese wirkliche und unkörperliche Seele ist keine Substanz; sie ist das Element, in welchem sich die Wirkungen einer bestimmten Macht und der Gegenstandsbezug eines Wissens miteinander verschränken; [...]. 


Über diese Verzahnung von Machtwirklichkeit und Wissensgegenstand hat man verschiedene Begriffe und Untersuchungsbereiche konstruiert: Psyche, Subjektivität, Persönlichkeit, Bewußtsein, Gewissen usw.; man hat darauf wissenschaftliche Techniken und Diskurse erbaut; man hat darauf die moralischen Ansprüche des Humanismus gegründet. Doch täusche man sich nicht: man hat an die Stelle der Seele, der Illusion der Theologen, nicht einen wirklichen Menschen, einen Gegenstand des Wissens, der philosophischen Reflexion oder technischen Intervention, gesetzt. Der Mensch, von dem man uns spricht und zu dessen Befreiung man einlädt, ist bereits in sich das Resultat einer Unterwerfung, die viel tiefer ist als er. Eine „Seele“ wohnt in ihm und schafft ihm eine Existenz, die selber ein Stück der Herrschaft ist, welche die Macht über den Körper ausübt. Die Seele: Effekt und Instrument einer politischen Anatomie. Die Seele: Gefängnis des Körpers.
Foucault, Michel (1994): Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses . Übers. von Walter Seitter. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, S. 41f. OA: Surveiller et punir. Naissance de la prison. Paris 1975


Das Wort Subjekt hat einen zweifachen Sinn: vermittels Kontrolle und Abhängigkeit jemandem unterworfen sein und durch Bewußtsein und Selbsterkenntnis seiner eigenen Identität verhaftet sein. Beide Bedeutungen unterstellen eine Form von Macht, die einen unterwirft und zu jemandes Subjekt macht.
Foucault, Michel (1987): Das Subjekt und die Macht. Übers. von Claus Rath und Ulrich Raulff. In: Dreyfus, Hubert L.; Rabinow, Paul: Michel Foucault. Jenseits von Strukturalismus und Hermeneutik. Frankfurt a. M.: Athenäum, S. 246f.


"Die Aufklärung, welche die Freiheiten entdeckt hat, hat auch die Disziplinen erfunden." - Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses. Suhrkamp Verlag Frankfurt/Main 1994, 1. Auflage, ISBN 978-3-518-38771-9, S. 285R


"Die Macht ist nicht etwas, was man erwirbt, wegnimmt, teilt, was man bewahrt oder verliert; die Macht ist etwas, was sich von unzähligen Punkten aus und im Spiel ungleicher und beweglicher Beziehungen vollzieht." - 
Sexualität und Wahrheit. Der Wille zum Wissen. Suhrkamp Verlag Frankfurt/Main 1983, 1. Auflage, ISBN 978-3-518-28316-5, S. 94.


"Macht ist ein produktives Prinzip in der Gesellschaft. Sie bringt Wissen hervor, erschafft durch ihre Kontrolle das Individuum und ganze Institutionen und Techniken." - Überwachen und Strafen, 1975
Wenn ich mir also bewusst mache, dass Macht keine statische Bestimmung ist, sondern ein fortwährend neu entstehender und immerwährender, dynamischer Prozess, dann habe ich eine viel grössere Chance, die nächste Situation selber zu bestimmen, zu gestalten und so zu "mach(t)en", dass es sich für mich besser leben lässt - ich bin nicht mehr durch ein statisches Machtverhältnis bestimmt (jedenfall weniger).

Was will uns Foucault sagen? Er sagt: Es gibt gar keinen Raum, in welchem wir ohne Verhältnis wären. Wir stehen dauernd in Verhältnissen, ob im Aussen zu Anderen und Anderem oder im Innen, im Verhältnis zu uns selbst, als Identität und als Selbstverwirklichung (Profil).

Wenn wir IMMER im Verhältnis stehen, besteht IMMER ein Kräftezehren - man könnte es "Wettbewerb" nennen. In diesem Wirken des Wettbewerbsmomentes zwischen den Verhältnissen, egal von wem zu wem, lebt das Moment der Macht: Wer ist die/der Stärkere? Wer bestimmt den Moment? Wer weist dem anderen das unmittelbare Sein zu?

Wenn ich mir also bewusst mache, dass Macht keine statische Bestimmung ist, sondern ein fortwährend neu entstehender und immerwährender, dynamischer Prozess, dann habe ich eine viel grössere Chance, die nächste Situation selber zu bestimmen, zu gestalten und so zu "mach(t)en", dass es sich für mich besser leben lässt - ich bin nicht mehr durch ein statisches Machtverhältnis bestimmt (jedenfall weniger).

Ich finde das eine immens wichtige Erkenntnis, um sich mit seiner eigenen Situation für sich und im Bezug zu den anderen innerlich zu orientieren und zu verhalten - ich bin mit meiner HB/HS nicht unweigerlich irgendwie "Opfer", nein, ich habe Möglichkeiten der Umgestaltung.

Herzlich grüsst
Jona Jakob

Mittwoch, 1. Februar 2012

Verlinkung: Vertrauen als Ressource

Sehr geehrte Leserinnen und Leser

Mit diesem Link geraten Sie zu meinem zweiten Blog. Dort publiziere ich vermehrt Coachingthemen und Gedanken zur Persönlichkeitsentwicklung oder dem Meistern des Lebens selbst.

Diesmal geht es darum, dass Vertrauen keine Abhängigkeit sein muss sondern eine Ressource sein kann:

http://jonajakob.blogspot.com/2012/02/vertrauen-als-eigene-ressource-ein.html

Viel Lesespass und beste Grüsse

Jona Jakob

Freitag, 13. Januar 2012

Aus einer Dauer des Guten "überfordert" (zu HS)


Liebe Leserinnen, liebe Leser

In den letzten Jahren hat sich meine Situation verändert. War ich noch vor Jahren eine alerte Seele, so konnte ich das durch viel Erkenntnis, Achtsamkeit und Kleinarbeit gut verarbeiten und vieles, worauf ich früher noch reagierte, ist für mich aus der Welt. Ich 'meine', ich bin für mich richtig gut geworden - ich meine, ich hätte meine HS so weit so gut im Griff.

Es mag eine Wiederholung der Wiederholung sein, was ich nun schreibe.

Ich hatte im Dezember arbeitsame Wochen. Ich arbeitete jeweils bis Freitag und dann reiste ich abends nach Frankfurt. An den beiden Festtagewochenenden waren wir, meine Partnerin und ich, zwar easy organisiert und konnte wirklich entspannt durch die Tage und Anlässe, doch es war immer was los. Wunderbare Weihnachten. Zwischen den Jahren dann wieder in Zürich. Rückreise am Freitag. Samstag Silvester - wir waren zu einer Party im Frankfurt Sachsenhausen eingeladen. Alles easy - wie es schien.

Die wirklich lässige Party mit angenehmen Menschen war im Gange, als Elke bemerkt: "Kannst du da sein? - Wie geht es dir? Du wirkst, als wärst du nicht wirklich da."

Ich war überrascht, meinte ich doch, ich würde mich wohl fühlen und ich würde den Abend sehr geniessen. Ich antwortete: "Weiss nicht. Mir scheint alles in Ordnung - bin über dein Bedenken ganz überrascht."

Wir feierten mit den durchaus kommunikativen Gästen - im Rückblick aber muss ich erkennen: Ich riss mich bereits höflich zusammen. Es gab keine Störung oder irgend das Kleinste, was von der Party oder den Leuten ausgegangen wäre .... dennoch war ich - so muss ich es heute erkennen, längst "belastet" - da über Wochen immer etwas war oder anders gesagt: es gab in dieser Zeit keine Tage ohne Menschen und ohne Anlässe, es gab für mich keine Pausen. Meine "Empfangsbereitschaft" war dem Nullpunkt nahe und ich merkte es nicht.

Um 23.30 Uhr machten wir uns alle auf den Weg und verlegten die Gesellschaft von ca. 20 Personen in Richtung Main-Ufer, wo aufs neues Jahr angestossen werden sollte. Zuvor ich zu Elke: "Lass uns danach nicht mehr zurückkommen - ich würde nach der Böllerei gerne nach Hause." (....ich war da schon latent auf einem französischen Abgang).

Um 23.45 sind wir am Mainufer und es kracht von Feuerwerk, wie ich es noch nie erlebt habe. Wir schaffen es gerade, um 00:00 Uhr noch anzustossen und uns zu beglückwünschen, aber da geht das Getöse mit den Feuerwerkskörpern so immens los, dass man wegen des Rauchs zum Teil nur noch unter drei Metern weit sah. Viel Menschen zündeten Zeugs an, obwohl sie mitten unter Menschen standen. Floh ich wohin, wo es noch Platz hatte, war das genau jene Freifläche, auf welche die Leute ihr Feuerwerk hinwarfen - ein Minenfeld erster Güte.

Ich bekam Angst.

Ich spürte, dass ich Elke nicht wirklich mehr beschützen konnte.

Ich verlor jeden Draht zu den Gästen und Gastgebern.

Ich wusste nicht, wie lange ich diesen Rauch einatmen könnte.

Es wurde mir immer gefährlicher und riskanter.

Auf 3 Meter war nichts mehr zu sehen.

Das Risiko, an Händen oder im Gesicht verletzt zu werden, schien mir zu steigen.

Ich spürte sowas wie 'Ohnmacht', nicht zu wissen, wann Elke oder ich im Sinne des Kreilaufes nicht mehr aufrecht bleiben könnten.

-

Ich nahm sie bei der Hand und floh - so schnell und so konsequent wie möglich.

Kein Blick zurück.

Keine Verabschiedung.

Kein Bescheid an die Verbliebenen (blöd und peinlich, für einen Coach, nicht?)

Ich wollte uns nur noch heil da raus bringen und wohin, wo Ruhe war.

Ich dankte Gott, als ein freies Taxi uns auf einen anderen Stern beamte.

Ich war noch den ganzen Sonntag verstört.

... und schämte mich, mich nicht von den Gästen und den Gastgebern verabschiedet, noch sonst einen Bescheid gegeben zu haben ... (später erfuhr ich, dass Elke das längst für mich und uns getan hatte).

Aber eigentlich hatte ich versagt. Mein Auf und Davon war stärker als das soziale Moment.

-

Ja, ich war schlicht überfordert.

Aber von welcher Art war ich überfordert?

Was machte mein 'Abtreten', meinen fluchtartigen Abgang qualitativ und strukturell aus?

Es war nicht die Böllerei in der Situation als solche. Es war die schleichende Überforderung, auch mit schönen und genüsslichen Festtagen ohne Pause von einem Anlass zum anderen gelangt zu sein, dazwischen arbeitend, einkaufen, organisierend. Alles flutsche und lief ohne den kleinsten Konflikt ab ... alles insgesamt hatte mir längst meine "Präsenzenergie" aufgezehrt - als ich an den Silvesterabend ging, war ich bereits eine Hülle.

Das hatte ich nicht rechtzeitig erkannt.

Ich werde meine Lehren  daraus ziehen.

Ich danke meiner Liebsten, dass sie die notwendige Contenance behielt und uns korrekt aus dem Geschehnis brachte. Sie ist ein Engel und eben meine bessere zweite Hälfte. Danke.

Mea culpa.

Jona

P.S. Um ca. 18.30 Uhr lag ich auf dem Sofa, gegen 20.30 wollten wir an die Party. Ich hatte dort den Gedanken und auch das Gefühl: "Auch wenn heute Silvester ist, am liebsten würde ich jetzt zu Hause bleiben und abhängen" - in dem Moment hörte ich nicht auf mich und meine Bedürfnisse - ich folgte der Konvention der "Einladung". Das ist - bei solchen Folgen - immer wieder schwer abzuwägen bzw. einzuschätzen, gerade für Sensible.

Freitag, 25. November 2011

Lenkt das Kopfkarussell vom Empfinden für Selbstvertrauen ab?

Hinweis auf den Beitrag im Blog zu consensus-coaching.ch / Anmerkungen eines Coaches:

http://jonajakob.blogspot.com/2011/11/selbst-wertschatzung-als-marktwert.html

Der Beitrag gehört in die allgemeine Breite von Persönlichkeitsentwicklung. Die von mir gestellten Fragen lasse sich aber spezifisch auch für HB-HS-Erwachsene anwenden. 

Spezifisch möchte ich den Gedanken/Beobachtung ergänzen, dass ich den unten beschriebenen Wahrnehmungsverlust für die eigenen Stärken (bzw. die Zweifelsgefühle, nichts recht zu können) manchmal so meine zu erfassen, dass "ewiges Kopfkarussell" alles und jedes immer wieder in Frage stellt - und so kein Gefühl mehr für Souveränität und Gelassenheit oder Siegessicherheit mehr aufkommt.

Sonntag, 20. November 2011

ZEIT-Presseartikel: Zu schlau fürs Büro

Hallo zusammen

Im November 2011 erschien bei ZEIT-online ein Artikel zur Hochbegabung im beruflichen Umfeld. Der Beitrag entstand aus der Hand von Frau Dr. Karin Rasmussen, HB-Coach in Berlin. 

Nach Rückfrage bei ihr darf ich den Beitrag hier verlinken - da ich mir bezüglich der Rechte gegenüber der ZEIT nicht sicher bin, verlinke ich nur und hoffe, davon habe auch ZEIT-online einen Nutzen.

Bei ZEIT-online lassen sich übrigens auch ganz angenehme IQ-Tests kostenlos machen. 

Hier der Link zum Beitrag: 


Herzlich dankt und grüsst

Jona Jakob

Montag, 24. Oktober 2011

Wie stark es ist, wenn ich fühle, dass ich 'gesehen' werde.


Guten Morgen zusammen

Manchmal gibt es Worte oder Gesten von anderen Menschen, die für das eigene Tun stehen, also ein Feedback oder Kompliment oder einen Kommentar.

Manchmal berührt einem eine solche Bemerkung so sehr, dass man damit gar nicht angeben kann, weil sie einem wie eine persönliche 'Wahrheit' erscheint, wie etwas, das man in sich und für sich selber wie ein glasklares 'Ja' fühlt, als wäre man durch und durch erkannt und gefühlt und verstanden und stünde strahlend in seinen Eigenfarben.

Zeigt man dieses Geschenk dann anderen, zeigt man mehr, wie man sich selber 'ist' und für wen erlebbar sein könnte ... es mag dahinter ein grosses Bedürfnis stecken, gesehen zu werden ... aber das wurde man ja nun - und die Freude, das innere Wachsen ist schier grenzenlos. Ich sitze da und habe Wasser in meinen Augen.

Jemand bei Google+ schrieb zu diesem Bild und Zeilen von mir:



<< Ich glaube nicht, dass ich so gut formulieren könnte. Zum Glück gibt es andere wie Sie, die das können. Da kann man sich dann in Geschichten hineinlesen. Und wenn sie dann die Seele treffen, fällt es gar nicht mehr auf, dass die Formulierung von jemand anderem stammt. Es liest sich wie ein Teil vom Ich und wird Eins mit einem Selbst. Danke. >> 

James Henry Burson, 24.10.2011

Ich bin tief berührt und höchst gerührt - Danke!

Jona Jakob

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Hochbegabung und Militärdienst (Gastbeitrag)

Der folgende Beitrag stammt aus der XING Gruppe 'Hochbegabung erkennen und fördern. Der Beitrag darf mit Erlaubnis des Autors hier vorgestellt werden. Ich danke M.B. für diese Möglichkeit und wünsche den Leserinnen und Lesern einen spannenden Einblick: 


HB, Soldat und die Herausforderung
Von M. B. 


Nachdem ich nun gesehen habe, dass es einige Fragen dazu gibt, möchte ich gerne meine eigenen Erfahrungen beitragen. Mir ist klar, dass gerade im militärischen Umfeld, viele differenzierte Erfahrungen gemacht werden und je nach Persönlichkeit und Einsatz diese unterschiedlich ausfallen können.

Ich war 8 Jahre bei der Bundeswehr, habe dort als Freiwilliger angefangen bin als Hubschrauberpilot positiv getestet worden und habe die Ausbildung nicht wahrgenommen (Berufsoffizier wollte ich nicht werden)

Ich war in 3 Auslandseinsätzen (SFOR, KVM und KFOR, insgesamt über ein Jahr Auslandstage), habe dort Tod, Leid und Hass gesehen.

Bin dann als Oberfeldwebel aus dem Dienst planmäßig ausgeschieden.

Die ersten Jahre waren spannend, weil die Anforderungen keine geistigen, sondern eher körperlicher Natur sind. Das stellt uns HB's vor eine Herausforderung wie jeden anderen Menschen auch.

Der IQ wurde bei der freiwilligen Aufnahme getestet und später bei der Offziersprüfung (in der OPZ) noch einmal. Bei der Offiziersprüfung wurde aufgrund des Ergebnisses dann der Studienwunsch beurteilt. War die Diskrepanz zwischen IQ und Anforderungen für das gewünschte Studium zu hoch, wurde es abgelehnt und man musste sich eine andere Fachrichtung aussuchen.

Bei der Freiwilligen Annahmestelle wurde auch ein IQ-Test durchgeführt, der darüber entschied zu welcher Waffengattung der Bewerber zugeteilt werden kann und es sollte dadurch herausgefunden werden, wer besondere Fähigkeiten für bestimmte Waffensysteme hat bzw. spezielle Aufgaben, wie z.B. Funker.

Bei der Fliegerpsychologischen Erstuntersuchung (Eignungsprüfung für Flieger) wurde als Maßstab immer das Ergebnis der letzten 5000 Bewerber genommen. Bei jeder Untersuchung, die 3,5 Tage dauerte, werden jeweils nur 4 Bewerber getestet. In den unterschiedlichen Kategorien musste der Bewerber kontinuierlich besser als 55% der letzten 5000 Bewerber sein. War der Bewerber in einer Kategorie schlechter, war die Untersuchung für ihn beendet und er konnte auch kein zweites Mal getestet werden.

Als HB in der Armee lernt man sich und seine Umwelt ganz anders kennen, da die HB einen dort nicht behindert, aber auch nicht zwangsläufig voran bringt. Ein Miteinander basiert dort eher auf archaischen Eigenschaften, wie Stärke, Ausdauer, Mut und Gehorsam. Die Lorbeeren, die es zu ernten galt, waren entsprechend - Ehre, Zusammengehörigkeit, Vertrauen.

Als HB'ler ist man durchaus in der Lage sich unterzuordnen und zu erkennen, wann man die Klappe zu halten hat. Auch wenn Befehle (die eigentlich Aufträge sind) beim ersten Blick vielleicht unsinnig erscheinen, so sind sie bei weiterer Betrachtung dann meist im Kontext gesehen sinnvoll.

Dieses Erkennen fiel einem dann oft leichter. In der übergeordneten Struktur zu denken - was von einem Vorgesetzten grundsätzlich gefordert war - fällt mit einer HB einfacher, da komplexe Strukturen Spaß machen.

Als HB'ler in der Armee ist es nicht ratsam sich hinter der üblichen Maske zu verstecken, da gerade dort der Zusammenhalt einer Gemeinschaft "gelebt" und gefordert wird. Dabei wird sehr schnell klar, wer nicht authentisch ist und das grenzt denjenigen aus, da die Gemeinschaft (welche Größe diese dann auch immer hat) immer für die Gemeinschaft entscheidet. Diese Gruppendynamik ist in der Armee sehr ausgeprägt, da das Funktionieren einer Gruppe durchaus über das Leben der Einzelnen entscheiden kann. Heute umso mehr!

Grundsätzlich hat man als HB keine Probleme damit die Strukturen anzuerkennen, da wir erkennen können, dass ein System wie eine Armee nur funktionieren kann wenn eine Hierachie besteht und erkennen diese auch an. Anders verhält es sich natürlich mit den Entscheidungen anderer die sich auf einen auswirken, aber das ist dort wie überall so, nur das ich in der Armee (zumindest in der Bundeswehr) mehr Möglichkeiten habe gegen unmögliche Forderungen vorzugehen (Beschwerde, Soldatengesetz und Vorschriften)

Das ist zwar schon alles eine Weile her, aber ich denke grundsätzlich wird sich da nicht viel geändert haben. Ich freue mich auf Eure Fragen oder Erfahrungen. 



Gastbeitrag im Blog: von M.B.
- - -
Lieben Dank für die Möglichkeit, den Beitrag hier präsentieren zu dürfen.


Jona Jakob

Freitag, 12. August 2011

Raus müssen, um fortzukommen

Hallo. Mich beschäftigt in Bezug auf Beispiele im beruflichen wie privaten Umfeld eine Reflexion. Worum geht es?


Ausgangslage: "Ich erkenne: Ich will etwas verändern"

Man gerät als Mensch in eine Situation/Krise/Klärung/Prozess.
Man erkennt: Ich fühle, ich will bei mir etwas ändern:
- ich will aus alten Mustern und Verhaltensweisen heraus,
- ich will mein Leben nicht mehr unter den Scheffel stellen
- ich will nicht weiter abhängig oder bedürftig verbleiben
- ich will mehr Wertschätzung erfahren
- ich will mich nicht mehr klein machen lassen
- ich will nicht weiter von anderen bezweifelt/abgewertet werden
- ich will zu anderen Tageszeiten mehr Leistung liefern
- ich will abnehmen und damit anders essen oder auch Sport treiben
- ich will Zeit für mich haben

"Ich will etwas ändern, heisst: Meine Position, meinen Takt, meine Rhythmen und Orte ändern. Ich fange bildlich an, an meinen Rädern zu drehen bzw. mein Lebenshaus umzubauen, Räume, Möbel, Anschlüsse.



Nun die Beobachtung:

Ich beobachte Menschen in solchen Situationen oft in folgender Lage / Situation: 
Sie schaffen es nicht/kaum/rückfällig/kraftlos/etc. , weil sie diese Veränderung IM ALTEN SYSTEMISCHEN UMFELD versuchen zu erreichen. Was meine ich mit "altem systemischen Umfeld" (weiter ASU genannt):
- im ASU mit dem Beziehungspartner (privat/geschäftlich)
- im ASU mit der Primärgruppe: Familie/Kinder/Verwandte
- im ASU mit Kollegen, Freunde, Bekannte, Nachbarn, Verein
- im ASU des Arbeitsplatzes: Kollegen, Untter- bzw. Überstellte
- im ASU mit den eigenen Eltern: Mutter, Vater, Eltern, Erbe, Haus
- im ASU mit Alkoholikern, Abhängigen, Kranken, zu Pflegenden
- tbc
Ich glaube, ich habe die stärksten/heftigsten/bindensten aufgezählt.


Situation: Ich bin nicht ohne die anderen

Es ist mE eine Sache, als Erkenntnis zu fühlen, dass man bereit ist, etwas in seinem Leben zu ändern. Das ist ja schon mal ein ganz starker Moment und eine wunderbare Ausgangslage.
Eine andere Sache ist es mE aber, nur von sich auszugehen und dabei zu vergessen, dass wenn man etwas an seinem Lebenshaus verändern will, man damit an allen "Schnittstellen" (erkläre ich später) die Anschlüsse kappen und neu stecken muss.

Bild: Versucht euch vor dem inneren Auge vorzustellen, ihr wollt in eurem Zuhause den Esstisch weiter nach hinten stellen, damit ihr mit den Sofas näher am Fenster und an der Sonne sitzen könnt. Was alles müsst ihr hierfür
- mit verschieben?
- mit umstellen?
- als Kabel ausziehen und neue Anschlüsse finden und einstecken?
- als Deckenleuchte umhängen?
- als Teppich verschieben?
- als Bilder umhängen?
- etc.



Welche Wirkung haben die Anderen / hat das ASU auf mich?

Ich meine zu beobachten (subjektiv), dass viele Menschen ihr gewünschte Veränderung nicht oder nicht wirklich erreichen, weil sie
a) sich nicht genug konsequent damit befassen, mit der eigenen Veränderung besonders für die 
    Menschen im Umfeld "unangenehm" zu wirken, denn für die war man bisher die ideale 
    "Bank/Trottel/Hund/Opfer/Liebling/Partner/Kind/Kollege/Putzfrau/Sexobjekt/ 
     Prestigepüppchen/Businesskasper/Idiot/Schlampe/MittäterIn/Mitopfer/ Co-Abhängige/r/etc.- 
     man war für die angenehm und/oder nützlich.

b)   Sich nicht konsequent genug damit befassen meint mE:
b1) Ich habe eine Verantwortung und eine Selbstverantwortung
b2) Ich tue mir und denen nichts Gutes, wenn ich das Vertraute belasse
b3) Ich muss auch Strategien und Pläne haben, wie und was ich mit meinem ASU
       (altes systemisches Umfeld) mache: wie vorbereiten, wie einplanen,
       wie ausschliessen, wie aufgeben, wie rausstellen, wie sistieren, etc.  

WIE KANN ICH MICH ABGRENZEN? 

c) Sich konsequent damit befassen meint mE:
- Wer darf nicht mehr in meiner Nähe sein, weil der mir nicht gut tut?
- Wer muss (für eine Weile/Distanz/Raum) aus meinem systemischen Netz raus, 
  damit ich mich verändern kann/vermag?
- Wer macht mich krank? müde? unsicher? schwerfällig? klein? schuldbeladen? zweifelnd?
   minderwertig? ausgenutzt?
- Wer darf nicht mehr einfach so auf mich zugreifen? nutzen?
- Wer missbraucht meine Bedürftigkeit nach Liebe und Geborgenheit?
- Kann es klug sein, dieser Bedürftigkeit zu verfallen, wenn ich etwas ändern will?
- Kann es sein, dass ich mir eine Phase des Alleinseins zumuten muss, um mich zu stärken und mich 
 dann nach meinem Gusto neu einzubetten, in Menschen, in ein neues Umfeld, in neue Bezüge.

Aber auch:

- Wer stärkt mich? bin ich alleine stärker?
- Wer wertschätzt mich und verhandelt mit mir ein Win-Win?
- Wer liebt mich (und schätzt mich nicht nur für seine Zwecke)?
- Wer tut etwas für mich?
- Wer geht mir mir achtsam und nachfragend um?
- Täte mir eine eigene Insel gut? ein eiges Zuhause? eigene Räume?
- Bedeutet 'Schöner Wohnen' tatsächlich, den Partner aufzugeben?
- Wäre es heilend, an Weihnachten Mutter abzusagen?

Wäre es nicht gut, zum Umfeld willentlich auf Distanz zu gehen, damit man Raum und Unberührtheit fürs Eigene und Neue hat? Oder bin ich "Opfer" meiner Bedürftigkeit (negatives Konto) und so miese drauf, dass ich lieber im alten Bannkreis bleibe - UM NICHT MIT MIR ALLEINE SEIN ZU MÜSSEN?




Schluss:

Kann es sein, dass ich zu wund bin, mir wirkliche Ab'Schnitte zuzumuten (Trennung, Kündigung, Scheidung, Auszug, Hausverkauf, Ortswechsel, etc), damit ich aus der alten (Stuben)Ecke heraus käme, mich säubern und entstauben könnte, mich frisch aufstellen und präsentieren, um am neuen Platz, mit neuen Bezügen, neuem Umfeld, neuen Distanzen und Nähen, neuer Kraft und LAST BUT NOT LEAST EINEM NEUEN ERFAHREN VON WERTSCHÄTZUNG VOM UMFELD meine im Bauch fühlbare Veränderung umzusetzen bereit bin?

Herzlich fragt 
Jona Jakob



Nachtrag:

- Ich trenne mich neutral aber konsequent - will mich aber in 1-2 Jahren versöhnen
- Ich will Abstand - um mit neuer Kraft die Versöhnung zu finden
- Ich will eigenen Raum - um dich als Gast neu empfangen zu können
- Ich will mein Schiff - um dich neu beliefern zu können...
- Ich will meine Verträge - damit mir daherkommt, wen ich verantworten mag
- Ich will dich nicht - nicht weil ich dich nicht will...
- ich will dich schon - aber nicht so: Daher: Anschluss rauss, neu verlegen.

Das hat mit mir, mit dem Meinen, mit Wertschätzung und meinen Möglichkeiten zu tun - die müssen stark, gesund, fröhlich, mutig und 'unverarscht' sein. All das ist mir wichtig, richtig wichtig, damit ich dich unabhängig und ohne falschen Kitt lieben und annehmen kann. Meine gesunde Kraft weitet echte Toleranz, vertieft mein Verstehen und kräftigt meine Vorbehaltlosigkeit um annehmen zu können.

Eine Weile Trockendock hat noch keinem Schiff geschadet. Dort oder allein auf weiter See lässt sich was verändern. Im Dock das Schiff, auf See die Route. Wo aber nix passieren wird, da alle anderen an dir dran hängen, dass ist im "lieblichen" Umfeld deines alten Hafens.

Aye aye...

Dienstag, 12. Juli 2011

Per "innerem TyniURL-Programm" vom Komplexen zum Simplen

Hallo zusammen

Ich möchte eine Beobachtung aufzeigen:

Je länger ich (nun im vierten Jahr) mit meiner HB lebe, desto präziser und schneller gelange ich in meiner Arbeit zu einer Form, die ich 'Normalo-gerecht' bennnen würde (oder eben nicht mehr 'HB-like'):

Das ist das Resultat meiner beiden Websites:
- www.consensus-coaching.ch
- www.hochbegabten-coaching.ch


Meine HB beobachtend:
Obwohl die Websites vielleicht 'simpel' wirken, ... DAS war das Ziel: KISS  http://de.wikipedia.org/wiki/KISS-Prinzip

Ich betrachte dieses Erreichen als einen kleinen Sieg über mich selbst, da ich es gerne komplexer und ausgefeilter machen wollte und mir dauernd die Finger verbieten musste :-)

Komplexe Vielfalt ins Simple eines McDo-Menus runterzubrechen und nach vorne zu stellen, was Kern der Sache ist ... das war die Aufgabe.

In der alten Form benötigten die beiden Websites ca. 50 einzelne Sites. Nun sind es noch ca. 2 x 8 Sites



Die Wirkung solcher Strategien betrachtend:
Ich darf bestätigen, je länger ich meine HB kenne, desto bewusster kann ich mich in Normaloweise verhalten (damit ist keine Wertung verbunden).



Was passiert?
Ich will eben einen eMail-Gruss senden und erkläre darüber hinaus:
- bin in Zürich
- kannst mich auf dem Hand erreichen (Nr)
- besser vormittags
- oder sonst per Mail
- bin am Sa zurück

Heute schreibe ich:
- Lieber Gruss
(BASTA)


Das bedeutet:
Ich werde weiterhin kompliziert denken, zu viele Fakten einbringen wollen, mich mit vielen Zusatzinformationen VERSTÄNDLICH machen wollen. Mein Kopf wird dieses Programm weiterhin höchst dicht und komplex fahren - DOCH ich gelange immer mehr zusätzlich in eine Art Programm, wie wenn ich eine überlange Webadresse per Tyni-URL kürze: Ich gebe 45 Zeichen ein und erhalte eine funktionierenden Link mit 14 Zeichen ... oder so... :-))
(Info: http://de.wikipedia.org/wiki/Kurz-URL-Dienst )

Somit denke ich zwei Mal:
1. Durchgang: all in, viel zu komplex
2. Durchgang: Komplexität wird höchstmöglich reduziert.


Wirkung:
- falle bei Normalos nicht mehr auf
- verstehe immer besser, was die brauchen (Nähe)
- werde besser
- erfahre von Normalos Zugang und Nachfrage
- Aufträge sind da
- tbc.

Herzlich grüsst

Jona Jakob

Montag, 4. Juli 2011

Auch vom Schmerz emanzipiere ich mich.

Dies ist ein Teilbeitrag vom Montag, den 4.7.2011, den ich in der XING-Gruppe 'Bunte Smarties' veröffentlichte:

In der letzten Woche wurde ich an ganz verschiedenen Stellen in höchste Glücksgefühle und in tiefst zerschmetternden Schmerz geworfen. Ich durfte mich freuen und lieben und ich wurde verletzt und litt Schmerzen am Rande des für mich Erträglichen. 
Doch an dieser Stelle gab es eine ganz neue Beobachtung, die mir super gut gefällt :


Ich meine, dass ich Glück und Unglück nicht mehr "verbandelt" empfand, wie früher, 
sondern als zwei getrennte Stränge!!! 

Ich empfand, dass mir mein Lernen, leicht und fröhlich zu sein, eine ganz neue Möglichkeit schenkt, welche mich das eine vom andern trennen lässt, weil ich das nun 'vermag'. 


Als hätte ich 'Reserven', vermochte das Unglück meinem Glück nicht wirklich etwas anhaben und genau da packte ich das Glück vom Glück und der Schmerz ging nicht nur schneller ... nicht einzig schneller ... sondern ganz besonders VERZEIHEND (gleich, auf der Stelle verzeihend) vorbei. 

Es war, als würde ich ein erstes Mal Schmerz in einer emanzipierten Seinsweise so erleben können, als dass ich nicht von ihm mein Leben abhängig machen müsste. 

Und das, wer mich noch verstehen kann, ist ein enormes Gefühl, welches mich ganz neu atmen lässt, als fielen tausend Stricke, Fesseln und Seile von mir. Das Minus. Das Zero. Das Plus. 

Man muss sich auch vom Schmerz emanzipieren können. Fühle ich.


Herzlich grüsst
Jona Jakob

Mittwoch, 22. Juni 2011

Die Coach-Ausbildung - eine mögliche "Fall-Falle"


Liebe Leserinnen und Leser

Es ist mir als Beobachtung nicht entgangen, dass sich viele Menschen davon angetan fühlen, selber coachen zu wollen und daher auch 'Coach' werden wollen.

Neben diesem Anliegen gibt es eine Reihe angegliederter Formen solcher Bestrebungen, welche wir als Bereiche

- der Körperarbeit
- der psychosozialen Arbeit und
- der Arbeitswelt (Skills) ansiedeln können

Selbst die beliebte Ausbildung des Heilpraktizierens gehört in dieses Feld.

"Fall-Falle"

Ich beobachte dabei seit Jahren ein Geschehen, das in den meisten Fällen einen Moment lang "nach" Abschluss der Ausbildung anfällt:

Der ausgebildete Mensch, frisch gekrönt als "Coach" FÄLLT EIN  bzw. in ein "Loch". Es zeigen sich mir so Sachen wie Unsicherheit, Selbstzweifel, zögerliches Vorangehen, kaum Trittfestheit und Gewusel im  Aussen bezüglich Leistungsbezeichnung, Titel, Zielgruppe, Leistungsrahmen und last but not least den Honoraren/Preisen.

Was passiert?

I - Motivation zur Ausbildung

Die Motive, dass sich jemand für eine Coachingausbildung interessiert, liegen oft nicht einzig beim Fokus für andere Menschen. Vielmehr möchte man aus einem Bedürfnis in Sachen Selbstkenntnis und Ich-Kompetenz eine Ausbildung für Persönlichkeitsentwicklung machen, um sich selbst zu entwickeln bzw. mal im Zentrum zu stehen.


II- Das Glücksgefühl der Ausbildung

Es ist nicht unbekannt, dass eine begonnene Ausbildung vielerlei gute Gefühle aufkommen lässt und man begeistert bis euphorisch bei der Sache ist, bis hin zur freudig verkündeten Anfrage um Unterstützung von Erhebungen für Abschlussarbeiten. Man ist gut und fleissig und stolz darauf. Gerne.


III - Beendung der Ausbildung

Auf einmal ist alles fertig. Die Zusicherung, man sei nun Coach ist ausgestellt, es gibt ein letztes Hallo und danach geht jede Teilnehmerin und Teilnehmer in seine eigene "Alleingelassenheit" (sag ich mal, um zu veranschaulichen).

Danach vergehen die Wochen und es entsteht eine Distanz zur aktiven Lehrzeit, den 3-6 Monaten, wenn es dick kommt, war es ein Jahr. Tschüss, eingebundene Zeiten. Tschüss Gruppe. Ade Spiegelpartner und Feedback von Trainern.

Hallo "Ich-allein-und-nun?": 

Ich falle in die Coach-Ausbildungsfalle!



IV - Die Dreiheit der Destabilisierung im Selbstvertrauen

Jetzt kommen drei Dynamiken zusammen:
a) Meine "Allein-Sein-Verunsicherung" nimmt zu ...
b) Der Diplom- bzw. Kundenerwartungsdruck nimmt zu ...
c) Die Wirkung der Persönlichkeitsentwicklung setzt ein ...


IV1 - zu a) Meine "Allein-Sein-Verunsicherung" nimmt zu
Ich spüre mit jeder Woche mehr, dass ich 'niemanden' mehr für meine Fragen, Unsicherheiten, etc. habe, und ich aber von der ersten Sekunde Kontakt tausende von Fragen hätte, die alle  zu klären wären. In der Ausbildung noch so klar empfunden, entsteht im Alleinsein ein 'pas-de-deux' (Zweiertanz) der höchsten Verantwortung ... bloss nix falsch machen, aber wie geht das?


IV2 - zu b) Der Diplom- und Kundenerwartungsdruck nimmt zu
Jetzt hat man diese Ausbildung. Verwandte, Kunden, Mitarbeiter im eigenen Unternehmen, Vorgesetzte und Kontakte wissen: "Ah, du hast doch jetzt eine Coachingausbildung - na, dann mach mal...!" - Und bitte, mach es richtig bzw. tu mir nix Falsches mehr, ob jetzt als Verwandter, Bekannte, Kollegin oder Trainer ... verletze oder enttäusche mich nie mehr, und vielmehr, bring mich vorwärts, selbst wenn wir nur einen Café trinken. Zeig mir wo es lang geht und überzeuge mich mit deiner Schlauheit, denn DU bist der Coach. Und bestimmt: Es ist mir egal, ob du selber in Nöten bist, auch bedarfst, keinen Auftrag oder Kunden hast und ich dir nicht ausgleichend begegne sondern fordernd und erwartend.


Jetzt kommt der Punkt, wo die "Ich-falle-Falle" einsetzt:

IV3 - c) Die Wirkung der Persönlichkeitsentwicklung setzt ein 
In den 6 Monaten Ausbildung lernte ich mit Lust und Freude und einer hohen Bedürftigkeit unzählige Theorien, die ich alle für MEINE Persönlichkeitsentwicklung, für meine ICH-Kompetenz BENÖTIGTE. Benötigte als Not.

Es war herrlich und wohlig, von
- Eisbergmodell
- Transaktionsanalyse
- Empathie
- Zielentwicklung
- Zuhören
- Einfühlen
- Verstehen
- Fragetechnicken
- Programmierungen
- Sozialisierungen
- Lebenszyklen
etc. etc. zu hören, zu vernehmen, es auf sich selber zu reflektieren und sich darin - als Auszeit und Tat am Guten - zu sehen. Es war schlicht die Wonne, sich wiederzuerkennen, von anderen gespiegelt, gefeedbacked und empathisch in Ich-Botschaften dargestellt und gesehen zu werden. Endlich wer, dem man sich anvertrauen kann. Endlich ein Ort, wo man sich offen zeigen darf, wo es gewünscht ist, sich zu reflektieren, in sich reinzufühlen und hervorzuholen, was in einem seit vielen Jahren angestaut zugeschüttet unterliegt. "Auftun, öffnen, her damit .. Aahhh" - die Gruppe trägt das alles.

Aber da ist die Ausbildung auch schon fertig, alle sind weg und in meinen täglichen Handlungen erkenne ich mich wieder: klein, solo, unsicher, nicht gemittet und bedürftig.
Ich finde es zwar gut, endlich über mich selber reden und mich zeigen zu können. Ich finde es gut, meine Verletztheit und Wunden, Schwächen und Ängste eingestehen und offenlegen zu können ... doch nun liegt alles offen aber kaum etwas davon ist damit schon verarbeitet.

Das Verarbeiten setzt, frisch angefixt, eben erst ein: WUMMMMM ....PLAAATSCHHHHH .... Beine weg.

-

Was meine ich mit der "Fall-Falle"?

Ich meine oft zu beobachten, dass die Anteile, welche die Persönlichkeit eines jeden in hoher Resonanz anklingen lassen, in den allermeisten Fällen nach einem ersten Erkennen und Wahrnehmen (noch in der Ausbildung) dann erst anfangen, als Erkenntnis in mich zu sickern, mich auffordernd, mich damit zu befassen. Ich muss mich -  so 'viral' angefixt - auseinandersetzen, hinschauen und es herausarbeiten, ganz nach dem (Stupid-)Klassiker: "Schau bei dir selbst - was hat das mit dir zu tun?", ganz oft ein überfordernder Einsamkeitsschaffer aller erster Güte.

Die jahrelang verhinderte Persönlichkeitsentwicklung wird durch solche Kurzausbildungen wie ein Pickel entzündet, reif gemacht und auch aufgedrückt, damit sich sein Inhalt unschön zeigt ... - doch wenn danach keine Zeit bleibt, die offenen Wunden richtig leer zu machen, sie zu säubern und sorgsam verheilen zu lassen, bleibt was? Eine Narbe, zu oder offen nässend.

Und so kann es sein, dass jemand nach einer zu kurzen Ausbildung mit persönlichkeitsentwickelndem Anteil zwar an vielen Stellen erlöst offen dasteht, jedoch niemanden mehr findet, der nun die Heilung, Verarbeitung und Entwicklung mit einem begeht und liebevoll mitmacht, bis es gut sein kann.

Es steht dann wer da, mit seinem Coach-Titel, und fühlt sich allenfalls unsicherer als je zuvor. Wo hingegen das Umfeld meint, einen ausgebackenen Psychologen vor sich zu haben, der nie mehr eine Schwäche zu zeigen braucht. Ein Konflikt, der zum Verkriechen führen kann.

Wenn Ausbildungen zwei und mehr Jahre dauern, wird diese Krise meist durch die Ausbildung getragen. Die Gruppe ist noch da, die Trainer ebenso, man hat mehr Zeit und auch das Ausbildungssetting, an welches man immer und immer wieder vertrauensvoll gelangen darf.

Wenn wer aber in die Situation gerät, dass die frisch geöffneten Erkenntnisse ANFANGEN ZU WIRKEN, dem entsteht keine Möglichkeit, diesem auszuweichen. Der Prozess der Entwicklung, ob zum Guten oder Verunsicherten, schreitet ohne Rücksicht voran und verändert einem, ob per Krise oder Erkenntnis, ob als heilsames Gutwerden oder bleibendes Vernarben.

Man kann sich in dieser Situation nur entscheiden, ob man das Ganze mit sich selber durchsteht, diese 1-2 Jahre Prozess, oder ob man eine Möglichkeit zur Supervision prüft.

Damit: Mit dem Diplom fängt sehr oft erst etwas an, was einem selber mehr beschäftigen kann, als dass man verantwortungsvoll in der Lage wäre, für andere Menschen bereits eine Begleitung und ein Vorwärtsbringen zu bewirken, fühlbar als in sich ruhend und mit gereifter Sicherheit, Ich-Kompetenz und Sozial- oder  Methodenkompetenz.

Vielmehr kämpft man allenfalls mit zusätzlichen Nebenerscheinungen: Partnerschaftsverlust,  Jobverlust, Selbständigkeit, Scheidungsbedürfnis, Bruch mit den Eltern, Verlust von alten Kollegen, Einsamkeit, noch keine neuen Freunde, etc.

Mein Vertrauen, meine Sicherheit, meine Gelassenheit, meine Gesundsein und mein ganz eigenes OK-Sein ist MEINE Mitte. Meine Offenheit ist Offenheit als ein Bild von einer ruhenden Seele und nicht eine offene Fleischwunde.

Nach Ausbildungen - egal welche - entsteht für die allermeisten Absolventinnen und Absolventen, vom Abiturienten bis zum Fach-Meister eine Art "Vakuum" - dort hineinzufallen hat seine Tücken - aber für einen Coach geht das nicht.

Es lohnt sich mE, solches zu beobachten und allenfalls einzugestehen, nicht als Form von Bezichtigung, sondern als gut verstandenes Zeichen von Verantwortung, die man dann doch wahrhaben will.

Jona Jakob



Nachtrag:

Geben Sie nun auf keinen Fall auf. Das Löbliche an Zeit ist, dass sie verrinnt. Und noch viel löblicher ist des Menschen "Reaktualisierungstendenz" (Rogers) ... aus dem Sturmtief segeln Sie dann schon wieder raus - wohlwissend, was ihr Schiff auszuhalten vermag.

Danach ... danach ist man 'Captain' - mit oder ohne Diplom.

Warum? Weil Ihre Erprobtheit glaubwürdig geworden ist - was dem Gegenüber spirituell das Gefühl von Vertrauen verschafft.

Und eben nicht das schimäre Vertrauen, Ihnen nachzudackeln, als wäre Sie die Obermutter, nein, ich rede von echtem Vertrauen, welches Sie schaffen, in welchem nun andere Menschen ihr ganz eigenes Schiff erproben wollen, erfahrend, ob es selbsttragend und selbstverantwortend schwimmt.

Aye-aye.

Samstag, 18. Juni 2011

These: Ich vermute, ich muss HS-bedingte HSler von HB-bedingten HSlern unterscheiden

Guten Morgen zusammen

Ich möchte eine These aufstellen, von der ich meine, sie zu beobachten.

Es kann schwer werden, mich ideal zu formulieren. Ich hoffe, ihr könnt mir dabei allenfalls helfen. Danke.

These: Ich erkenne zwei Typen von "Sensiblen":

a) den durch zu viele Eindrücke belasteten Hochsensiblen,

wie er zB im Gruppentext beschrieben wird. Ihm werden Eindrücke und Wahrnehmungen zuviel. Das kann sich auf alle fünf Sinneswahrnehmungen beziehen (sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen) sowie insgesamt aufs intellektuelle Wahrnehmen und vielleicht sogar auf spirituelle Wahrnehmungen (zB Sehen).

b) Dem "gegenüber" beobachte ich den Hochsensiblen, dessen Sensibilität durch eine darunterliegende Hochbegabung entstanden, geprägt und aktiv ist.

Hier besteht vielmehr ein Radarsystem der kontrollierenden, jagenden, suchenden, hungernden Hochsensibilität, die wegen der HB-Bedürfnisse (Erfüllung, Gesehenheit, Annahme, geistige Befriedigung, Austausch, Anforderung, etc) stets wieder unruhig, drängelnd, heftig und ausstrahlend ist. Hier wühlt täglich ein Wildschweineber die Erde bis zu ihren Wurzeln auf: Highseeking, Aufgaben, viele verschiedene Themen, Schnelligkeit, Abwechslung, etc., etc.

Das wären dann zwei Formen, von denen die HB-bedingte HS eine HS-bedingte HS arg bedrängen und stressen kann.

Während der von Eindrücken überbelastete HS dankbar wäre, es gäbe weniger von allem, weniger Lärm, weniger Stress, weniger Kontamination oder Nähe und Bedrängungen und womöglich weniger Veränderung und Wechsel, etwas, dass der Normalo vermutlich als 'Schonung', 'Schutz', 'Rückzugsbedarf' deuten würde ...

... pusht der einem Jagdtier ähnlich ausgestatteten hochsensitiven HBler per kindlicher Erfahrung im frühen Verantwortung-übernehmen. Er checkt sofort alles und nennt in Sekunden und einem Satz die Missstände (Asterix-Effekt). Er denkt assoziativ und sprunghaft und wird daher nicht verstanden. Er macht sich locker 8 - 12 Argumente und Denkansätze zu einer heiklen Lage und sucht förmlich nach philosphischer Tiefe oder logisch mathematischem Grund der  Dinge, bis hin zur Auflösung.

Ich würde die beiden Typen unterscheiden als:

- HS-HS = Rückzugsverhalten

und

- HB-HS = Annektionsverhalten (vorstossen)

Damit wären für mich erklärbar:

- Rückzug vs. Platzhirsch
- Schonung vs. Schonungslos
- Weniger vs. viel-mehr
- Milde vs. Heftig
- Bewahrend vs. Tilgend
- HS als Last vs. HS als Lust
- HS als Schwäche vs. HS als Stärke
- keine Macht vs. Macht
- keine Entscheide vs. schnelle, klare Entscheide
- keine Siege vs. Siege
- Gefühlte Empfindungen vs. Intellektuell bedingtes Wahrnehmen
- tbc

Das würde mir manchen Konflikt erklären.

Hinweis: Die Beispiele oben sind wild und spontan gewählt und können falsch oder Klischees sein. Es geht mehr um  'Ver-Sinn'Bildlichungen' - danke.

In beiden Formen ist die Prägung wie ein heikles Instrument von seismographischer Ausschlagkraft aber von ganz unterschiedlicher Notwendigkeit. Bei HS eher zum Schutz, bei HB eher zur Stärkung.

Beide zum Überleben.

Ich frage:

Wie geht es euch, wenn ihr dem innerlich nachfühlt?

Besten  Gruss

Jona Jakob

Freitag, 17. Juni 2011

Fein sein

Beitrag aus der Rubrik 'Gast-Freund-Schaft': aus einem Vorstellungsposting bei XING - mit freundlicher Erlaubnis der Autorin J.R.


Hallo zusammen,

Einige Beiträge habe ich zur Hochsensibilität nun schon gelesen. Bei XING und andernorts. Und ich muss zugeben, so recht mag ich mich nicht mit der Idee eine HSP zu sein, IDENTIFIZIEREN.

Der Test, den ich gemacht habe, mag zwar "bestätigen", dass ich eine HSP bin und die "Kriterien" helfen mir im täglichen Leben nun auch, die Dinge "besser" zu verstehen und anzunehmen, auch rückwirkend - aber ich bin deswegen trotzdem noch, so wie ich bin - oder vielleicht jetzt erst recht ;-).

Aber: HSP hin oder her. Vielmehr geht es mir wohl um so ein "Prinzip" oder eine "Qualität", die sich mir durch das "hochsensibel sein" noch einmal anders offenbart.

Gestern bin ich dann über ein Zitat "gestolpert":

Der einzige Grund, weshalb irgend jemand Dich* jemals ablehnt, ist, weil er/sie* genau so sein möchte, wie Du* bist.
* = gemeint ist nach meiner Wahrnehmung nicht "ich" persönlich oder andere Menschen, sondern das SEIN an und für sich, was durch uns auf dieser Welt in Erscheinung tritt


*PENG* Da wollten sie nochmal gesehen werden, die vielen Erfahrungen von Ablehnung, weil ich ja so anders bin ;-)




Stille




Irgendwie zieht es uns letztlich alle hin zu unserer Essenz. Egal, wie es sich ausdrückt. Und wenn ich ganz in Stille bin kann ich es auch fühlen, diese ganz, ganz feine Essenz des Seins.

Alles im "Außen" erscheint mir dann, oder klingt nach als vielleicht "viel und laut". Lasse ich geschehen, dass das auch Teil meines Seins ist, dann fühle ich es nicht als etwas "Getrenntes" oder "Anderes" von mir. Ich bemerke, ich bin innen wie außen. Gleichermaßen. Zeitgleich. Ich bemerke einfaches reines feines Sein, mit allem was ist.

Fällt die Idee weg "anders zu sein", ist beFREIung einfach nur da. Freiheit von Fragen, wie "Wieso bin ich anders?", "Wie gehe ich damit um?", etc. Antworten tauchen nach und nach von selbst auf.

SEIN tritt in Erscheinung. Als Mond, Sterne, Himmel, Wolken, Sonne, Erde, Wälder, Bäume, Wiesen, Seen, Flüsse, Tiere, ... und Menschen. Es ist, was es ist. Wir sind, was wir sind. Und in diesem Raum der Dualität, in diesem Miteinander, tauchen eben auch Fragen auf, die gestellt, gehört, besprochen und beantwortet werden wollen. SEIN spielt mit sich selbst.

Wenn ich ganz in Stille bin, nehme ich (mich) diese(r) Fragen an, lasse sie los, lausche, spüre hin ... und erkenne, da ist pulsierende, lebendige Antwort. Das fühlt sich schön an, harmonisch, friedlich, rein. Auch wenn es traurig, ärgerlich oder freudig ist. Da tauchen Impulse auf, die mich bewegen und beg-LEITEN. Alles wertfrei. Intuitiv geschieht, was von "innen" heraus geschieht. Gedanken und Gefühle tauchen auf, Handlungen erfolgen.

Nichts ist getrennt von mir. Ich "brauche" also das "Anders sein", um SEIN zu können. Im Sinne von, es bringt mich nicht weiter, dagegen anzugehen. "Anders sein" ist genauso SEIN, wie alle anderen Erscheinungen, die mich ausmachen.

Nicht, weil ich danach suche oder gesucht habe, sondern weil die Erkenntnis da ist, das ich schon immer geWESEN bin.

Fein sein. "Anders sein". Eben das ist AUCH mein WESEN, mein so SEIN.




Stille




Manche Menschen erschrecken vielleicht vor sich selbst und ihrem "Anders sein". Gerade in Begegnungen mit "Anderen". Aber sind wir letztlich nicht alle irgendwie "Anders"? Ist "Anders sein" etwas Besonderes? Aus meiner Sicht nur, wenn wir es dazu machen.

Es ist schön, finde ich, wenn wir uns dieser Sensibilität zuwenden, uns darum kümmern, sie erstrahlen und lebendig sein lassen, sie in unser Leben integrieren, sie zur Entfaltung bringen, solange wir sie nicht auf einen Sockel stellen.


Der einzige Grund, weshalb irgend jemand Dich* jemals ablehnt, ist, weil er/sie* genau so sein möchte, wie Du* bist.
Ablehnung ist nach meiner Wahrnehmung eigentlich nur eine "andere" Form und Ausdrucksweise der Zuwendung zum eigenen so SEIN, wie man selbst ist. Für mein Empfinden gilt das aber nicht nur für die "ablehnende Person", sondern auch für die "erfahrende" Person. Es hilft, genauer hinzusehen, sich liebevoll anzunehmen.

In Nelson Mandela's Antrittsrede wurde es sehr schön gesagt:

Du dienst der Welt nicht, wenn Du Dich kleiner machst, nur damit Andere sich neben Dir nicht unsicher fühlen.
Hierin finde ich das sensible Wesen unserer ALLER Kompetenz, an- und miteinander zu wachsen. HSP haben meiner Wahrnehmung nach "nur" einen feineren Zugang dazu.

Je sicherer ich mir meiner Selbst im "anders sein" bin, desto sicherer geschieht Offenheit, Akzeptanz und Annahme auch durch "Andere".

Dazu muss ich mich nicht mit der Idee eine HSP zu sein identifizieren. Es genügt, sich auch auf die unterschiedlichen Qualitäten von Hochsensibilität einzulassen, um sich seiner SELBST sicherer zu sein.

Bitte nicht mißverstehen: ich bin DANKBAR, den Aspekt der Hochsensibilität entdeckt zu haben. Es ist wie ein weiteres Tor zu erweitertem, BEWUSSTEM Dasein.


Wie immer gespannt, wohin die Reise geht, wünsche ich allerseits


Abendliche Grüße

Jen Richter 



Ich danke Jen Richter für das Geschenk, ihre - für mich erschliessenden - Gedanken der Leserschaft zur Verfügung zu stellen. Lieben Dank, Jen.


Jona Jakob

Montag, 30. Mai 2011

Was kann zerbrechen?

In Xing wurde gefragt: Was kann zerbrechen?

Im Verlauf des Threads kaum der Hinweis auf, was denn nicht zerbrechen könnte? ... was denn an Schönem bleiben kann? ... was wäre nicht zerstörbar?

Dies meine Antwort:

Manchmal lasse ich Menschen nicht ganz an mich heran. Irgendwie gibt es immer einen Kern, den ich entweder nicht hergebe oder nur wie einzelne Schubladen ab und an. Man erhält dann einen Einblick in eine der Schubladen, weiss aber nie, wieviele es davon noch gäbe und was alles dort drin wäre.

Je älter ich werde, desto leichter fällt es mir, Schubladen mit Schwächen aufzutun und diese transparent zu machen. Das ist Selbstarbeit, Verzeihen, Redlichkeit, Lösung etc. Es hat irgendwie was Gutes, diese unschönen Schubladen zu öffnen.

Aber in mir fühle ich eine regelrechte Angst, die schönen, unvergesslichen, nie wiederholbaren, tränenden, gerührten, zarten und von Liebe umspülten Momente zu zeigen, allein aus der Befürchtung, sie könnten nicht verstanden, nicht gesehen, nicht nachgefühlt werden. Es sind mir Schätze, Seifenblasen gleich, die ich nichts aussetzen möchte, damit sie nicht zerplatzen. Da gibt es Blicke, Düfte, Worte, Momente, Handbewegungen, Briefe, Geschenke, Blüten, Kettchen, Bilder, Küsse, Locken, Klänge, Stoffe, Schweigen, Lippen, Handschriften, Perlen, Federn, Zeilen, Orte, Geschmäcker, Melodien, Hände, Crèmes, Schächtelchen, Wäsche, Wege. Es gibt dort sowas wie kleine Welten alter Autos, oder Reisen, Fahrten, Begegnungen, Orte, Düfte und Musikbänder. Es gibt die Welt meines liebenden Vaters. Es gibt das unsteuerbare Herzpochen zweier Antlitze. Es gibt dort auch Ehre, Stolz, Mut, Kraft, Lachen. Und es gibt in all dem, diesem mir unendlichen Schubladenstock, diesem Verkaufskorpus für Knöpfe und Quasten, ... in all dem gibt es in mir jenes Gefühl, dass es Liebe gibt.

Jetzt könnte man mich brechen oder zerreissen, verglühen oder verdampfen. Das wird diesem ganz Eigenen nichts anhaben. 

Herzlich grüsst
Jona Jakob

Mittwoch, 18. Mai 2011

Notdurft des Intellekts - Oder was Baader und Zuckerberg gemeinsam haben...

Ich sah innert zwei Tagen die beiden Filme "Der Baader Meinhof Komplex" und "The Social Network".

Der erste Film zeigt die treibenden Figuren Andreas Baader und Gudrun Ensslin (Ulirke Meinhof ist mehr eine Bedenkende, die mitgelaufen ist), im zweiten Film ist es die Figur Mark Zuckerberg, der die Internetplattform Facebook erfand.

Alle: hoch intelligent, Schnelldenker, Treiber und von einem umher kotzenden Zynismus getrieben, als Absage an bürgerlichen Mief, Verkrustung, Unrecht, ans Dumme und Dumpfe sowie später von Zuckerberg eher die Formel, wenn schon abheben und ficken, dann richtig ficken (von 1 Million auf "'ne" Milliarde).

Subversives ist in beidem - nämlich die schiere Lust, das ganze grosse System auszuhebeln, keinen Wert anerkennend, da es bei genauem Denken keinen gibt, da nicht haltbar.

Die Demaskierung des Statischen, des Etablierten und des Dogmatischen.

Der Bruch.

Geistig durch(b)rennen, ohne eine Schranke zu kennen. Als Spiel, Als Herausforderung. Als Müssen.

Notdurft des Intellekts.

- - -

Persönliche Betroffenheit, die ich im Film Social Network empfand:

Zuckerberg vermag auch dann nicht zu feiern, also leicht und fröhlich zu sein, wenn es bestimmt mal erlaubt wäre. Er bleibt von all dem wie unberührt.Diese Form staunenden Schulterzuckens ist mir selber nicht unbekannt. Gerade, wenn mein Wirken und mein Werk wo den Durchbruch schaffte, werde ich mausestill und gönn mir gerade mal ne bestellte Pizza.

- - -

Und es bleibt der Nachgeschmack und das mE nicht Unerhebliche im Gedanken der Äusserung der Anwalts-Assistentin, die Zuckerberg spät und unter vier Augen nachsagt:

"Mark, Sie sind kein Arschloch. Sie geben sich aber mächtig Mühe, eins zu sein."

Das hätte Baader bestimmt mit Lachen für sich auch gelten lassen.

Wer vielleicht nicht?

Jona Jakob

Montag, 25. April 2011

Wie kann ich zeitnah mit jemandem reden? Angaben hier.


Neu: Zeitnah reden können -
Sofort jemanden haben, der da ist
.

Das Gespräch
Das Gespräch ist  ein Angebot für die Situation in welcher Sie Gesprächsbedarf haben aber nicht wirklich ein 'Ziel', wie bei einem Coaching. Es geht darum, dass Sie Ihre Anliegen zeitnah anvertrauen und klären können. Sie sollen gehört, gesehen, verstanden werden. Damit schaffen Sie sich Beruhigung, Klarheit und Stärkung.
Zentraler Prozess von Gesprächen ist es, einen Kontakt zu haben, mit dem man  innere Regungen, Gefühle und Bedürfnisse besprechen kann, wie z.B. Lebensthemen, Tageskrisen, Arbeitskonflikte, "Wie-sag-ich-das-bloss?", Kontaktleere, Wochenendkoller, Gefühle oder kreisende Gedanken bzw. Orientierungslosigkeit (auch bei Hochsensibilität und/oder Hochbegabung).
Sie suchen Stärkung, Bestätigung, Sicherheit, Abgleich, Zuspruch oder ein kurzes Feedback …
Wäre es schön, gehört und verstanden zu werden?
Rufen Sie mich an, vereinbaren Sie sich Ihre Zeit. 

Wie funktioniert es?

Ort: In der Coachingpraxis oder per  Skype.
Termine: Melden Sie sich
- per Telefon +41 76 530 33 71
- per eMail: j.jakob@consensus-coaching.ch 
Zahlung: Bar oder per Überweisung.

Preise in der Coachingpraxis Schweiz
Frauen                                                       SFR     60.-- / h
Männer                                                      SFR     60.-- / h
Jugendliche, Ü 18                        pro Gespräch       50.--
Bei Mittellosigkeig                       pro Gespräch       50.--
. Ausgesteuert
. Nicht für Bezüger von ALV
. Status Sozialamt


Skype: jona_jakob
Für Euro-Länder und die Schweiz: Gespräche per Skype!
Schweiz                                               SFR         50.-- / h
Euro-Länder                                         Euro       40.-- / h
Überweisung auf ein Konto der Volksbank in Deutschland.


Konditionen:
Ein 'Gespräch' ist kein Coaching und keine Therapie!
Terminvereinbarung mit Terminabsage kosten: Fr. 30.-- / Euro 20.--


Hinweis: Wenn Sie Ziele und deren Lösungswege besprechen möchten, ist das ein Coaching und wirdbezüglich Auftrag und Honorar entsprechend neu vereinbart und anders angelegt.

Sich melden und das Anliegen abklären bleibt weiterhin kostenlos. 



Beste Grüsse - Herzlich willkommen.Jona Jakob