21.05.2019

Entscheidungen treffen bei Gedankenkarussell - oder: Fahren, auch wenn ein Lämplein aufleuchtet.

Sie kennen das: Sie setzen sich in ihr Fahrzeug und während Sie fahren fällt Ihnen auf, dass bei den Amaturenanzeigen ein Lämpchen leuchtet - ein Hinweis.Nun beginnt das Dilemma einen Entscheid zu treffen:

a) Soll ich noch bis an mein Ziel fahren?
b) Oder soll ich besser anhalten?

Den meisten begabten und sensiblen Menschen entsteht dieses Dilemma bei vielen ihrer Entscheidungen die pro Tag zu treffen sind. Kein leichtes Problem, besonders gefühlt nicht.

Wie kann man da rauskommen?


In dem man pragmatisch "es einfach tut", als würde man einen Lichtschalter betätigen: Klick - basta.


Story-Telling / Beispiel: 


Es gab vor vielen Jahren im Fernsehen eine Folge der Serie 'Raumschiff Enterprise'. Die Führungsmannschaft mit Captain Kirk, Kommander Spock, Arzt Pille etc. war mit einem Shuttle-Raumschiff von der Enterprise entfernt auf einem Planeten. Das Problem war:
  • Der Shuttle-Transporter hatte zu wenig Energie, um aus dem Kreislauf zu gelangen
  • Das Team musste zurück zur Enterprise
  • Die Anziehungskraft des Planeten ließ das Shuttle nicht aus der Umlaufbahn

Ein nettes Dilemma. Wie entschied man?: 
  • Man startete mit der Restenergie (hier durchbrach man den Kreislauf - bei voller Unklarheit)

Was geschah?
  • Auf einmal brannte das Shuttle, die Mannschaft schien zu ersticken bzw. zu sterben
  • Das Shuttle wurde von der Enterprise gerettet
  • Die Mannschaft kam erst an Bord der Enterprise wieder zusammen

Dialog: 
  • Kirk: "Wie konnte es zu dem gravierenden Brand kommen?"
  • Spock: "Ich habe das Shuttle in Brand gesteckt. ... - ...-"
  • Alle sind entsetzt: Wie konnte er? Ausgerechnet Spock?
  • Kirk: "Kommander Spock: Wir hätten alle sterben können!"
  • Spock: "Ja, ich weiß. Doch es war unsere einzige Chance zur Enterprise zu gelangen. Durch das Verbrennen des Raumschiffes verlor es an Materie, es wurde leichter - die Restenergie der Antriebskraft konnte so endlich aus der Gefangenschaft der Anziehungskraft ausbrechen. Die Enterprise konnte uns knapp aber rechtzeitig reinholen. "
  • Kirk: "Aber das ist völlig unlogisch - und Sie handeln immer nur logisch. Wie nun?"
  • Spock: "Sie haben Recht. Ich dachte alles logisch durch. Es gab keine logische Lösung. Und wenn es keine logische Lösung gibt, muss ich eine unlogische Lösung wählen - [und nun kommt es:] was mir wiederum logisch schien."
  • Allgemeines Augenrollen

Zurück in unseren Alltag - Was ist die Situation? Wie kommt man raus?




Die Begabten, welche über Entscheidungsprobleme klagen und stets getrieben sind, alles und jedes zu hinterfragen, die haben die bekannte Situation: Man fährt in einem Auto - ein Lämplein leuchtet auf. Man weiß nicht, was tun. Man wälzt erste Pro- gegen Contra-Gedanken und diese Spirale nimmt zu. Sie vertieft sich auch dann, wenn man längst von Fachleuten Bescheid erhalten hat, "das macht nichts, das ist bloß ein Hinweis auf den nächsten Service Ihres Wagens, melden Sie sich in 1-2 Wochen an, das reicht noch." Weiterhin wissen Sie nicht, wie Sie sich entscheiden sollen. 


Warum ist das so?

Hochbegabte haben im Verlauf ihres Lebens die meisten Fragen selber beantworten müssen, nicht zu selten von früh auf, also als Kind schon. Sie sind zwar "reiche" Denker, Checker und AnalystInnen, doch genau das hilft nicht selten weniger, als jemand, der einfach macht. 


Worauf kann man sich bei einem "blinden / unlogischen / Spockschen / pragmatischen Entscheid' verlassen?

Achten Sie sich einmal: 99% Ihrer Entscheide haben Sie richtig entschieden. Ihre Bilanz, falsch entschieden zu haben steht im Normalfall bei 99 zu 1, im schlimmsten Fall bei 90 zu 10. Und gut, es mag quantitative und qualitative Entscheide und Konsequenzen geben - dennoch: Der Mensch tut meistens das Richtige. Und wenn er falsch entschieden hat, lassen sich die meisten Entscheide frühzeitig erkennen und korrigieren. Selbst das Enterprise-Team wurde gerettet. Es ist lakonisch zu verstehen, wenn bei Twitter immer wieder geschrieben wird: "WIR WERDEN ALLE STERBEN. ALLE!" Nein - niemand wird sterben, das ist bloß genüssliches Drama mit einer Note Humor. 

Fazit: Sie können sich in den allermeisten Fällen auf die Richtigkeit Ihrer Entscheidungen verlassen. Auch wenn es sich nicht so anfühlt (da in Ihnen noch das Lämplein leuchtet). Ja. 

Was Sie bedenken sollten, wenn Sie es auf die Spitze treiben


Selbst die Management- und Führungsliteratur aller Universitäten weiß, dass es besser ist, falsch zu entscheiden, als nicht zu entscheiden!

Abgesehen davon, dass Sie Lebenszeit verlieren und Chancen verpassen, belasten Sie Ihre Verhältnisse zu Ihren Normalo-Kontakten: 
  • Ihr Normalokontakt auf der Grafik ist der Reiseanbieter.
  • Sein Geschäft ist: ein Angebot machen, Vertrag binden, Reise verkaufen. - Basta.
  • Er wird um ein Angebot angefragt - er stellt eines aus. - Basta.
  • Es ist ok, wenn einmal rückgefragt wird. Sogar zweimal verträgt es. 
  • Doch spätestens bei Ihrer dritten Wenn-und-Aber-Rückfrage wendet sich der Normalo ab
  • Sie sind für den Normalo "nicht clever", sonder bloß anstrengend
  • Im unglücklichsten Fall zieht ein Anbieter sein Angebot zurück, weil er Sie als Kunde nicht haben möchte. Sie stellen ein Risiko dar, nach allen Wenn-und Aber später noch zu reklamieren. Dann besser auf den Auftrag verzichten - für den Normalo auch ein Erfolg, den möglichen "Schaden" abgewendet zu haben. 
  • Nur Sie, sie zahlen Ihr Hin-und-Her damit, dass Sie nun nichts in den Händen haben. 

Kleiner Trick: 
  • Das aufleuchtende Lämplein leuchtet nur in Ihnen
  • Nehmen Sie den Blick von sich weg
  • Schauen Sie nach dem (Normalo)-Partner, der GETROST seines Amtes waltet / handelt
  • Schauen Sie, wie sich das Gute dort immer und immer wieder bestätigt
  • Und wie sein Geschäft floriert, währen Sie noch keines gegründet haben
  • Verlassen Sie sich auf Ihre Fähigkeit, Verlässlichkeit ausmachen und erkennen zu können. 
  • Und dann gehen Sie (bei innerlich leuchtendem Lämpchen) aus der Verhinderungspirale raus.
  • Wenden Sie vor allem das Unglück ab, welches Ihnen entstehen kann, wenn Sie nicht entscheiden. 


Notfalls: 
  • Erstellen Sie sonst eine Entscheidungstabelle
  • Nutzwerttabelle
  • Entscheidungsmatrix (alles bei Wikipedia findbar oder in BWL-Büchern)


Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Jona Jakob, Aschaffenburg
hochbegabtencoach.de
hochbegabtencoach.ch

19.05.2019

Hochbegabte und Beziehungspartner finden ..


Ob die Vielfälltigkeit einer HB oder das Feingefühl der Hochsensibilität ... es bedarf a) der Anknüpfpunkte, b) einer Anzahl gleicher Interessen und Erfahrungen und c) einer Mehrzahl an differenzierbaren Feinheiten. Für die hier krude überzeichnete Kombination eignet es sich wenig. Doch dafür entsteht ab und zu der Zauber, dass sich wer für einen 220V-Stecker hält und dann in der Begegnung mit dem 40-Pol-Stecker feststellt, selber zu passen. Im Wesen von HB und HS lässt es sich am leichtesten erkennen, von selber oder ähnlicher Prägung zu sein. Magic.

18.05.2019

Tages- und Zeitstruktur zwischen Hochbegabten und Normalos


Ein möglicher Ansatz, um Normalo'Welt von seiner Gesetzmässigkeit her kennen zu lernen, ist das Studium der Volkswirtschaft: es geht um das "Steuern und Lenken von Massen" bei höchstmöglicher wirtschaftlicher Effizienz. Eine vielbeliebte Technik dabei nennt sich "Kybernetik". Ein Fazit bildet sich ganz von alleine raus: Wir können nicht jeden machen lassen, was er gerade will!

Daher: die Mehrheit geht simplen und allgemein gültigen Strukturen nach. Das sichert die Existenz, das beschert Sicherheit fürs Leben und allgemeine Annahme bzw. Akzeptanz als Schaf unter Schafen. Es bleibt dann eine Frage der inneren Orientierung, ob ich das Mass der Dinge als eine Zumutung empfinde, oder ob ich das gerne 'einfach' bediene.

17.05.2019

Hochbegabung und Coches bzw. Therapeuten - oder: Die meisten AkademikerInnen sind Normalos.


Normalowelt
Es ist sozusagen "gegeben", dass wer PsychotherapeutIn, LehrerIn, Coach wurde, dies im Regelfall der Normalverteilung als Normalo, also als Mensch der grossen Masse geworden ist. Damit ich meinen Gedanken veranschaulichen kann, fahre ich mein Beispiel am Beruf des Therapeuten weiter. Ein Normalo-Therapeut hat ein Normalo-Welt- und Menschenbild, eine Normalo-Sozialisation, ein Normalo-Wertebild/-raster. Er oder sie planen, entscheiden, handeln und kontrollieren nach dem "Gewohnten" eines Normalo-Heranwachsens, bis hin zur reifen Persönlichkeit, die weiter eine Normalo-Persönlichkeit bleibt, normalo-fühlt und normalo-denkt, auch die ganze entwickelte Intuition ist eine Normalo-Intuition. 

Angenommen, ein Normalo'Mensch kommt zur Therapie, weil dieser Mensch etwas Grausames als Trauma erlebte (Krieg, Vergewaltigung, Horror, Panik, Unfall, Flugzeugabsturz, Kindesverlust, etc. etc), so kann ein Normalo'Therapeut hier seinen fachlichen Dienst verrichten, denn VOR dem Trauma des Klienten lebte dieser Mensch in den Normen der Normalo'Welt und auch in seinem Trauma orientiert er/sie sich an den Normen der Normalo'Welt, so auch die begleitende Person bzw. der Therapeut. 

Wesenszug Hochbegabung
Kein Normalo'Therpeut kann einen Menschen mit deutlicher Hochbegabung WIRKLICH UND GANZ erfassen. Das bedeutet übersetzt: nicht genügend einfühlen (unzureichende Empathie), da das Verstehen für einen Normalo'Therpeuten nicht genügend möglich ist - man kann mit einem 10er-Schraubenschlüssel keine 13er-Mutterschraube fassen! 

Es ist nicht so, dass der Normalo'Therapeut zu dumm, zu minder oder sonst negativ bewertet ist - nein, das ist nicht so gemeint oder ausgelegt. Der Normalo'Therapeut ist vollauf ok und leistet im Umfang seiner Möglichkeiten vielleicht beste Arbeit. Doch sind die meisten Hochbegabten seit Geburt um Normen grösser oder es entwickeln sich diese Normen von da an, was bedeutet, dass ein z.B. 30-jähriger Mensch über 30 JAHRE mehr gedacht, mehr gefühlt, mehr reflektiert, mehr gefragt, mehr beantwortet, mehr sinnlich wahrgenommen und geleistet hat. Dieses MEHR kann in seiner oft unerkannten Form (Sehnsucht, verstanden zu werden) nur von jemandem empathisch ganz angenommen werden, der von selbem Format lebt und leben muss. 

Nachtrag von JJ: Habe ich Klientel mit IQ über 150, kann es sein, dass mein Format wieder nicht mehr reicht, mich in die Welt und die Anliegen dieser Klienten einzufühlen - wir reden und arbeiten dann erneut aneinander vorbei, was sofort spürbar wird. Das bedeute: Abbruch und neuen Coach für Höchstbegabte suchen.

Jona Jakob, Zürich

16.05.2019

Die Situation des Professors, Studiengang für Studiengang ... es nervt.


Wesenszug Hochbegabung: 
Solche Doktoranden zeichnen sich dadurch aus, dass sie am liebsten das Denken neu erfinden würden. Es "MUSS" 
- ein anderer Ansatz her
- es sind VISIONEN zu bilden
- das System ist falsch und 
- Bewertungsraster müssen neu geeicht werden
- Zudem ist noch X, Y und Z zu bedenken 
- eigentlich ist die vorgegebene Seitenzahl für die Doktor- oder Diplomarbeit viel zu gering. 

Die Dissertation oder Diplomarbeit muss der grosse Wurf werden, schliesslich ist man seit drei Semester überfällig. 

Normalo'Welt: 
Der Professor muss längst kaum noch lehren. Er muss fürs Institut oder den Lehrstuhl Geld beschaffen (Found rising), er muss Partner für Forschungsaufträge finden, er muss Forschungsideen verkaufen, und er muss folgende Doktorarbeiten allesamt bewerten: 
- Student Müller
- Student Eichinger
- Studentin Gromm
- Studentin Geisler
- Student Wille
- Student Mühlemann
- Student Röhrl
- ... und noch ca. 20 mehr, dann noch Gegenlesen, Prüfungsgremium, Rekurse, Doktorfeier, etc. Eigentlich ist er ein Werksarbeiter am Fliessband, Jahr für Jahr. Und nichts in der Welt nervt ihn so, wie Arbeiten, die nicht in der Denk-Norm, der Bewertungs-Norm, der Verfassungs-Norm, der Abgabezeit-Norm oder sonst wie nicht in der Norm sind, denn die machen ihm das Leben schwer, dem armen Kerl. Daher, lieber hochbegabter Doktorand, geschätzte hochbegabte Diplomandin, es ist nicht, dass sie missachtet werden, es ist vielmehr so, dass sie nerven, .. und wie! (Ist sarkastisch zu verstehen). 

Jona Jakob

15.05.2019

Denkendes Denken und fühlendes Denken.


Als Hochbegabter 'verstehe' ich sofort, was mir mein Gegenüber 'präzisiert und erforscht' mitteilen möchte. Doch das Ohr und Erfassungsvermögen des Normalos kann / vermag mit solchen Worten (auch schriftlich) nichts anfangen, weil das nicht in dessen Denken PASST. - Im schlimmsten Fall übersetzt der Normalo solche Aussagen nicht, sondern empfindet / fühlt / spürt nur sein Unbehagen, was die erhaltene Botschaft betrifft. Obwohl er nun genau das spürt, was der Begabte sagen möchte, distanziert er sich womöglich vom Gegenüber. Zurück bleibt ein un'gehörter, un'verstandener und auch empathisch un'gefühlter Begabter, der (in seinem schlimmsten Fall) womöglich dann wiederum anfängt, über den missglückten Versuch nachzu'denken. Und es ist mE möglich, vor lauter Denken wohin zu gelangen, wo man nichts mehr spürt.

14.05.2019

Sontagsidyll


Sie möchte Ihrem Vater sagen, dass Sie in der The New York Times einen Druckfehler fand.

Jona Jakob, 2012

13.05.2019

Einfach denken



Jaaa, die Frage hat keine Hintergründigkeit und Neeeiiin, sie soll nicht neu interpretiert werden. Basta. Lernen Sie, dass die Aufgabenstellung so simpel ist, wie sie da steht. Nothing else. Please! Ist mir egal, was Sie denken.

Jona Jakob

12.05.2019

Hochbegabte sind lösungsorientiert - Normalos sind problemlosigkeitsorientiert.


No comment.

Vielleicht: Wer seine Problemlosigkeitsorientierung hartnäckig schult, wird enorme Schritte machen. Da so ein Entscheidungsträger eine grosse Verantwortung  buckelt, legen Sie Ihre ganze Kompetenz ins "Ihm leicht machen". Sie werden sehen, es flutscht wie blöde. Wollen Sie doch etwas Profil zeigen, dann geben sie der KISS-Lösung (keep it simple & stupid) eine (sprich: 1) Zusatzlösung dazu, oder besser nur 50% von dieser. Damit kann sich dann der Entscheidungsträger als "innovativ" brüsten oder als "nachhaltig".

Aber nehmen Sie von allen möglichen Lösungen nur die einfachste und sie darf die eigentliche Lösung nicht belasten. Es muss sozusagen "by-the-way" machbar sein - Auf JEDEN FALL stellen Sie bei der Zusatzlösung sicher, dass man ohne jeden Aufwand ganz auf sie verzichten kann. Das verkürzt jedes Meeting ungemein und Sie erfahren eine hohe Dankbarkeit hierfür.

Hingegen: Bei Vorschlägen, mit denen sich der Verantwortliche sein Denkmal im Leben setzt, DA nun sollten Sie wirklich alles Unerdenkliche und Pompöse in die Waagschale werfen, was Ihrer Fantasie zu entspringen mag.

Jona Jakob, 2012

Unvereinbarkeiten bei Vorstellungs'Gesprächen



So leid mir das tut - Gesamtziele definieren Gesamtaufgaben. Diese werden aus Gründen der effizienten Arbeitsteilung in Teilziele und Teilaufgaben geteilt, z.B. Marketing / Finanzen / Produktion / Administration. Diese werden erneut in Unteraufgaben eingeteilt, wie z.B FIBU / BEBU / Mahnwesen / Controlling. Danach wird der Stellenbedarf erstellt und das ergibt dann das Organigramm.

Eine (sprich 1) Stelle ist dann die Teilaufgabe einer Teilaufgabe einer Teilaufgabe eines Teilziels. Der ganze Spielraum, den es dort zu verhandeln gibt, sind die drei stellenbestimmenden Komponenten: Aufgabe(n), Verantwortung und Kompetenz(en). Dies aber niemals über den Rahmen der Stelle hinaus.

Mehr'Aufgaben erhalten Sie später schon - als Projektaufgaben, die zum Stellenbeschrieb hinzu zu erfüllen sind - selbstsprechend bei gleichbleibenden Bedingungen.

DAS ist Ihre neue Stelle - und meistens ist es gar keine 'neue' Stelle, sondern eine alte ... - denken Sie mal darüber nach.

Mehr bleibt nicht. Da es funktioniert, wird es so wenig geändert, dass wir in einem Coaching nicht darüber reden müssen. Ausser Sie werden selbständig und ändern es ...

Jona Jakob, 2012

11.05.2019

Wo Hochbegabte noch weitere Töne spielen - wo Normalos nichts mehr hören.


Normalowelt: Hier befindet sich die Mehrheit der Menschen, das Gross, die Gruppe, die Versammlung, also Gruppen, Teams, Publikum, Zielgruppen etc. Für sie ist es das normale Mass und damit die Grösse, in welcher Qualifikationen gemeinsam bemessen werden: z.B. das war ein gutes Konzert, das war ein gutes Essen, das ist gute Kunst und das war ein guter Disco-Abend.

Wesenszug Hochbegabung: Dem gegenüber verfügen Menschen mit Wesenszügen einer Hochbegabung darunter und darüber hinaus Interpretations- und Wahrnehmungsräume bzw. -dimensionen. Für Sie kann - was oben von den Normalos als 'gut' anerkannt wird - das Selbe von minderer, ungenügenden und vor allem unbefriedigener Qualität sein, so dass es sie frustriert, demotiviert und nicht gerade Lebensfroh macht, diese für sie empfundene "Mittelmässigkeit".

Wem das z.B. zum Thema 'Liebe' wiederfährt, im Bereich 'gutes Essen' oder sonst einer hohen Kunst, der bedarf enorm gleich'vermögender Menschen.

Jona Jakob, Zürich

07.05.2019

Nicht sexy ...


Nichts ist erotischer, als intellektueller Geist. Wer je einen 'gescheiten, eloquenten, versierten und erfahrenen' Partner hatte, ob nun Mann oder Frau, der erinnert sich vor allem per Schaudern wegen des  Folgepartners ("nach" diesem wunderbaren Menschen zu dem man die Beziehung unterdessen verlor), wie geil es ist, mit jemandem zusammen zu sein, der/die es drauf hat - aber so manchmal nicht sexy.

Jona Jakob, August 2012

03.05.2019

Begrüssen: ideal und nicht ideal ...


Um in den Kontakt mit Mitmenschen zu kommen, eignet es sich, sich selbst einen Moment aussen vor zu lassen und sich auf den anderen einzustellen. In Normalo'Welt ist ein Hallo, Guten Tag, Grüss Gott, Grüezi, Moin kontaktschaffender, als jeder Mit'Einbezug in die eben begangene Gedankenwelt. Normalo'Welt möchte nicht eines der Themen besprechen, sondern sie möchte grüssen. Nichts mehr.

Jona Jakob, August 2012

30.04.2019

Die Normalo-Bandbreite bei Hochbegabung

Das Fühlen, Denken und Handeln verläuft für Normalos in einer gewissen Bandbreite. Im Zeitverlauf einer Stunde oder eines Tages, von Wochen oder Monaten und Jahren ergeht es dem Menschen bei HB etwa so: mehr fühlen, mehr wissen, mehr können, tiefer fühlen, unsicherer, versagen-obwohl-man-weiss ... bei HB schiesst das Leben oberhalb und unterhalb der Normalverteilung raus - ab da an fühlt sich Leben bei HB ungesehen, ungefühlt und unverstanden an (hellblaue Zonen).

Leider wird man nicht zu selten von denen, die weniger Bandbreite leben für "doof" gehalten. Die Gruppe, von der meist alle zu den Normalos zählen, bestätigt. Uns so kann die eigene Situation kafkaesk werden, also irre machend. 

Jona Jakob, 2012

23.04.2019

Wo liegt der qualitative Bereich für Lösungen (blau), wenn man durch eine Hochbegabung geprägt ist?

Sozusagen sämtliche "Lösungen" (= Lösungen, Rezepte, Anwendungen, Menuführungen, Konzepte, Produkte, Leitfäden, etc. etc sind für die 'Mehrheit' der Menschen gefertigt. Diese erfassen Angebote und Nutzen im hellblauen Bereich - dort ist der grösste Markt bei kleinstem (Mit-)Denken.

Die Managementformel lautet 'KISS': Keep it simple & stupid. 

Jona Jakob, August 2012.

13.03.2019

Hinweis auf Schweizer Förderverein ICT-Scouts

Geschäftsführer: Herr Rolf Schaub
+41 (0)77 535 57 52
rolf.schaub@ict-scouts.ch

https://www.ict-scouts.ch

Ich empfehle diese Website für junge HBlerInnen oder Eltern mit heranwachsenden Hochbegabten. Noch konnte ich mit Hrn. Schaub nicht im Gespräch sein oder den Standort bei Basel besuchen (nächstens Bern). Aber die Bilder der Website sprechen mich sehr an - ich bin interessiert.

Es handelt sich um einen Schweizer Förderverein. In den Statuten wird als Zweck angegeben:

Zweck

Der Verein erbringt Dienstleistungen im Bereich der spezialisierten Förderung von ICT-Nachwuchs, insbesondere von Frauen, und unterstützt dabei Jugendliche, Lehrer und Eltern. Dazu gehören insbesondere:

  • → Eignungstests und -abklärungen
  • → Workshops zum IKT-Unterricht an Sek I Schulen
  • → Workshops für Talente
  • → Betreuung der Eltern und Lehrer von Talenten
  • → Zusammenarbeit mit Lehrfirmen
  • → Vermittlung von zukünftigen Informatik-Lernenden


Vielleicht ein interessanter Bezugsort, auch für weitere Adressen.

03.03.2019

Welche drei Anteile enthält ein Coaching für Hochbegabte Erwachsene? oder humorvoll gesagt: Auch Hochbegabte müssen klüger werden.

Nach 10 Jahren Coaching für Erwachsene, welche ihre Hochbegabung entdecken, hat sich auch das Thema weiter entwickelt. Heute möchte ich zeigen, dass die Coachings konkrete drei Anteile umfassen, wenn man mit der Prägung durch eine Hochbegabung erfolgreicher und konsistenter im Leben und damit in Aufgaben und in Berufen stehen will, ohne weiter Spielball der Umstände sein zu müssen.

Der erste Teil, der im Coaching angegangen wird: Das Verstehen - eine Art Selbstklärung


Wer seine Hochbegabung für sich entdeckt, ist nicht selten reichlich betroffen. Das ganz besonders, wenn das Entdecken spät im Leben stattfindet. Bei mir war es im Alter von 46 Jahren. Nachdem die vielen Anzeichen, Eigenheiten, Ausprägungen und Erscheinungen erkennbar werden, gilt es, diese aufs eigene Leben rückwirkend zu betrachten um zahlreiche Betroffenheiten aufzulösen. Es ist der Moment vom lachenden und weinenden Auge.



Der zweite Teil Coaching, um das neu zu regelnde Miteinander mit anderen Menschen zu verstehen


Das Miteinander mit anderen Menschen umfasst

  • die elterlichen Beziehungen zu Mutter und Vater
  • die geschwisterlichen Beziehungen zu Brüdern und Schwestern
  • die nachbarschaftlichen Beziehungen
  • die Beziehungen zu Kindergarten-, Schul- und Hochschulkollegen, zur Klique und zu Freunden
  • die Beziehung zu Beziehungspartnern und Menschen, mit denen man Intimität erlebt
  • die Beziehungen zu Kolleginnen und Kollegen aus der Arbeit und im Beruf
  • die Beziehungen zu Vertragspartnern: Vermieter, Autohändler, Arbeitgeber, Fitness-Club, etc.
  • die Beziehungen zu Menschen, die zu Auftraggebern werden, die also etwas von einem wollen
  • die Beziehungen, wenn man selber AuftraggeberIn wird: Bauherrin, bei HandwerkerInnen, etc.
  • Gruppen, Vereine, Behörden, Unternehmen, Parteien, Verbände, Bildungsinstitute, etc. 
Das alles sind Bezüge, die je nach Anteil der Hochsensibilität an der eigenen Hochbegabung leicht bis sehr belastet sein können. Mit dem neuen Selbst'Verständnis aus dem ersten Coachingteil liegt eine Basis vor, sich selber UND die anderen besser zu verstehen. Das macht hier bereits möglich, gewisse "Brückenfunktionen" in der Kommunikation und im gegenseitigen Umgang sich anzueignen und damit bessere Beziehungen zu schaffen. Außerdem wird im zweiten Teil des Coachings geklärt, was von allem einem selber betrifft, und um was alles man sich nicht zu kümmern braucht. Es werden die Verantwortunganteile geklärt, die Selbstverantwortung und die Fremdverantwortung - auch die mögliche Frühverantwortung. Es wird geklärt, was die Führungs- und was die Handlungsverantwortung unterscheidet. Man lernt Nein zu sagen und Danke. Alles wird enorm viel leichter, viel weniger beladen. Auch viel ruhiger im Kopf. 

Im zweiten Teil erarbeitet man sich auch Kompetenzen im Verständnis der Normalos. Wie ticken die anderen? Die ticken auch und auch gar nicht schlecht. Sie ticken aber aus anderen Beweggründen anders und daher muss man das beachten, wenn es zusammenspielen soll. Sonst sind Konflikte vorprogrammiert (oder zumindest altbekannt). 


Neu: Im dritten Teil ist Arbeit und Funktion als Hochbegabter Erwachsener zu verstehen


Auch Hochbegabte wollen sich selber verwirklichen. Vielleicht wollen sie das sogar mehr als der restliche Durchschnitt. Und dieses Selbst-Verwirklichen ist von viel höherer Bedeutung als für ein Mitglied der Normaloschaft. 

Daher ist es enorm wichtig erkennen zu können, wo man sich suboptimal in Arbeit und Beruf einbindet und welches sind Berufs- und Funktions- bzw. Karrieregestaltungen, welche einem ermöglichen, das eigene Ich, die hohen Kompetenzen, die 'Talents' erfolgreich zu deuten und gut bezahlt anzubieten. Mit welchen Anteilen meines Wesens kann ich andere dabei unterstützen, dass Brücken entstehen. Und wozu überall braucht es Brücken?

Hochbegabung dient am meisten in Form als, bildlich gesprochen, "als Funktionen von Maschinen, Anlagen und Geräte", welche dazu da sind, Brücken bauen zu können. Man baut und trägt Elemente VORAUS, welche letztendlich von einer Seite zur anderen gereichen. Ohne diese "Gerätschaft" wären die anderen nur schlecht aufgestellt - wieder bildlich gesprochen -, Stege, Verbindungen, Viadukte, Hängebrücken, Bogenbrücken, Übergänge, Passerellen zu bauen - Verbindungen, die halten. Was das genau alles sein soll und wie man das als Berufs- und Verdienstangebot aufbaut, ist dritter Teil eines umfassenden Coachings für Erwachsene mit Prägungen durch eine Hochbegabung. 

Der dritte Teil ist nach 10 Jahren neu dazugekommen. Er gründet aus der Erfahrung von ca. 400 Coachingmandaten mit Hochbegabten Erwachsenen. Die meisten davon arbeiten bereits in hoch bezahlten Anstellungen oder leiten eigene Unternehmen. Sie sind in Parteien und Vereinen aktiv und gestalten die Zukunft durch eigene Kinder und zahlreiche Angestellte. Sich hier die Ausgaben und die Arbeit für dieses dreiteilige Coaching zu leisten, wird zu profunden Grundlage der persönlichen Lebens- und Gestaltungsmöglichkeiten. Man segelt dann ganz vorne, man ist dabei höchstmöglich sein ganzes, umfassendes Selbst. Neu dann auch: Man wird positiv mitgetragen von all denen, die Ihrer Dienste bedürfen und die sich einfach freuen, wenn etwas für sie entsteht, wovon diese geglaubt haben, sie würden die Überwindung nicht schaffen, wenn also die Brücke fertig wurde, so dass sie fürs Überschreiten und Verbinden, Form von Entstehen, eröffnet und nun zum Bestandteil aller wurde. 

Das ist vielleicht die wichtigste und wertvollste Aufgabe Hochbegabter Erwachsener. Die paar Meter präzise kalkulierter Vorkonstruktion, auf die man sich verlässt, damit die Brücke zu'stande kommt.

Ich schätze diesen Coachingaufwand auf 3 x 3 Stunden ein, das ist ein alter Erfahrungswert. Den persönlichen Veränderungsprozess würde ich eher mit 3 - 5 Jahre einschätzen, was aber per Pareto zu verstehen ist. Anfänglich geht enorm viel mit wenig Aufwand. Für die geschliffene Perfomance braucht es dann mehr Zeit im Leben und viel bewusste Beobachtung und Reflexion. Und um ehrlich zu sein, auch ich falle noch heute immer wieder einmal über die bedürftigen Verstrickungen meiner Hochbegabung herein. Klar. Doch sind die dann ruckzuck erkannt und werden sofort korrigiert. Lachend, aber wieder aus der Welt geschafft. Auch Hochbegabte müssen klüger werden. :-)

Willkommen, ob in Aschaffenburg, Frankfurt, Zürich oder Bern. 

Herzlich

Jona Jakob, Hochbegabtencoach

hochbegabtencoach.de | .ch | .com 

21.12.2018

HB im Business: Wie Ihr Sprechen die Führungswirkung zerstreut

Ich leite mit meinem Credo ein: 



Was will ich heute zeigen? :

Es ist möglich, dass das Sprechen / Ausdrücken und auch Schriftstücke (zB eMails) einem als hochbegabunggeprägter Mensch die Führungswirkung, welche in der Botschaft liegen soll, zerstreut / verbrösmelt / aufweicht.

  • Das ist hinderlich, wenn man Kinder erzieht.
  • Das ist hinderlich mit Freunden, Kollegen und sozialen Kontakten (zB Events)
  • Das ist hinderlich und verlustreich bis hin zum Karriereende (kein weiterer Aufstieg) im Kontext des Geschäftsalltages. 


1. Betrachtung: Was ist, wenn ich ein mäanderndes Ausdrucksverhalten zeige?

Anhand der eingefügten Grafik, dich hier nicht auf ADHS abzielt, sondern das Sprech- und Ausdrucksverhalten ideal darstellt, können Sie als Leserin und Leser spüren, ob Sie sich in der Situation wiedererkennen / eine Resonanz haben.


Quelle: LinkedIn

Würden Sie sagen, Sie neigen dazu, Ihre "Botschaft" auf die untere Art und Weise auszudrücken? Oder würden Sie sagen, Sie kennen sich nicht als jemanden, der sich wie oben ausdrückt, klar und deutlich?


Was entsteht, wenn ich mich umständlich ausdrücke?

Wenn Ja, dann kann Sie das behindern, im Umfeld von Normalos weiterzukommen. In erster Linie ist das für Normalos, ob bewusst oder nicht bewusst, MEGA ANSTRENGEND. Normalos wollen am liebsten 0 (Null) Information. Daher ist 1 Information (Modell oben) für sie schon anstrengend. Normalos sind nicht lösungsorientiert, sondern problemlosigkeitsorientiert. Am besten ist "nichts", dann müssen sie sich nicht bemühen oder von ihren eigenen Plänen abweichen. Jeder Input stört, aber diffuser Input nervt sofort mega, die Ohren der Normals schalten auf Durchzug.

Wenn Sie nun sich oder jemand anderes FÜHREN möchten, kommen Sie mit der Art und Weise (unten) auf keinen grünen Zweig. Geht nicht, wird nicht, tut nicht. Es ist nicht so, dass die Denk- Handlungs- und Ausdrucksweise der Normalos dümmer, doofer oder beschränkter ist - in keinem Fall. Sie ist vielmehr höchst raffiniert und extrem lebensbeständig und erfolgreich. Um Dieter Bohlen zu zitieren: "Ich beantworte nur eMails, die ich mit 'Yep' oder 'Nö' beantworten kann." Das ist als 'genial' einzuordnen. Ich las letztes Jahr eine Mail von Tim Cook (CEO Apple): die liest sich nicht anders als: SO KLAR ALS MÖGLICH.

Als eigens angestellte Beobachtung erlebe ich eine hochbegabte Person in meinem Umfeld, welche einen Gewerbebetrieb mit ca. 15 Handwerkern betreibt. Die Person erteilt einem der Servicetechniker eine direkte Anweisung (nach der unteren Methode, nicht gar so arg, eigentlich schon ganz gut, aber dennoch, es hat Anteile an Unklarheit und INTERPRETATIONSSPIELRAUM darin. Der Servicetechniker setzt von der Anweisung ca. 30% in ihrem Sinn um, 30% macht er, was er meint, was richtig wäre und die restlichen 40% erledigt er schlicht nicht, weder als Was, Wer, Wie, Wann, Wo, Wie viel - es läuft nicht und hat massiven Korrekturbedarf. Außerdem ist der Servicetechniker mit der INTERPRETATIONSAUFWÄNDIGEN Kommunikation latent frustriert, da er unzählige klaffende Lücken in der Botschaft gerade nicht schließen kann und daher sich Unsicherheit breit macht. Das 2. menschliche Grundbedürfnis nach Maslow ist aber Sicherheit.

Mit der Ausdrucksweise, wie sie auf der obigen Grafik gezeigt wird, erzeugen Sie Interpretationsspielraum. Jede Relativierung schafft Freiraum / Nicht-Messbarkeit / Uneindeutigkeit / Vieldeutigkeit / etc. Das ist "nährend" für den Hochbegabten selber, als ein kluges Selbstgespräch. Und es nährt andere Hochbegabte, die all die feinen subtextlichen Lücken mit Genuss und dem intuitiv tickenden Denkprozess sofort schließen und den Ball gerne zurückspielen.

Fundstück bei Twitter.

Hochbegabte lieben es sozusagen, Botschaften zu erhalten, bei denen sie unzählige Male dazwischen knobeln müssen. Sie können dann in der schlagfertigen Antwort zeigen, wie clever sie sind, nimmt der andere Hochbegabte den Ball ja mal einfach so auf. Es läuft bei den beiden.

Nun verhält es sich in der Regel so, dass je höher eine Führungsstelle angesetzt ist, ob in Unternehmen ODER in der staatlichen Verwaltung (Behörden), desto eher wird für den Posten ein versierter aber GRUNDSOLIDER NORMALO gewählt. Auf dieser verantwortungsvollen Ebene wollen die Entscheidungsträger bei der Anstellung keinen Fehler machen oder sonst wie "bunt" dastehen.

Damit erklärt sich auch, warum auf der obersten Ebene - wenn schon - Hochbegabte ihr eigenes Unternehmen hochgezogen haben, gerne abgestützt auf die zuverlässige Arbeit von normalo-haften Experten (Juristen / Finänzler / Personaler/ etc). Sie verschaffen sich so auf dem angestrebten Level a) Freiheit für ihre Persönlichkeit und b) den hohen Level, der sie interessiert (bzw. welcher sie geistig nährt).

Daher:
Wenn Sie auf der Karriereleiter sind, ob noch unten oder mittendrin oder fast oben, dann lohnt es sich, diesen Aspekt genau zu reflektieren. Es geht nicht um Ihre klugen Lösungen, sondern es geht um den komfort- und problemlosigkeitsorientierten Vorgesetzten, dem Sie bitte Antworten liefern, die hochgradig schwarz oder weiß sind - aber bloß nicht bunt.

Wenn Sie ein verfilmtes Gegenbeispiel verknappter Kommunikation kennen lernen mögen, schauen Sie sich bei ZDF die Folgen der Krimiserie "Die Brücke" an. Noga Soren, die Kommissarin, ihr wird ein leichtes Asperger-Verhalten zuinterpretiert, ohne dass es wirklich jemand ausspricht. Sie ist masslos und brüskierend direkt. Vielleicht auch nicht ideal, aber als Referenzmuster allemal kennenlernenswert. Meine ich.

Am erfolgreichsten nenne ich die U-Boot-Befehlssprache, die zu feedbacken ist:
"Steuermann, 8 Grad nord-west bei 30 Knoten - wiederholen Sie den Befehl."
"Aye Kapitän, 8 Grad nord-west bei 30 Knoten."
"8 Grad nord-west bei 30 Knoten sind angelegt."

... da gibt es nichts zu interpretieren. Die Führungswirkung liegt erst einmal bei 100%.

Und quatschen Sie Ihren Hund nicht hochbegabt zu - sondern lernen sie bei ihm, was einfache und wenige Worte für eine immense Wirkung haben können.

Tipp:
Meine verzwurgelte / geschwurbelte Sprache korrigierte ich nicht direkt beim Reden, sondern beim Verfassen von eMails. Ich notierte die Mail und redigierte sie, als würde ich eine Gleichung zusammenstreichen. Zum Schluss blieben von 10 Zeilen nur noch 3, die Hartfakten, mundgerecht für den Chef aufbereitet, auch für dessen Augen (Bulletpoints, etc). Mit der Zeit haben diese Korrekturen auch mein Sprechen verbessert.

Und wenn Sie als Hochbegabter je sprechen werden, wie Normalos auf Empfang sein können, Sie werden massiv hervortreten und ihrer Karriere einen immensen Schub verleihen, ob zwischenmenschlich oder in der Sache (Ihrer Lösungsideen). Ich habe damit nie gesagt, Sie sollen sich unter den Scheffel stellen. Was ich meine ist, richtig gut zu werden, was meint: entscheidend besser.

Viel Erfolg.

Jona Jakob
Aschaffenburg Frankfurt | Zürich Bern
hochbegabtencoach.de
hochbegabtencoach.ch


P.S. Nun nur mit "Konzis!" zu antworten, braucht auch noch nicht zu klappen, da von reichlich Niveau. :-)) Nutzen Sie daher lieber das klanglich durchhängende "Genauuu."

19.12.2018

Neue URLs für Hochbegabtencoaching | Jona Jakob

Sehr geehrte Leserinnen und Leser

Seit dem 18.12.2018 nutze ich bereits drei neue URLs

https://www.hochbegabtencoach.de 
https://www.hochbegabtencoach.ch

und für diesen Blog hier
https://www.hochbegabtencoach.com

Der komplette Übergang von den URLs für 'begabt-sensibel' zu 'hochbegabtencoach' verläuft über die nächsten Monate fließend. Ich hoffe, damit deutlicher und besser erkennbar zu werden. Lieben Dank für Ihren Besuch auf diesem Blog.

Ich wünsche Ihnen eine Frohe Weihnachtszeit.
Jona Jakob

P.S. Meine Visitenkarte im Internet ist für 2019 bereits aktualisiert: https://www.jonajakob.com

22.10.2018

Einer der Tricks ist es ...


begabt-sensibel.de
humanness-coaching.de

begabt-sensibel.ch
humanness-coaching.ch


31.07.2018

Der Satz "Ich möchte meine PS auf die Strasse bringen." - Gerne, aber was soll damit gemeint sein?

Das ist vielleicht der meist geäußerte Satz, den ich in den Situationsbeschreibungen von Hochbegabten zu hören bzw. zu lesen bekam. Etwa gleichauf mit der Selbstbeschreibung vom 'Alien / nicht von diesem Planeten'.

Dadurch, dass es mir persönlich aktuell (10 Jahre nach meinem Entdecken) sehr gut gelingt, meine PS auf die Strasse zu bringen, spüre ich / frage ich mich aus diesem Grund speziell, was eigentlich ist für andere Menschen damit gemeint, wenn sie ihre eigenen PS auf die Strasse bringen möchten?

Bild: J. Jakob / 'Spirit of Horgen' ... zu viel Masthöhe, verlängerter Kiel, zu kurzer Rumpf und Speed wie Blöde. War aber kaum zu segeln das Ding. :-)

Was höre ich alles aus diesen Worten heraus?

A) Ich meine, ich höre heraus, dass man mehr Tempo, mehr Speed, mehr Power oder Akzeleration "als die anderen" hat. Man wäre also eine ganz eigene "Maschine / Motor / Fahrzeug", welches spezielle Kräfte / Fähigkeit mit sich bringt.

Und in der Folge: Wer nicht damit umzugehen wüsste, dem würden die Räder (Kontakt zur Greifbarkeit des Bodens) durchdrehen, so dass zwar viel Kraft viele Raddrehungen bewirken würden, aber wenn das für die statische Strasse zu viel wird, ergibt sich kein Vortrieb. Die mögliche Power verpufft.

B) Ich meine herauszuhören: Könnte ich mein Tempo / meine Fahrweise  / ja selbst meinen ganz eigens erfundenen Otto-Motor ohne Wenn und Aber fahren, würde meine Maschine auch funktionieren - ob nun besser oder nicht, sei mal noch dahingestellt.

C) Ich meine der Äußerung zu entnehmen, jemand möchte eher ohne Einschränkungen freie Piste haben, um in eher hohem Tempo auf seine Weise losbrettern zu können.

-

Was ich in diesen 10 Jahren noch nie von wem gehört noch gelesen habe, sind Worte, die diesen Satz von den PS und auf-die-Strasse für sich selber auf eine Weise einschränken, also sich selber zurücknehmen, so dass es mit dem Fahren klappen könnte. Das ist keine Kritik - es ist für mich bisher so gewesen.

In mir stellt sich jedoch die Frage: Wer soll diese ominöse "Strasse" sein, die angeblich nicht mitspielt / nicht gut bzw. ideal ist / nicht greift - die einfach wie unbrauchbar dargestellt sei


Wer oder was soll diese Strasse sein?

Einst in der Schule, an einem Tag für Verkehrskunde, stellte der Polizist in seiner Uniform die Frage an uns: "Was ist für euch die Strasse?" Er stand dabei vor einem Plakat, welches die Strasse aus einem Wohnviertel zeigte. Wir sahen also die eigene und andere Strassenseite, Häuser, Fassaden, Fahrradwege, Gehwege, Menschen, Kinder, Fahrzeuge, Tramschienen, etc. "Welchen Teil des Bildes würdet ihr als den Bereich der Strasse bezeichnen?" - so wiederholte der Polizist seine Frage.

Wir nannten alle was anderes. Das beeindruckte mich schon genug, dass wir uns da nicht einig waren. Aber wirklich erstaunt und mich lehrreich erwischt hat mich der Verkehrslehrer, als dieser sagte:

Die "Strasse" ist ALLES, was ihr da seht! Sie geht von der einen Fassade des Wohnhauses bis rüber zur gegenüberliegenden Fassade." - BANG ... bei mir hat das gesessen.  Mein Bild der freien Piste war gelöscht - es stand da neu ein Bild eines unheimlich unterschiedlichen Miteinanders. 

In einem Punkt bin ich mir weiter nicht sicher, was genau ich aus dem Satz heraushören soll: Will die sich äußernde Person sich einfach uneingeschränkt geben können, wie es ihr gerade passt? Möchte sie einfach keine Konzession ans Umfeld machen und allen eigenen Kräften und Fähigkeiten ihren freien Lauf lassen?

Oder wäre ein "Hinbringen" der eigenen PS auf die Strasse vom Gedanken her nicht eher so gemeint, dass man ein berufliches und monetäres Fortkommen hinbringen möchte - was im Bild erst einmal meint: In der Lage zu sein, mit dem eigenen 'Vehikel' Strecke zu machen?

Sind es auf einmal gar nicht mehr die "PS", die zählen? Wäre es vielmehr das "Fortkommen" in Form von Strecke, Kilometern, Wegstrecke, von mir aus auch von A nach B zu gelangen?

Und wenn es um Letzteres ginge, bin ich da alleine? Ist der Wunsch nach freier Piste zwar legitim, aber gelingt dauerhaft erfolgreiches / schadenfreies Forwärtskommen, wenn ich niemanden berücksichtige oder eben, wenn ich mich im Verkehr so verhalte, dass es für alle geht?

Glaubt jemand mit diesem Satz im Kopf, man könne einen Supersportwagen schneller innerorts durch eine Stadt oder Häuser pushen? Habe ich mit meinem Muscle-Car andere Privilegien, als alle anderen Verkehrsteilnehmenden? Meint wer, mit einem riesigen Viermalvier sei jeder Weg zu bestreiten, egal was die Strassensiganlisation anzeigt?

Und doch werden Ferraris, Lambos, Corvetten und schnellste und ps-starke deutsche Wagen durch den Verkehr gelenkt, von der Quartierstraße bis zur freien Piste auf Autobahnen.

Kann es sein, dass es für die Quartier- und Spielstraße eine hohe Kompetenz und Fähigkeit, genannt Fahrzeugbeherrschung, benötigt - gleichso für dichten Verkehr oder wenn über 200 Km/h auf freier Piste das Fahrzeug in einer Art Performance zu führen ist?

Meine persönlichen Wegstrecken (Etappen auf dieser ominösen Strasse) sind:

  • Annahme als Mensch, z.B. in Gesprächen, als Mitglied, Teilnehmer, Partner
  • Arbeitsaufträge, ob face-to-face oder von Unternehmungen, Organisationen, ...
  • Gehalt, Honorar, Geld, Preisakzeptanz, Rendite, Alterssicherung, Urlaub, Reinvest
  • Ausbau meiner Aufgaben, Verantwortung, Anerkennung, Vertrauen
  • Verträge, Abmachungen, Kredit, Bereitschaft, Mitmachen, Engagement

und last but not least

  • Dauerhaftigkeit, Prospektivität, Wachstum, Verwirklichung, Stimmigkeit und ...
  • Wohlsein bei einem hohen Grad an unabhängiger Authentizität.

Das ist aber kein Speedrekord mit einer Rakete auf dem Salzseee, nein, das ist die Kunst des kompetenten Miteinanders. Dort liegt das Moment, wo ich heute meine PS so auf die Strasse bringe, dass die Strasse ihren Zweck erbringen kann, nämlich für mich tragend gut da zu sein. Dann klappt das auch mit meinem mal stärkeren, mal schwächelnden Vortrieb.

Oder wie interpretiert Ihr diesen Satz, den Andrea Brackmann schon geprägt hat?

Beste Grüsse
Jona Jakob, Senior Coach
Zürich, Bern, Frankfurt, Aschaffenburg


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25.04.2018

Gut veranschaulicht: Strategien der Evolution ... und wenn dann etwas "anstrengend" ist ...


Problemlösungsorientiert versus Problemlosigkeitsorientiert

Im Gegensatz, wo sich Hochbegabte 'problemlösungsorientiert' erleben und empfinden, sind die meisten Normalos in ebenso meisten Fällen 'problemlosigkeitsorientiert'. Das mag sich auf den ersten Blick vermessen lesen, doch das ist es nicht. Was es ist: Es sind zwei unterschiedliche STRATEGIEN, also bewusst gewählte Vorgehensweisen, das eigene Leben zum eigenen Vorteil zu gestalten und hierfür Fähigkeiten, Kräfte, Ressourcen und wichtig: Orientierungen über die Evolution zu entwickeln, denn die Besten werden in ihrer Art fortbestehen.

Begabte sind lösungsorientiert - Normalos ticken problemlosigkeitsorientiert. Wirkliches Lösen ist zu anstrengend.

Dies kann in dem am 25. April 2018 erschienenen Beitrag von ZEIT-online aufgezeigt werden:

Pinguinen wurde Fliegen zu anstrengend

Erstmals belegen Forscher, warum Pinguine zu flugunfähigen Vögel wurden. Tauchen fiel den Tieren schlicht leichter. Das zeigen Vergleiche mit anderen Seevogelarten.
Anhand dieses Beispiels zeigt uns nicht der Mensch, sondern seine Evolution, WIE sie tickt. Sie wählt zur Stärkung den Weg des geringsten Widerstandes. 

Die Evolution wählt den Weg des geringsten Widerstandes. Das ist eine ihrer Strategien.

Wir können es also doof, faul, bequem oder sonst wie negativ bewerten, es ist schlicht diese Art von Cleverness. Einzig: Sie entwickelt sich diametral von Strategien Hochbegabter weg, die aus unzähligen Gründen lieber Probleme lösen, entwickeln, verifizieren, differenzieren und multiplizieren, am liebsten mit ihrer Hochzahl. Das HB-Bedürfnis wird im Kern viel mit Annahme und Anerkennung zu tun haben, die uns ständig (zumindest partiell) fehlt. Und deren Bedürfnis ist es, nichts mit was zu tun zu haben. 

Diese Unterscheidung hilft in ganz vielen Fällen, die Handlungsweise anderer zu verstehen. Ich verhandle heute ganz oft mit unzähligen Faktoren, die ich berücksichtige, um für Normalos NICHT ANSTRENGEND zu werden, weder sprechend, schreibend, verhandelnd, etc. Mach es ohne Tam-Tam, ohne Drama-Drama, ohne Betroffenheit, ohne Schwärmen, ohne neue Ideen, ohne Irgendwas. Tu nur das Banale. 

Wer das als Hochbegabte oder Hochbegabter verstanden hat, der kann auch folgende Prüfung der Sache nachvollziehen: 

Entsteht 1 Problem, dann ist des Normalos Idealsituation NICHT, 1-3 Lösungen serviert zu bekommen. Er wird dankbar 1 Lösung nehmen (bloss nicht 12 Lösungen und 5 Meta-Lösungen anbieten!!!). Denn sein grösster Wunsch und sein mächtigstes Bedürfnis ist 0 Lösung und kein Problem zu haben. 

Und das ist jetzt weder schräg, dumm oder sonst wie verwerflich, da mögen wir noch so eine Leistungsgesellschaft sein. Es ist auch nicht verantwortungslos oder sonst wie falsch, lieber 0 Problem und damit 0 Lösung zu wünschen. Es ist nur eine zweite Verfahrensweise, eine weit verbreitete. Und es ist der Hochbegabten ihr Problem, damit erfolgreich umzugehen. 

Hinweis: Schwärmen, Komplimente, Freude, Ausdruck etc. sind für Normalos ebenso anstrengend, wie Nörgeln, Reklamieren, Anstossen, Aufmerksammachen, etc. 

Herzlich

Jona Jakob
Senior Coach | Coach für Hochbegabte Erwachsene
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Bild: Grafik ist gezeichnet von Jona Jakob


06.02.2018

Notbegabung: Von Kognitiver Verzerrung bis Resilienz

Ich möchte informieren, dass es neben den Themenfeldern der Begabung und Sensibilität bei mir einen neuen Bereich gibt: die Notbegabung #Nob. Hierfür wurde eine Website und ein Blog eingerichtet.

Websites: www.notbegabung.de und www.notbegabung.ch

Blog: www.notbegabt.de und www.notbegabt.ch

Die bisherigen Beiträge sind noch jung und wenige. Das Thema der 'Kognitiven Verzerrung' hat einen breit gefächerten Hintergrund. Zudem scheint es mir aus den verschiedensten Gründen aktuell aufzukommen, anstelle von Können zu pokern. Die zentrale Methode ist keine, denn sie besteht aus der Technik "irgendwie". Es irgendwie packen, machen, schaffen ... ein all zu menschliches Anliegen in unserer Wettbewerbsgesellschaft.

-

Angestossen durch die beiden Bücher von Andrea Brackmann zum Thema Hochbegabung und meiner eigenen Berufserfahrung erlebte ich in den vergangenen zehn Jahren folgende Phasen

  1. Phase: Hochbegabung selber erfahren, entdecken, klären, etc. - Dauer: ca. 6 Jahre
  2. Phase: Aus der Betroffenheit in die Lösung. Dauer: ca. ab dem 3. Jahr bis heute
  3. Phase: Wahrnehmung und Klärung der Normalos: ca. ab dem 5. Jahr bis heute
  4. Phase: Weitere Zentrierung auf Stärkung der Gebräuchlichkeit von HB: seit ca. 4 Jahren
  5. Phase: Zurückstellen der Aspekte der reinen Hochsensibilität: seit ca. 2 Jahren
  6. Phase: (neu) Notbegabung: Es gibt Begabungen ohne überdurchschnnittliche Intelligenz


Der Gedanke hinter dem Wort Notbegabung ist nicht an die Hochbegabung geknüpft. 


Tarnendes Verhalten - Camouflage

Es ist vielmehr ein ältestes Thema aller Wesen, von den Tieren her bis in unsere Tage als Mensch: Camouflage! - Sich aus Gründen des Überlebens zu maskieren, zu überdecken, zu schminken und stylen. Sich zu tarnen und sich erfolgreicher darzustellen, als es allfällige Schwächen zeigen würden. 


Das geht hin bis

  • sich was vormachen
  • mehr Schein als Sein
  • Show must go on
  • sich über alle Massen anpassen
  • sich verstellen
  • Kaspern
  • Verdrängen
  • sich in Illusionen flüchten
  • zu Ersatzhandlungen gelangen
  • sich schlecht fühlen
  • beschönigen
  • sich im Styling verlieren
  • sich für Schönheit operieren lassen
  • etc.


Während Hochbegabte eine hohe Sozialkompetenz entwickeln müssen, um Aspekte aus einer überdurchschnittlichen Intelligenz zu beachten, ...

... ist die Standardsituation Notbegabter und Resilienzgeprägter die, eben nicht über genügend Mittel zur Lösung ihres Lebens und all der Aufgaben zu verfügen. Es "fehlt" etwas, im schlimmsten Fall "fehlt es an Vielem". Die Situation weist einen Mangel an Wissen, Erfahrung, Ressourcen und Unterstützung - kann auch Liebe und Zuwendung sein - aus.


Mehr dazu findet ihr bei diesen Quellen: Website und Blog.





10.01.2018

Hochbegabung: Es ist nicht der missverstandene / unverstandene Anteil der Kommunikation. Es ist der ungesehene Anteil (m)eines Lebens.


Liebe Leserinnen, liebe Leser
Geehrte Begabte und Sensible

Ich schreibe, ich bin mir sicher, den wichtigsten Post zum Thema, den ich in den 10 Jahren zum Thema Hochbegabung geschrieben habe. Der wichtigste.

  • Von mir sind die 'Bunten Zebras'.
  • Von mir sind die 'Vier Generationen Hochbegabter'
  • Von mir ist die Unterscheidung 'Instinktiv denkender Normalos vs. intuitiv denkender Begabter', den sogenannten Resilienz-Checker (Typ II)
  • Ich unterscheide seit Jahren die Idee des denkenden Denkens vs. des fühlenden Denkens
  • Von mir sind die Thesen, dass die Hochbegabung eine Freiheit und eine Verantwortung ist
  • Und last but not least ist es mE wichtiger, Kompetenzen im Umgang mit den Normalos zu haben. Es ist eine Sache, seine Begabung zu kennen - aber wichtiger bleibt es, das Denken, Fühlen, Wirken und Handeln der Normalos vertieft zu kennen.
Das waren bisher meine wichtigsten eigenen Beobachtungen aus zehn Jahren und hunderte von Begegnungen, wie auch eigenste Erfahrungen aus meinem Leben. Dem lege ich jetzt eine mE wichtigste Erkenntnis dazu: 

Hochbegabung / Hochsensibilität: Es ist nicht der unverstandene oder missverstandene Anteil der Kommunikation, welcher viel Leid erzeugt. 

Um die x-fache Potenz oder grösser in seiner Leidens-Dimension ist der UNGESEHENE Anteil (m)eines Lebens als Begabter / Sensibler. 

Das ist ein massiver Unterschied in seiner quantitativen Dimension. Es ist aber auch das viel grössere Problem, weil der 'Ungesehene Anteil' bei keiner Gelegenheit zur Sprache kommt. Das kann u.U. 'killing' werden.

Das erste, das Miteinander und seine Kommunikation ist oft ein (partielles) Unverständnis oder Missverständnis. Dieses ist aber nur von jenem Umfang, den der Kontext in dem Austausch umfasst, z.B. eine Planung. (Auf der Ordinate [senkrecht] die Thementiefe - auf der Abszisse [waagrecht] die Dauer der konfliktären Transaktion).

Beispiel: Wenn sich ein Begabter und ein Normalo in einer Planung nicht an selber Stelle treffen, dann "quält" dies Betroffene im Umfang des Themas Planung und im Umfang der Dauer der Planungsverhandlungen. 

Bild entwickelt von Jona Jakob, Aschaffenburg (c) - 2018.

Was aber nicht zum Vorschein kommt ist jene Dimension, wo Begabte / Sensible in ihrer Form jahrelang gelebt haben und weiter leben. Es ist eine Art 
  • Pool
  • Ozean
  • Becken
  • Berg
  • Massiv
  • Wüste
  • Endlosigkeit
  • Kosmos
  • Blase
  • Enzyklopädie
  • etc. 
was von niemandem erfasst wird. Niemand weiss, was ich alles erfasst habe, vernetze, clustere, rückschauend erkenne, vorausschauend erkenne, fühle, wahrnehme, behalte, checke, unterscheide. Niemand kann die innere Dimension erfassen - aber je ungeschickter und irgendwie "fremder" ich mich gebe und ausdrücke, vielleicht sogar bereits als Autist es schier nicht schaffe, desto absonderlicher hält man mich, nimmt mich nicht ernst, erkennt mich nicht. Man schaut vielleicht sogar bewusst weg. 

Alle Anteile, die von mir nicht gesehen werden (können), können weder angenommen noch geliebt werden 
(Maslow-Bedürfnispyramide: Existenzielle Bedürfnissstufen 
1-3; die 3. Stufe: Soziale Annahme). 

Ich vereinsame mit meinem Leben.

Ein Begabter / Sensibler wird nicht nur dann (partiell) nicht verstanden und damit aberkannt / verkannt, wenn ein Miss- oder Unverständnis in einem Gespräch oder einer Begegnung vorfällt, was bisher als einer der grössten Knotenpunkte der Thematik 'Hochbegabung' gehandhabt wurde.

Nein, es kann mit meiner Betrachtung nun so sein, dass dies nur einen Bruchteil dessen darstellt, was alles nicht erkannt wird. Wir können getrost von 1 % sprechen und 99% des Begabten-Lebenshintergrundes, der gar nicht erfasst wird. 


Wie erkläre und differenziere (s)ich das?

Mein Dasein als (begabter) Mensch besteht nicht alleine aus den Momenten, wo ich mit jemandem im Kontakt stehe, mal recht, mal schlecht. Das ist nur ein Teil meines gelebten Daseins. Der viel grössere Anteil ist jener, in dem ich lebe, erfahren, aufnehme, mit allen fünf Sinnen und meinem Denken und Fühlen AUFNEHME. In diesen Momenten bin ich meist still / wortlos / ohne Gespräch. Ich lese und bleibe mit meinen Gedanken für mich. Ich reise und bleibe mit meinen Wahrnehmungen für mich. Ich erfahre Kunst, Liebe, Arbeit, Menschen, Geld, Probleme, Krankheit, Belastungen, Entwicklungen, etc, etc. etc. für mich alleine. Und was begabte Menschen eben meist ausmacht, ist nicht eine so oder so gelagerte Intelligenz, sondern eine überhöhte Fähigkeit, Fakten und Informationen zu bunkern / lagern / durchzurechnen / zu checken / zu zerkauen / zu verdauen. 

Suizide namhafter Künstler - ob mit oder ohne Depression, Drogen, etc. - sind nicht, wie es die Presse stets meint, an der pathologischen Mixtur der aktuellen Situation gestorben. Die war, wie oben die "1%", nur der letzte Tropfen im übervollen Fass. Ihre Drogen, Abstürze, Eskapaden, Depressionen, die könnte wesentlich mehr daher kommen, dass für sie "Normalos" schon den Künstler an sich in seiner Dimension 'wahnsinnig heftig / geil / cool / könnend / talentiert / etc.' fanden. Aber für diesen Menschen (z.B. Prince) war das ein Klacks. Für diesen Menschen war sein Leben seine alleine zu tragende Dimension, unfassbar gross, tief, hoch, breit, voll, dicht, heftig, dynamisch, etc...

Und dass DAS niemand ansprach, aufgriff, versuchte zu erfassen, (wenn man das schon in sich hat), das muss zu der Empfindung führen, "absolut sinnlos was abzuliefern, selbst wenn man gefeiert wird und reich wurde - es sind nur alles Banausen - niemand weiss wirklich, was in mir steckt). Man fühlt sich sinnlos, wenn es niemand wahrnimmt und einem damit in den Kontakt, also die Annahme zieht. 

Die Zahl grosser Menschen, Denkender, Fühlender, Gestaltender, Bewegender, Spielender, etc. ist gross genug, nochmals genau nachzuschauen, woran genau jemand seinem Suff verfiel, seinem Rückzug, in seine Menschenscheu und Ablehnung oder Formen von Wahn bis hin zum Selbstmord oder sonst dramatischen Tod trieb. 

--

Seit zwei Wochen läuft auf Sky Atlantic eine neue Serie mit dem Titel 'The good doctor'. Ein autistischer junger Mann ist Arzt und möchte nun Chirurg werden. Er kriegt die Assistenzstelle nach unzähligen Widerständen. Ich sehe mir die erste Folge an. Es gibt Szenen, wo er mit seinem enormen Wissen unmögliche Probleme löst und Menschen das Leben auf unkonventionelle Art und Weise rettet. Als (Normalo-)Zuschauer ist man natürlich auf diese spannenden Szenen fixiert, wie schon immer. Aber womit mich die erste Folge der Serie antriggerte und völlig aus der Fassung brachte, bis ich hier schreiben konnte, sind Szenen und Sekunden, wo der junge Mann mit seinem verlorenen Blick nichts tut und nur wo dasteht, nur schaut, nur langsam wo hingeht oder wo sitzen bleibt, als würde die Welt und die Zeit stehen bleiben. DAS sind die Momente, wo the good doctor LEBT. Dann nimmt er wahr, nimmt auf, checkt, reflektiert, überdenkt, denkt um, sucht, findet, entwickelt. Man muss sich diese Aufnahme von Informationen wie einen 3-D-Laserscanner vorstellen, der einfach Zeit und Raum abscannt und aufnimmt, restlos alles. In seinen unscheinbarsten Momenten ist der Begabte die Denkmaschine, die er ist. Da ist er der Begabte und Sensible. Wenn er dann als Arzt seine Leistung abdrückt, dann sind das nur die Brosamen dessen, was er eigentlich umfassen würde. 

Nach der Folge verliess ich das Bett - und nur weil ich mich und das Thema kenne, konnte ich mich halbwegs retten. Aber vor dem Bild und Gefühl, nicht in meiner Unverstandenheit zu leiden, die noch halbwegs verkraftbar ist, sondern von je her in meinen allegrössten Anteilen ungesehen verblieben zu sein, ob von Vater, Mutter, Geschwister, Kollegen, Chefs, ex-Frau, etc. etc. das habe ich vielleicht noch gar nicht verarbeitet. Denn das erzeugt in mir die Wucht, wie wenn ich auf einer Skipiste stehen würde, ins Tal schauend ... und dann schiesst mich der Druck einer Monsterlawine vom Fleck, wirbelt mich durch Luft und Sturm, Gemenge und die Last dessen, was danach auf mir liegen bleibt. 

Es ist viel weniger das Unverstandene - es ist viel mehr das Ungesehene. Oder bitter gesagt: Schöner ist es, missverstanden zu sein, als gar nie erst angesprochen zu werden.

Ich kann bei der Betrachtung unzählige Situationen erkennen, wo ich weitaus mehr verstehe, warum jemand seine Begabung erkennt - und dennoch keine Lust hat, sich zu versuchen. All die Underarchiever zum Beispiel. Sie nicken verständnisvoll, da sie das alles wahrnehmen - sie kommen aber nicht in die Gänge. Alle Ratio greift nicht, weil der ungesehene Anteil, das was im Alltag schlicht untergeht, nicht erfasst wurde, nicht erfasst wird. 

Das ist vermutlich der einleitende Gedanke zu einem tiefen Kapitel. 


Jona Jakob 
Coach für Hochbegabte / Hochsensible Erwachsene
Zürich und Bern - Frankfurt und Aschaffenburg



Blog:

29.12.2017

Alles Gute für 2018, Begabte und Sensible

Zum Jahreswechsel 2017 - 2018


Sehr geehrte Begabte und Sensible

Jetzt sind es zehn Jahre, dass mich das Thema Hochbegabung beschäftigt. Unterdessen gibt es eine weit grössere "Menge" an Wissen, Erfahrungen, Schriften, Organisationen und Unterstützung aller Art. Es gibt mehr BeraterInnen und Coaches. Aber sind wir weiter?

Ein Aspekt, der mich immer wieder mal umtreibt: Als würde es einen Unterschied machen, wie und warum jemand intelligent, begabt, gescheit, wissend oder sonst wie begabt und meist auch sensibel ist. Bestimmt nützt es jedem selber, genau zu wissen, wie er bzw. sie tickt.

Was aber das Thema ausmacht, sind die Verständniskonflikte, die Inkongruenz, die Konflikte kommunikativer und motivatorischer Art. Das Miteinander holpert oder funzt gar nicht. Das ist für mich fürs Coaching die Herausforderung, nicht jemandes Gescheitsein. Es ist auch nicht das Problem, wenn wer nicht genug "gescheit/begabt" ist, einem zu folgen, zu verstehen und einfach aufschliessen zu können. Der Lösungsbereich ist für mich, dass das Miteinander so gestaltet werden muss, dass man darin vollständig und optimal kommuniziert - man muss sich verständigen können und allenfalls Bedürfnisse kennen, die auf beiden Seiten liegen und die gerne sehr unterschiedlich sein können.

In den zehn Jahren habe ich mich zuerst mit ein paar Sätzen von den Erkenntnissen in Sachen Hochbegabung frei gemacht, und in den letzten zwei Jahren verliess ich auch die Thematik der Sensibilität. Ich ignoriere beides nicht, geht ja nicht. Aber beschäftigen tut mich nicht das Anderssein, was mich als Coach wirksam beschäftigt, ist die Klärung für Klienten, wie sie mit ihrer spezifischen Begabung / Sensibilität im Umfeld aller Normalos erfolgreich planen, präsentieren, erläutern, verarbeiten und abliefern können, bis hin zur Doktorarbeit, Anstellung oder Einkommensforderung.

Denn erst wer seinen Umgang mit den Normalos beherrscht, der kann dann dieses:

Ganz vorne alleine segeln. (c)

Bild: Shutterstock, lizenziert / Text: Jona Jakob

Das muss einem mE bewusst werden. Die Normalos folgen nicht den Begabten. Wie denn? Sie als begabte Person haben die Normalos ergänzend und bereichernd zu begleiten. Und zwar nicht nach "Ihren" Vorstellungen, sondern nach den Führungsvorhaben, Zielen und Möglichkeiten der Normalos. Dann kriegen Sie Aufträge und verdienen Ihr Einkommen. Und diese Arbeit am Selbst, diese Erkenntnis und Analyse, dieses Umdenken und Einschulen, dieses Bewusstsein ist es, welches ich als Coach im Zentrum sehe, ohne dabei die Bedürfnisse der begabten u/o sensiblen Menschen zu vernachlässigen . Es geht um Business Performance, um das eigene Profil und seine Schichten. Dazu lade ich Sie ein, die nächsten Jahre das Thema Begabung und Sensibilität zu handhaben, zu verstehen und zu beherrschen. Sich selbst steuern und das Miteinander aufeinander abstimmen können.

Ich wünsche Ihnen in 2018 alles Gute und stabile Verhältnisse.

Mit besten Grüssen nach Zürich, Bern, Aschaffenburg und Frankfurt


Jona Jakob