31.07.2016

Warum eigene Bedürftigkeit einem gesellschaftlich und beruflich "unbrauchbar" macht und einen gefangen hält

Dieser Beitrag handelt von einem Thema, in welches jeder Mensch reinrutschen kann. Weil dabei die Wahrnehmung von jemandem langsam aber sicher verloren geht und sein 'Für'Wahr'Nehmen' ein unbewusstes Zerrbild darstellt, lohnt sich kein Tag in diesem Zustand höherer Not. 

Ich appelliere selten, ich nutze selten meine Fachkenntnis als Coach, um offensiv auf einen Missstand im Miteinander hinzuweisen. Doch zu diesem Thema will ich mich deutlich machen, da es zu oft vorkommt, zu oft erscheint und zu kläglich verbleibt, wenn niemand da ist, der einem die Augen auswischt, auch wenn das im ersten Moment schmerzlich sein kann. Das verantworte ich. 



Einleitung - allgemeines Wissen:


Mangel: 

Wenn der Mensch einen Mangel verspürt, weckt das in ihm - ob er will oder nicht - bewusste aber auch viele unbewusste Bedürfnisse. Ein bewusstes Bedürfnis ist z.B., wenn ich nun das Bedürfnis verspüre, diesen Beitrag zu schreiben. 

Motivation:

Ein Bedürfnis besteht aus einem Mangel = Motiv und dem Antrieb, diesen Mangel zu befriedigen 'Lokomotion'. Beides zusammen gibt die Motivation. Wir haben mehr unbewusste Motivationen, die uns antreiben, als bewusste, als für uns erkennbare Motivationen, warum wir etwas tun und wie wir etwas tun. Das macht uns für uns selber teilweise 'blind', wird aber um so eher von anderen wahrgenommen. 





Bedürfnisse:

Maslow zeichnete uns seine Bedürfnispyramide

            5. Selbstverwirklichung
         4. Statusbedürfnisse

      ----------------------------------------------------------------------
      
3. Anerkennungsbedürfnisse / Akzeptanz / Angenommenheit / Liebe
   2. Sicherheitsbedürfnisse
1. Grundbedürfnisse


Die Bedürfnisse 1. - 3. sind 'existenziell'. Sie sind so wichtig, dass der Mensch im jedem Alter zu Grunde / zu Tode geht, wenn sie nicht erfüllt werden. Daher ist die Isolationshaft mit dem 3. Bedürfnis nach Annahme, Anerkennung und Kontakt eine Folter, auch für Erwachsene. Kleinkinder, so wurde bewiesen, sterben, wenn sie keine Nähe, keine Liebe und soziale Wärme erhalten, so wichtig ist dieses 3. Bedürfnis. 



Bedürftigkeit - Wie sieht meine Not aus?


Was ist für mich 'Bedürftigkeit'?:

Bedürftigkeit entsteht für mich als ein Notzustand, wenn ein Bedürfnis nicht in einer Art 'Normalmass / Normalhäuffigkeit' erfüllt wird. Wenn also ein Mangel über jedes normale Mass hinaus anwächst. Das lässt sich an einem Bankkonto erklären: 
  • Plusbestand auf dem Konto und alles ist gut. Ganz wichtiges Erkennungsmerkmal am sozusagen 'positiven Kontostand': Solche Menschen können
    a) einen eigenen Willen definieren 

    b) sind coachbar, da die Selbstbestimmungskompetenz intakt ist. Solche Menschen haben Anteile, die sie gesellschaftlich geben können: zuhören, Empathie, Bereitschaft, Verantwortung 

    c) sind in der Lage, solches fürs Miteinander anzubieten.
  • Ein Konto kann auch um ca. 20% mal im Minus sein, für ein paar Tage; nicht so gut, aber geht vorbei. Man kennt seine Krise, schützt sich und hat in sich aber die Idee, sofort wieder da rauszukommen, da man im Miteinander für andere einen Anteil Geben miteinfliessen lassen möchte. 
  • Und dann kann ein Konto bodenlos ins Minus fallen, seit Jahren, ohne noch erkennbaren Wert, wie ein Fass ohne Boden, man merkt es schon nicht mehr. In der Psychologie nennt mann einen solchen Zustand "Ver'wahr'losung" eines seelischen Zustandes. 

Normalverlauf:

So wäre es normal, wenn ein Mensch seine soziale Akzeptanz in der Familie, bei Freunden und Kollegen erfährt, mal normal, mal gelobt und geliebt, angenommen, aufgehoben. Vielleicht fällt man mal in etwas Ungnade, weil man für die anderen nicht recht war, man erhält Schimpfis, wird fortgeschickt, die Liebe ist etwas entzogen. Doch wenn alles normal bleibt, ist man doch das Kind seiner Eltern, man bleibt unter seinen Mitmenschen 'ok' und man findet per Friede, Verzeihen, Sühne, Strafe, etc. wieder zurück. Die Annahme, die Anerkennung folgt wieder, die Selbstsicherheit ist gegeben. Hoch und Tief liegen beieinander. Wir wachsen daran. 

Abweichung vom Normalverlauf: 

Es gibt unzählige Gründe, warum ein Mensch aus diesem Normalverlauf hinausfallen kann:
  • gebürtige
  • anerzogene
  • nie emanzipierte
  • persönliche
  • eigen'artige
  • fremde
  • unverstandene
  • unerkannte
  • unangenommene
  • verlorene
  • schicksalhafte
  • gesundheitsbedingte
  • gesellschaftliche
  • etc. etc. etc. (es gäbe noch viele mehr, sehr viele mehr)

Man hat wegen einem oder mehrerer solcher Gründe nicht nur ein kleines Liebe-Minus auf dem Konto des Lebens, sondern das Minus wächst und wächst und wächst: 
  • man wird nicht verstanden
  • man wird nicht angenommen
  • man wird abgelehnt, weggestossen, gemobbt
  • man fühlt sich nicht (mehr) angenommen
  • man fühlt sich abgelehnt, aussen vor behalten
  • man fühlt sich nicht geliebt, nicht akzeptiert, nicht wertvoll, nicht schön, nicht ok
  • man verliert sein Selbst'Wert'Gefühl
  • man verliert seine Selbst'Sicherheit

Nicht selten ist man unter all den anderen Menschen eine Art von 'allein', man ist in dieser Position 'einsam', 'verloren', 'lost'. Man fühlt sich dabei auch kraftlos, wertlos, einflusslos, ohnmächtig, unsicher, desorientiert, etc. 


Not-Zustand:

Dieser Notstand eines Mangels an fehlender Sozialer Anerkennung ist desaströs, um es beim Namen zu nennen. Er verunmöglicht die eigene Identität und lässt einem das eigene normale Dasein verlieren, ob man will oder nicht. Meist geschieht das mehr unbewusst als bewusst. Und wenn es einem doch teilweise dämmert, weiss man oft nicht, woran es liegt und was man dagegen tun könnte. Die Lösungen scheinen einem unmenschlich. Das Problem scheint einem auch unmenschlich. Die Spirale dreht sich ins Bodenlose. 

Unterbewusste 'Strategien' des Not-Zustandes:

Der Mensch will überleben. Bevor wir fühlen und denken können, so dass es uns bewusst würde, fängt jeder Mensch früher an, zu überleben - da läuft ein anderes Programm an. Unser Wesen beginnt, Strategien zu entwickeln -  Überlebensstrategien. Und wenn unsere Not ein Mangel ist (siehe oben), wird die Strategie lauten: Sauge ab, wo du kannst, in der Gassensprache: YOU SUCKS!. Ob kleinkindlicher Klammergriff oder hungrige Saugeschnute, wir fangen an, in allem und jedem an- und abzusaugen, was uns der Alltag an Gelegenheiten gewährt:
  • man sucht andere Menschen, die sich aussaugen lassen (Wärme, Essen, Wohnen, Liebe, Geld, Gehör, Gruppengefühl der Dazugehörigkeit, etc)
  • man sucht in allem und jedem Anerkennung
  • man bettelt nach Komplimenten, Kontakt, Empathie, Zuspruch, Gesehenwerden
  • man ist 'fishing for compliments'
  • man bietet nicht an, man biedert sich an, hoffend, gelobt zu werden
  • man wird überaufmerksam, hoffend, man würde geliebt, anerkannt, aufgerufen, etc. 
  • man macht sich mit Nichtigkeiten zum Affen, um Aufmerksamkeit zu erhalten
  • man offeriert Angebote, die man nicht halten kann, hoffend, jemand nehme an und wir seien feine Menschen
  • man bettelt um Kontakt
  • man ist auf allen Kanälen omnipräsent, steht wie ein Hündchen zu jeder Tageszeit und wedelt affig
  • man erklärt sich fortzu, rechtfertigt sich, redet sich die Situation 'erklärbar', man redet sich raus
  • man formuliert und erläutert etwas unzählige Male, als wäre das eine liebliche Handreiche
  • man weiss dabei kaum, wo einem der Kopf steht, man verliert sein Selbst'Bewusst'Sein
  • man erzeugt Aufmerksamkeit
  • man glaubt, wegen Liebe dies und das und noch etwas anderes zu müssen
  • man bricht ein, wenn einem die Liebe abhanden kommt (die nie eine Liebe sondern ein Überleben war)
  • man meidet Menschen, welche die Not nicht mit einem teilen (die können  mich halt nicht verstehen!)
  • man sucht Menschen, die einem in dieser Not halbwegs akzeptieren oder sogar bestätigen
  • man bettelt bei Arbeitgebern, man kann schwer verhandeln, verlieret Einkommen und Rechte, etc.
  • man verzerrt so Projekte, Vorhaben, Ziele, Schritte, Entwicklungen, Beziehungen, Verträge, etc.  
... diese Aufzählung könnte noch lange weitergeführt werden, 

    Bedürftige interagieren so, dass nicht unser Miteinander gedeiht, sondern die eigene Notlage genährt wird.
      Man ist in einer solchen Not schlicht un'möglich (nicht aushaltbar / nicht anstellbar / nicht brauchbar / nicht engagierbar / etc). Man wird zum Opfer, Loser und Bettler. Man hat nicht bei der kleinsten angebotenen Tasse Tee für einen Moment eine eigene trockene Insel unter den Füssen, nein man steht bis über den Scheitel im eigenen Seelenschmerz und atmet diesen, labt sich daran, an diesem Schmerz, man verdaut ihn und finden es normal, dass es nicht anders als so (elend) ist. 

      Was kann ich tun?


      Lösungswege:

      Ist es richtig, so zu leben? Muss ich das? Will ich das? Bin ich zumutbar, wenn ich das 'so' belasse? Hat es etwas mit meiner Selbstverantwortung zu tun, mich um diese Not zu kümmern? Diese Fragen gelten nicht grundsätzlich - sie gelten aber im Kontext der Idee, mit anderen Menschen in einem stimmigen Miteinander bestehen zu können.

      Ich will so viel sagen: Wer sich nicht damit befasst und belässt, was als Not im Argen liegt, der darf sich nicht verwundern, wenn die Menschen von ihm abrücken und nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen. Es mag verständnisvolle und auch mehr ablehnende Formen geben, wie einen andere Menschen ablehnen und auf Distanz halten, doch letztendlich ist es an mir, mich meiner Situation zu stellen. 


      Was man davon hat? Bitte notieren Sie sich von jedem Punkt oben, der negativ ist, die positive Erscheinung und sie haben einen Teil davon, was wieder alles gut und normal sein wird, geliebt, angenommen und lebbar. Aber wenn Sie weiter Opfer Ihrer Bedürftigkeit sind, so dass nicht Sie Ihr Leben bestimmen, sondern es Ihre unterschwelligen Überlebensstrategien  für Sie tun, bleiben Sie ein nicht länger aushaltbarer Partner, der gar kein Partner ist, weil alles, restlos alles, was von Ihnen kommt, nicht nach Partnerschaft, Freundschaft oder korrektem Miteinander strebt, sondern nach Überlebensenergien, die einseitig durch Sie von anderen abgesaugt werden. Und wenn ich, JJ, das noch so krass beschreibe - Sie haben das nicht im Griff. 

      Für mich als Fachperson bleiben Sie auch in diesem Zustand 'ok'. Es ist ok in Not zu sein. Aber jeder ist ebenso ok, wenn wer deutlich signalisiert, dass es Zeit ist, diese Not mit jemandem zu klären. Denn wer Ihnen dies deutlich signalisiert, der will sich nicht von Ihnen abwenden, der wünscht sich vielmehr, mit Ihnen in einem stimmigen und gegen'seitigen Verhältnis stehen zu können, in einem echten Kontakt zueinander. 


      Herzlich willkommen. 


      Jona Jakob

      Zürich Bern Frankfurt

      http://www.consensus-coaching.com

      Nachtrag: 
      Ich habe diesen Blogbeitrag von Jan. 2014 aufdatiert und neu gepostet. Das Problem oder das Thema zeigt sich immer wieder. Parallel einher geht meine Entwicklung als Coach, bedürftigen Personen weder Zeit, Raum oder ein Coaching anzubieten, da es
      • nichts bewirken wird 
      • es nicht als Selbstarbeit sondern als angesaugte Rettungshoffnung verstanden wird 
      • die Menschen nicht wirklich bei sich sind, auch nicht nach viel Aufmerksamkeit
      Dieser Umstand zwingt mich als Coach die Profession zu klären, dass ein Angebot unseriös wäre und angenommenes Honorar versteckter Betrug wäre. Ich will das nicht und tue es nicht. Was ich tun mag ist, dass ich versuche zu erklären, dass hochbedürftige Menschen sich erst heilen lassen sollen, durch welche Praktiken auch immer. Das ist und bleibt ok. Auch dort muss aber bewusst werden, dass man von sich selber eines Tages ablassen wollen muss - sozusagen gefragt: "Ab wann bin ich selber nicht mehr mein Thema?" Ab da kann Fortschritt und Loskommen erreicht werden und der Weg zum Prospektiven, allenfalls durch Coaching begleitet, entstehen. Denn COACHBAR ist nur, wer ein unbetroffenes Mass an SELBSTBESTIMMUNGSKOMPETENZ hat. Die muss gegeben sein, sonst sollte man vom Begriff 'Coaching' absehen und es würdig Heilen, Praktizieren, Therapieren nennen.

      14.07.2016

      Lernen auf eine Prüfung hin - subjektive Beobachtungen


      Ich muss zur Zeit für eine kleine Prüfung Fakten lernen, die ziemlich vorgegeben sind. Dabei notiere ich die nächste Frage als Titel auf ein Whiteboard und danach fange ich an, meine Antwort zu verfassen bzw. die Antwort, die gemäss Vorlagen erwartet wird. Da gibt es Aufgaben, die Aufzählungen beinhalten, markiert mit Bulletpoints.

      Und nun zur Beobachtung: Noch während ich vor der Tafel stehe und erste Punkte notiere, langweilt mich die Sache so sehr (turnt ab), dass ich nach ca. 4 Angaben prompt prokrastiniere ... ich schweife ab, setze mich hin, schaue auf den Bildschrim, etc ... bloss notiere ich nicht noch weiter 6 Angaben, so dass die Antwort vollständig wäre.

      Zu doof, zu langweilig, zu stupend, zu wenig zusammenhängend, zu statisch, zu faktisch - empfinde ich.

      Dann merke bzw. checke ich, dass ich gerade abschweife, stehe sofort wieder auf und diszipliniere mich regelrecht für die letzten 6 Angaben, auf dass die Liste vollständig ist und die Prüfungsfrage beantwortet.

      In mir sträubt sich alles. Sowas homogenisiert. Der/die Prüfungsexperte / in sind nur so in der Lage, zu evaluieren, ob ich den Anforderungen entspreche. Mein mögliches Wissen wird also in ein Mass und eine Form gezwungen, welches nicht schlau ist, sondern bloss prüfbar.

      Es mag tausend rechtschaffene Gründe für Standardwissen geben, aber mein Wesen langweilen die nicht nur, sie fühlen sich für mich erniedrigend an, weil mich das nicht selber denken lässt.

      Ich will das nicht bewerten, obwohl man ja lesen kann, dass es mir schlecht geht damit. Aber ich möchte es gerne beobachtet und beschrieben haben.

      Beste Grüsse
      Jona Jakob

      29.06.2016

      Coaching bei Prägungen durch Hochbegabung / Hochsensibilität?

      Guten Tag

      Seit nun acht Jahren coache ich Menschen, die durch eine Hochbegabung oder Hochsensibilität (weiter: HB / HS), auch in Kombination, geprägt sind. Aber sind das wirklich 'Coachings'?

      Coaching im klassischen Sinn ist Hilfe zur Selbsthilfe, meist ein stark reflexiver Prozess, wo die Klienten über sich selber nachdenken und zu eigenen Antworten finden. Doch wenn mich Personen kontaktieren, besteht in ganz vielen Fällen folgende Situation

      a) "Nun weiss ich gar nicht ...." oder

      b) "Ich bräuchte Information und ich möchte verstehen ..."

      Dies schafft viel mehr die Situation einer Information / liefern von Input / teilw. Beratung. Denn ohne klärenden Input, der vorausgehen muss, kann jemand nicht wirklich über sich und seine Situation stimmig nachdenken. Es fehlen zu viele Informationen, Aspekte, Grundlagen der humanistischen Psychologie etc. etc.

      Welcher Racer hängt systemisch womit verbunden in was für Systemen?

      Daher lege ich für meine Coachings offen, dass sich die meisten Aufträge von HB-HS-Personen etwa wie folgt ablaufen (Phasen):

      1. Phase: Kontaktaufnahme durch Person

      2. Phase: Kostenfreies Vorgespräch am Telefon, ca. 30 - 40 min
      -
      3. Phase: Erster Termin, Klienten erzählen

      3.1 Klienten legen dar, was sie erleben und wie es ihnen damit geht

      3.2 Zum Schluss kommen die Klienten an einen Punkt, wo sie gerne weiter wüssten

      3.3 --> Von hier an ist das Bedürfnis da, Input zu erfahren (ist aber nun kein "Coaching" mehr, sondern eher ein Informations- und Beratungsgespräch. Ich als "Fachperson" rede und erläutere.)

      Was in diesem Moment immer möglich ist: Auf die Klienten einzugehen, wenn einzelne Aspekte Resonanz erzeugen, sie also sagen: "Genau, das erlebe ich so .."

      4. Erst nach diesen Erläuterungen, und die sind nicht "knapp", ist es den Klienten möglich, ihre Situation in einem neuen Licht und mit neuen Perspektiven zu verstehen. Nun liegen neue Sichtweisen und Schlüssel zu zuvor geschlossenen Türen da und es wird möglich, sich selber zu entscheiden, was davon für einem wichtig ist und welche der neuen Möglichkeiten man gerne anpacken und umsetzen mag. Das ist dann wie eine Eröffnung eines Buffets. Bis hier entsteht eine gesteigerte Selbsterkenntnis und damit wesentliche Selbstkompetenz.

      5. An dieser Stelle sind wir auch meist erst beim grundsätzlichen Verstehen, einer Art Ausgangslage. Was dann folgen kann wenn gewünscht, sind alle Betrachtungen aufs Leben: Familie / Partnerschaft / Kontakte / Selbstmanagement / Arbeit , Kollegen, Stelle / Bewerbungen / eigene Positionierungen / Fimmel und Ticks / Was man tun sollte und was lassen. Hier geht es um die Zusammenhänge zwischen / Individ. Probleme, Knoten, Konflikte, Optimierungen, etc. etc. - In dieser Phase werden aus den Erkenntnissen und Kompetenzen aus (4.), also den Selbstkompetenzen, Sozialkompetenzen. Es zeigt sich, WIE man den Umgang mit den anderen sehen, verstehen und handhaben kann. Das ist der Moment, wo die 'PS' auf die Strasse kommen.

      Das eigene Wesen, das Wesen des Bootes, Wasser und Wetter ... das ist alles komplex.

      Ein 'Coaching' für Menschen mit HB-HS-Prägung  ist also in den ersten Phasen ein recht hoher Lernprozess, da die Klienten Input erhalten. Der Input stammt zu grossen Teil aus der humanistischen Psychologie, das ist kein Budenzauber, die Zusammenhänge sind in bekannten Fachtheorien niedergelegt. Selbstverständlich gibt es den Anteil "nice-to-have" dazu ... Erfahrungen, Entwicklungen und Beobachtungen aus dem Erfahrungsschatz.

      Last but not least bleibt es aber ein Coaching - oder anders gesagt: zum Schluss hin wird es wieder ein Coachingprozess, dann nämlich, wenn die Klienten mit den neuen Inputs ihre eigenen Schlüsse und Gedanken anfangen zu entwickeln, fortzusetzen, neu zu gestalten und zu erfahren. Dann ist es wieder ein Coachingprozess der eher reinen Natur. Und selbstverständlich: alle Inputs sind keine "Glaubenslehren", sondern werden durch ordentliche Coaches so eingebracht und moderat angeboten, dass sie bestenfalls wie eine 'Fruchtschale / Buffet' zwischen Coach und Klient auf dem Tisch stehen, auf dass man sich als Klientin oder Klient in eigener Verantwortung und Motivation davon bedienen kann.

      Wichtig, wie ich meine, ist also eine Art Grundwerkzeug des Verstehens. Ist das vorhanden, kann leicht und höchst praktisch, d.h. verwendbar damit aufgebaut und fortgesetzt werden, ... ich meine das eigene Leben, nicht das Coaching, wenn es nicht weitere Themen gibt.

      Ein Gedanke sei noch angefügt: Selbst wenn es ein Leben lang bei einem bleibt - gut verinnerlicht kann man das Thema sozusagen irgendwann für sich verlassen. Eine grosse Gelassenheit ...

      Ich hoffe, damit Klärung anbieten zu können.

      Herzlich und Ihnen viel Erfolg

      Jona Jakob
      www.begabt-sensibel.de
      www.begabt-sensibel.ch

      19.06.2016

      Warum sich Normalos und Hochbegabte/-sensible hören aber kaum verstehen


      Hinweis für die Leserschaft:
      Der Beitrag ist bewusst im 'Schwarz-Weiss-Modus' verfasst. Selbstverständlich ist das so nicht haltbar, da gibt es in alle drei Dimensionen hinein eine Unzahl von Grautönen und Graustufen. Der dualisierende Modus hilft einzig, eine erkennbare Differenz zu schaffen, damit es leicht verständlich ist. - Danke für Ihr Vertrauen. JJ


      In 2016 ergaben sich überraschend viele Coachings mit hochbegabten und sensiblen Menschen. Während deren Geschichten und Beschreibungen kam ich auf eine Beobachtung, warum sich Begabte und Normalos so oft nicht verstehen. Sie reden miteinander, stehen sogar im selben Kontext einer Situation und reagieren dann aber auf die Kommunikation oft höchst unterschiedlich, was zu stark auseinandertreibenden Reaktionen, Resultaten und emotionalen Launen führen kann,

      Um die Unterscheidung im Blogbeitrag zu "verdeutlichen" schreibe ich plakativ:

      Nomalos: 

      • reagieren instinktiv
      • suchen Sorgenlosigkeit 
      • bei geringstmöglichem Energieumsatz und 
      • sind daher Problemlosigkeits-orientiert

      Hochbegabte

      • reagieren intuitiv
      • suchen Probleme / Aufgaben / Herausforderungen / Möglichkeiten / Neues / ...
      • bei effizientem, sinnvollen Einsatz aller Möglichkeiten und Ressourcen und
      • sind daher Lösungs-orientiert

      Alle Rechte bei Jona Jakob - 2016, Frankfurt / Grafik von unten nach oben lesen

      Reaktion, Instink und Intuition


      Reflex, Instinkt und Intuition sind drei Ebenen von weitgehend unbewusster Handlung bzw. Entscheidungsfindung.

      Ein Reflex ist wohl die früheste Reaktion auf einen Reiz in der Geschichte des Lebens. Meist dienen Reflexe dem Schutz wichtiger Organe. Ein einfacher Reflex ist der Lidreflex, der einsetzt, sobald irgendwas das Auge berührt.

      Instinkt liegt entwicklungsgeschichtlich schon etwas höher. Möglich ist es, angeborene Instinkte von erlerntem instinktivem Verhalten zu unterscheiden:  Daß ein Neugeborenes sich zu den Zitzen der Mutter bewegt, ist sicherlich instinktiv und angeboren. Daß wir in einer Gefahrensituation im Straßenverkehr die Bremse treten ist wohl auch als instinktiv zu bezeichnen, aber sicher nicht angeboren.

      Intuitiv schließlich ist mE ein Prozess, der unbewusst im Neocortex abläuft zu nennen. Intuition ist, anders als Reflexe und Instinkte, normalerweise relativ langsam und komplex. Unbewusst bildet sich aus Assoziationen ein Gesamtbild, welches uns dann als intuitiver Gedanke bewusst wird. Daher dürfte Intuition mit der Entwicklung des Neocortex bzw. des präfrontalen Cortex gewachsen sein.

      Es gibt in der Welt der Hochbegabung einen Presseartikel aus 2009, in dem der Begabte als "Chancendenker" für Krisen gestärkt wird (Quelle: A. Heintze), da er in Krisen länger als Normalos noch nach Lösungen sucht und Ideen hat. Er ist bestrebter aber ganz besonders von früh auf konditionierter, mit Nichts noch etwas zu machen, während der Normalo mit seinem gewohnten minimalistischen Ansatz von reinem Arterhalt sozusagen bald mal mit dem Rücken an der Wand steht. (Das sind keine Bewertungen, sondern veranschaulichte Bilder, um den Gedanken nachvollziehen zu können).

      Hauptunterschied: Der Begabte will 'was tun - der Normalo nicht.

      Das ist kein Positiv-Negativ!!! Das sind ZWEI eigenständige Strategien, welche beide ihre Stärken und Schwächen haben und als Handlungsweise beide beste Resultate bewerkstelligen können. Das ist zu beachten. Beide Seiten sind auf ihr Verhalten stolz, beide finden sich selber gut. Beide sind gekränkt, wenn man sie darin missachtet. Diese beiden höchst unterschiedlichen Verhaltensweisen sind nicht weniger, als beider Seiten Selbstverständnis. Hier wird Ich-Kompetenz wichtig, um in Sozial-Kompetenz besser zu werden.

      Wichtig: Beide Typen haben seit Kindheit enorm vertiefte und versierte Strategien entwickelt, ihr Art und Weise durchzusetzen. Man darf den Normalo in seiner Weise niemals unterschätzen, bewegt sich sozusagen der Rest der Umwelt in diesem Modus, der z.B. auch für alle volkswirtschaftlichen Systeme : Geburtenrate -> Familien -> Bildungs- und Versicherungsmärkte -> Arbeitsmärkte -> Konsummärkte -> Mobilität -> Geldflüsse -> Berechenbarkeit -> Anreize -> Lenkungs- und Steuerbarkeit -> etc ideale Konditionen herstellt. Dank den Normalos funktioniert unsere Welt. Als Begabter kann man dem Rechnung tragen und damit sehr gut ankommen.

      Alle Rechte bei Jona Jakob - Frankfurt 2012

      Begabungstyp 1 und 2


      Link zum Beitrag:
      http://begabt-sensibel.blogspot.de/2013/01/hochbegabung-typ-1-und-2-von-jona-jakob.html 

      Dort unterscheide ich den Typ 2 als eine Persönlichkeit, die durch Wachheit und zu hohe Aufmerksamkeit eine Art Resilienzstrategie entwickelt, um die Kindheit besser zu überstehen. Diese Menschen werden eine Art gedrillte 'Checker' - überaufmerksam, überbedacht, überprüfend, und denkend, denkend, denkend.



      Der oben stehende Beitrag ist erneut bildlich und "bewertend" beschrieben - das ist aber ausdrücklich nicht meine Absicht, jemanden zu bewerten. Ich schreibe bewusst in Worten des 'Alltags', damit Resonanzen möglich werden. Keiner von beiden Seiten ist schlauer oder cleverer - beide sind in ihrer Weise von Natur her schlau angelegt und clever in ihrer eigenen Art. Beiden ist höchster Respekt und alle Würde ausgesprochen. Beide Seiten haben ihren ganz grossen Nutzen im Bestehen des Menschen. Beide sind liebenswert und angenommen.

      Wenn es darüber auch im Miteinander besser gehen kann, weil erkennbar wird, was möglicherweise beachtet werden kann, dann ist damit ein Dienst getan. Was ich schreibe ist auch keine zwingende Wahrheit oder hat seine Wissenschaftlichkeit - es ist nichts mehr, als meine subjektive Beobachtung, eine die sich mir mehrfach als Konflikt zeigte und als Lösung, wenn wir damit bewusst umgegangen sind.

      Viel Erfolg

      Jona Jakob
      Coach für Hochbegabte Hochsensible Erwachsene Deutschland und Schweiz

      http://www.begabt-sensibel.de
      http://www.begabt-sensibel.ch


      29.05.2016

      Hochbegabung ist eine Freiheit - Hochsensibilität eine Ernsthaftigkeit


      Während die Hochbegabung der herausfordernde Kraftakt ist, eine Freiheit zu sein, ist die Hochsensibilität eine unausweichliche Ernsthaftigkeit, die aus der ihr eigenen Gefangenschaft erwächst. -


      Jona Jakob, 2016

      Liebe Hochsensible - schaut euch dringend die Doku über diesen Fragilen an, dieses Genie und sein Zerbrechen

      Ich bin noch am schauen, was dieser Mensch mir von sich zeigt und was daraus in seiner Arbeit wird. Hört genau hin, schaut, fühlt mit. Es ist eine sagenhafte Reise in das Leben eines Hochsensiblen, der sich schöpft und schöpft und bricht.

      http://www.arte.tv/guide/de/057831-000-A/thin-skin

      Jona Jakob
      www.begabt-sensibel.de

      30.03.2016

      Immer wieder gut: neue Sichtweisen (HS / HB)



      Do not confuse my bad days as a sign of weakness. 


      Those are actually the days I am fighting my hardest.



      AutorIn: unbekannt

      Quelle: G+

      27.02.2016

      Hochbegabt getaktet sein ist zu schnell und damit zu viel für den Normalobereich

      Hallo zusammen

      Ich beobachte bei hervortretenden Hochbegabten (HBler) folgende Erscheinung: Sie haben

      • eine Idee und 
      • gleich noch ein Konzept, 
      • dann einen ganz anderen Gedanken
      • eine neue Webadresse
      • neue Dienstleistungsprodukte
      • eine nächste Idee
      • noch was
      • etc

      Diese einzelnen Elemente können sich meist gänzlich abgrenzen und für sich selber je ein Thema darstellen. Und hierbei ist es egal, ob jemand diese Vielfalt/Menge/Dichte in die breite der Themen füllt oder in die Tiefe eines Fachbereiches. Und es geht im ersten Moment nicht um das Viele - es geht um die zeitliche Dichte, wie schnell also das Nächste aufs Vorherige folgt.


      Wie wirken 'zu viel' und 'zu schnell' auf der Normalo-Seite?


      Das ist fürs Umfeld, gerade in sozialen Netzwerken, eine Qual. Die würden den neuen Anteilen der ersten Idee vom Montag noch folgen, wenn sie zuhören und sich eindenken würden. Da finden sie das noch gut. Doch wenn schon am Dienstag eine ganz andere Konzeption angeboten wird, steigen sie spätestens am Mittwoch aus, wenn für diese Woche das Dritte neue Teil hochploppt. So blenden sich die Normalos leise aus, hören nicht mehr zu, lesen die neuen Posts nicht mehr, egal was geliefert wird und wie brauchbar es wäre. Ein konkretes Beispiel wäre, z.B. in XING zu viel und zu oft etwas zu posten - die Leserschaft bleibt mehr und mehr fern und triggert auch dann noch verscheucht an, wenn sie nach vier Wochen mal wo reinschauen ... Flucht, nur noch Fernbleiben.


      Lösungsorientierung des HBlers versus Problemlosigkeitsorientierung des Normalolebens


      Im Bereich des Normalo ist das Urgehirn nicht auf Neues, Veränderung oder Lösung etc. eingestellt. Wie in der Ur-Höhle ist es auf Sicherheit und Gleichbleibende Verhältnisse getrimmt. Jeder neue Gedanke ist anstrengend, bedeutet irgendwie Gefahr, wie damals, als unbekannte Geräusche in die Schutzhöhle drangen und man überlebensnotwendig ins Verstecken, Stillesein und die Abwehrhaltung ging. Eher schliesst sich heute noch das eigene Auge, als dass es wirklich Neues sehen möchte. Zum Ausgleich dieser Scheutierhaltung geht man dann vergnüglich zu StarWars ins Kino oder schaut sich zu Hause Gruselfilme an, ABER ... unter einer Decke und mit vier Freunden/Freundinnen. Man will wegschauen können, wenn es zu heftig wird.

      Wer also in einem Normalo-Umfeld zu viel und zu oft etwas vorstellt, egal was, selbst nur als Hinweis auf einen Presseartikel oder eine Liebelei, etwas Persönliches etc., der muss im Mass, als dass es der Trichter für geistiges Aufnahmevermögen dem Normalo erlaubt, erkennen und verstehen, dass alles, was darüber hinausgeht, nicht aufgenommen wird und damit einen selbst verursachten Verlust darstellt - ein zu vieles oder zu schnelles Liefern von Gut und Gütern wirkt dann inflationär und wertvernichtend, wie dieser 6-zeilige Satz. :-))

      Wie vorgehen?


      Man darf nicht viel liefern. Und daher muss man irgendwie 'managen', wem habe ich wann was zuletzt geliefert. So kann man mehr Ideen liefern, aber an unterschiedliche Zielgruppen. Man muss sich achten und den Wert der Ideen bewahren, um wenigstens nicht noch Verluste zu schreiben. Gewinn als Auftrag, Kundenbeziehung, Geldverdienen und Honorar ist schier ausschliesslich nur auf Normaloseite zu vereinbaren (ok, wenn HBler in Coachings gehen, dann nicht, klaro). Die meisten Geschäfte dieser Welt erfolgen zwischen Normalo und Normalo. DORT ist der Geld- und Wirtschaftskreislauf. Und dort auch ist jene "Wirtschaftlichkeit", die sich HBler so sehr ersehnen, wenn sie unverstanden zurückbleiben oder eben zu sehr vorweggehen. Im Vorweggehen ist selbe Einsamkeit wie im Fall von "bestellt-aber-nicht-abgeholt". Blöd irgendwie.


      Wohin aber dann mit den Ideen und deren Vielfalt?


      Zwei Möglichkeiten fürs Selbstmanagement:

      a) Bei sich selber sammeln (Word, Datenbank, Tagebuch, Mäppchen, etc). Dann allenfalls zeitlich und chancenmässig ab und zu klären und aussortieren oder konsolidieren / verdichten und halt einfach bewahren und nur langsam veröffentlichen, so alle 6 Wochen mal.

      b) Was auch versucht werden kann, ist, eine potentielle Idee dahin zu 'product-managen', dass sie 'normalo-gerecht(er)' wird und sie dann anbieten. Trainiert euch in Product Managment, auch für Dienstleistungen, macht eure Ideen markt'gerecht (der Markt, das sind 98% Normalos) und schaut, wie SIMPEL die Erfolgprodukte von Cola bis Burger, von Design bis Label sind und wie diese darüber hinaus erfolgreich sind, weil sie helfen, simpel zu bleiben, sprich: das Leben einfacher machen. Macht eure Ideen smooth, ... und nicht intelligenter, sondern glätter, flutschiger - kremig.

      HBler-Lösungen liegen 'vorweg' ausserhalb des Verkaufsmarktes eines Normalolebens.


      Wenn ihr bei einem hohen IQ keinen guten Zugang zur Denke von Normalos habt, sucht euch eine Kollegin oder einen Kollegen, der einen gemässigten IQ auf Höhe 125 hat und dem der Zugang zu 100 möglich ist. Dann baut mit dem Brücken - per persönlicher Wertschätzungskette, der Höchstbegabte als Produzent und Lieferant, als Quelle. Der Hochbegabte und Begabte als marketing-logistischer Lieferant und Vertriebspartner. Schlaue Normalos als Finanzierungspartner, welche die Chance erkennen (FinTech-Leute, die blitzschnell denken und rechnen und die Futter für ihre Kapitalportfolios brauchen), und dann das Heer der Normalos als Kunden und Bezüger, FB-Freunde und Follower.

      Was also zu "Menge, Mass und Takt" bei Hochbegabung zu sagen wäre:

      "God is a DJ."

      Jona Jakob
      Zürich Bern Frankfurt

      20.02.2016

      Erfolg für Hochbegabte: Grosse Werke - Erfolg für Normalos: Geld verdienen

      1. These:
      Sobald die Leute einen Hochbegabten für 'erfolgreich' einstufen, womit 'geschäftlich erfolgreich' gemeint wird, finden sie diesen plötzlich 'normal'. 
      2. These:
      Finden sie ihn erst einmal normal, glaubt ihm niemand, wovon betroffen zu sein.
      3. These:
      In dieser 'Freigesprochenheit' finden nun andere Hochbegabte den "Erfolgreichen" suspekt.

      Das ist eine Beobachtung. Und eine Provokation auch. Aber nicht, um zu provozieren, wofür auch? Nein, die drei Sätze sind dazu da, eine Art gesellschaftliche Membrane zu zeigen, was passiert, wenn eine Erscheinung (Erfolg) eine anders respektierte Wertzuschreibung erfährt.

      Wenn Sie nun argumentieren möchten, sich nicht verbiegen zu mögen und so zu bleiben, wie Sie sind, erfahren Sie von mir ein ok. Doch wenn Sie sich für einen neuen Partner duschen oder schminken oder schön anziehen, wenn Sie sich für eine neue Stelle mit dotierten Unterlagen bewerben, wenn Sie sonst wo zu gefallen versuchen - ... dann ist es die Betrachtung wert, wo ein Ausweg sein kann.

      Erfolg für Hochbegabte: Grosse Werke
      Erfolg für Normalos: Geld verdienen

      Beste Grüsse
      Jona Jakob

      10.02.2016

      Geburtsfamilie oder Lebensfamilie?

      Hallo zusammen

      Nach all den Jahren im Kontakt mit Menschen mit Prägungen durch eine Hochbegabung (HB) ist ein Thema mE das meistgewünschte und irgendwie oft am wenigsten gelöst. Warum? Weil sich viele Hochbegabte von anderen Menschen unverstanden oder - wichtig - zu entscheidenden Anteilen unverstanden fühlen.

      Beispiel:
      Ein junger HB-Mensch sucht eine Stelle im Berufsfeld der Programmiererinnen/Programmierer. Er oder Sie ist 24 Jahre alt, hat ein Studium mit und ist persönlich in der Thematik vertieft. Was die Mutter nun "redet" ist etwa:

      - "Er/Sie sucht gerade eine neue Stelle."
      - "Ich wünsch mir ja so, dass du endlich etwas findest."
      - "Willst nicht versuchen, den oder die anzuschreiben, vielleicht haben die ja "etwas" für dich."

      Wo das gegenseitige Verstehen noch kongruent ist, also irgendwie 'gleichauf', das ist in dem Normalo-Denkbereich "Junger Mensch sucht Anstellung". Worin die Mutter aber nicht folgen kann, ist jener ganze (An-)Teil für den jungen Menschen, der genau weiss, welche Programmiersprachen (Wiki: Programmiersprachen) er/sie gerne programmieren würde. Niemand in der Familie hat Ahnung, was es da alles gibt. Der junge Mensch war erst 20, als er für einen Code einen der heiss begehrten Awards der Branche gewann. Aber nicht einmal der Vater konnte sich an der Auszeichnung so richtig freuen, niemand in der Familie eigentlich, weil niemand wusste / verstand / einschätzen / bewerten / nachvollziehen konnte, was die Auszeichnung, dazu Englisch verfasst, bedeutete / darstellte / ausdrückte.

      Das ist jene 'Partielle Unverstandenheit', die ich meine. Genau an den Gipfeln, den Aussenrändern von Fachthemen, im 'Aussen' der Lieblingsbeschäftigungsfelder ist niemand mehr, der einem dort hin zu folgen vermag. Wann immer sich ein HBler an seinen Tisch setzt, um zu codieren, zu entwickeln, zu forschen, zu philosophieren oder nach Lösungen sucht, ist er sofort alleine. - Noch eben sass er mit seiner Familie am Küchentisch, ob mit der Geburtsfamilie oder seiner ehelichen eigenen Familie - und es wurde über Tagesnachrichten gesprochen, über die Kinder, die Schule, den Arbeitgeber. Bis dahin "funktioniert" das Miteinander, der Austausch, die Transaktion und ganz besonders:

      a) das gegenseitige Verstehen und damit das

      b) gegenseitige Einfühlen

      c) im Umfang des nächsten Grades an Intellektualität ist gleicher Austausch möglich

      d) in allem, was darüber hinaus geht, ist der "Gescheite" alleine.

      Man ist in seinem Menschsein als Persönlichkeit beschnitten / begrenzt / gedeckelt / unangenommen und missverstanden. Und am Tisch mit dem Abendessen ist es für den HBler, als müsste er mit einem Sportwagen mit 30 Km/h durchs Wohnviertel "waten".

      Fehlt nur noch, dass das Umfeld den Zustand für sich reklamiert:

      - Du mit deinen Ideen ..
      - Bleib doch mal auf dem Boden ..
      - Ja du wieder ..
      - Kanst du nicht normal?

      Da jeder Mensch die Annahme, die Akzeptanz und das Geliebtsein seiner Person als lebenswichtiges Bedürfnis in sich trägt, ohne dass da ausgewichen werden kann, ist das eine der wichtigsten Stellen zum Thema Hochbegabung: Es empfiehlt sich daher dringend, den Gedanken einer Lebensfamilie (Andrea Brackmann) zu verstehen.


      Lebensfamilie versus Geburtsfamilie - was ist die Idee?


      Die Idee ist es, zwei Gedanken für sich selber nicht zu missachten:

      1. Niemand wird mir das Problem abnehmen - nur ich kann dafür sorgen, dass es mir besser geht.

      2. Ich muss also selber schauen, Menschen zu finden, mit denen ich mich gegenseitig so vollauf wie möglich verstehe - gefühlt verstehe, angenommen verstehe, intellektuell verstehe, geliebt verstehe.

      Und wo sind die nun? Das weiss ich auch nicht. Aus meiner eigenen Lebensgeschichte heraus bin ich - ich konnte das erst viele Jahre später als Rückschau wahrnehmen - unbewusst zuerst von Bern nach Zürich und 25 Jahre später noch von Zürich nach Frankfurt gezogen. Warum? Am neuen Ort wurde mehr gesprochen, mehr ausgetauscht, die Menschen waren schneller und häufiger redselig, die Gespräche waren inhaltsreicher. Das ist an dieser Stelle keine Bewertung von "besser oder schlechter". Es zählt einzig, dass es mir besser ging, über Tage, Wochen, Monate und Jahre mit mehr Rückmeldung zu leben.

      Darüber hinaus entwickelten sich die sozialen Netzwerke, die nun seit acht Jahren nähren. Über diese Weise gewann ich unzählige Kontakte, konnte mich einbringen, wurde aufgenommen und als Freund oder Feind in die Auseinandersetzung miteinbezogen. Ich besuchte in Zürich jahrelang eine offene Gruppe für Philosophie (Café Philo). In Frankfurt sind es Abende im 'Salon Integral' oder bei der 'Dialog Gruppe Rhein-Main'.

      So fand ich mit der Zeit eine Art Lebensfamilie. Menschen, mit denen ich mich in der Weise austauschen kann, dass meine Seele Ruhe findet. Bei mir sind es Gespräche, Gedanken, Fragen nach den Entwicklungen. Und über das Internet, die Städte, die Sprachen und Landeskulturen bis hin zu den Gruppen fand ich einzelne Menschen, mit denen es für mich ein grosses Vergnügen ist, mit ihnen Zeit und Beisammensein zu erleben.

      Ich mache heute keinen Halt mehr vor der Geografie. Das Internet, die ICE-Züge, mein Selbstmanagement bezüglich Hochbegabung, das alles hilft mir, mich zu organisieren, gut für mich zu sorgen, auf dass ich Austausch kriege, von Wien bis Bern, von Zürich bis an die Nord- und Ostsee.

      Und wenn ich etwas bedaure, dann, dass meine Fremdsprachen Französisch und Englisch nicht vertieft genug sind, mich in diese Geografien schriftlich eintauchen zu lassen. Mündlich geht es, aber schriftlich kriege ich die Trennschärfe nicht wirklich hin.

      So möchte ich euch empfehlen, diesen Aspekt einmal für euch zu prüfen, immer wieder einmal Bilanz ziehen und schauen, ob euer Portfolio an Menschen für den möglichst vollständigen Austausch / Verstehen / Fühlen / Lieben besteht und ihr darin einen guten Teil findet, was euch gut tut und womit ihr anderen gut tun könnt. Dann nämlich erträgt sich auch Mutterns Liebe ein Stück leichter, die es bestimmt gut meint.

      Es kann sein, dass eine Lebensfamilie nicht alle Bedürfnisse abdeckt, die man in seiner ganz persönlichen Hochbegabung ersehnt. Selbstarbeit, Mut zur Einsamkeit an der Spitze (Leistung / Erfolg / Wissenschaft), eigene Projekte und Werke, Publikum oder Leserschaft, Follower und Communities können weitere Felder sein, die einem Resonanz angedeihen lassen - oder unterrichten, informieren, vortragen, präsentieren.

      Hinweis:
      Es gibt solcher "Geburtsfamilien" noch weitere:
      - der Vorstand von einem Verein
      - die Organisationsgremien eines Verbandes
      - das Management eines Unternehmens
      - zuständige Behörden
      - etc.

      ... sie können für einen Hochbegabten in einzelner persönlich-menschlicher Erscheinung, wie aber auch als Leistungspaket (Organisationskultur / Managementkultur / Verwaltungskultur / Finanzierungskultur, ec) "zu dumm" erscheinen.

      Wenn ein Hochbegabter meint, jemand oder etwas sei ihm schlicht zu dumm - dann ist damit nicht zu hören: die anderen sind dumm - nein. Die Anderen sind und bleiben ok. Die Aussage ist eine Selbstaussage und bleibt beim Hochbegabten, der seinen Eindruck subjektiv "so" erlebt. Das ist also keine Bezichtigung an fremde Adresse, sondern eines der Probleme, mit denen man wegen seiner Hochbegabung zur recht kommen muss.

      Was bleibt: Man muss es sich selber schaffen, diesen Garten - es hängen nicht einfach Früchte am Weg. Sucht und findet euch - immer und immer wieder.

      Beste Grüsse

      Jona Jakob
      Zürich Bern Frankfurt





      30.12.2015

      Hochbegabung in Organisation und Management

      Der Zweck des Angebotes ist es, Unternehmen und Führungskräfte dabei zu unterstützen, Mitarbeiter mit Hochbegabung zu erkennen und zu verstehen. Hierfür gibt es eine eigene Website: 





      Dabei sind drei Elemente zu beachten:
      • Ziel und Zweck der Organisation, Unternehmen und seiner Führung
      • Die geprägten Personen und ihre Funktionen
      • Alle anderen Kontaktpersonen: Mitarbeiter, Kunden, Kollegen, etc.

      Diese drei Elemente bewegen sich im Führungsgrid (Blake/Mouton)
      • zwischen Sachzielorientierung
      • und Sozialzielorientierung

      Zentraler Kern der Optimierungen der Zusammenarbeit ist gesteigerte Selbstkompetenz bzw. Ich-Kompetenz und gesteigerte Sozialkompetenz bzw. das optimierte Miteinander

      Ich freue mich, wenn ich Ihnen bei solchen Fragen und Anliegen meine Dienste anbieten kann.

      Jona Jakob ¦ Individuation
      Zürich Bern Frankfurt

      02.12.2015

      Werden wir Selbstbeschmuser? Strategien meiner Bedürfnisse, wenn ich als Begabte oder Begabter nicht verstanden werde

      Hallo zusammen

      Mich hat ein Gedanke bewegt, den ich mit diesem Beitrag "skizzieren" will.

      Ich weiss nicht, ob das eine reale Auswirkung und damit eine Wahrheit sein kann.

      Ich habe mich gefragt, ob ein Mensch dann, wenn er nicht oder nicht ganz verstanden wird, damit anfängt, nach weiteren Fragen und weiteren Antworten selber zu suchen, um sich damit "selber zu befriedigen"?

      Gemäss bekannten Theorien der Humanistischen Psychologie gilt z.B., dass der Mensch das existentielle Bedürfnis hat, nach Grund- und Sicherheitsbedürfnissen sozial anerkannt zu werden, angenommen zu sein - ja geliebt zu werden. Diese dritte Stufe der Maslow-Pyramide wird in der Entwicklungstheorie noch als 'überlebensnotwendig' bezeichnet, was meint: kriegen wir als Klein- und Kinder oder auch später als Jugendliche und erwachsene Menschen keine Liebe und Annahme, gehen wir ein und werden seelisch krank. Wir verkümmern.

      Hochbegabte werden selten gänzlich 'nicht verstanden'. Aber was MEIST stattfindet, das ist eine Teil-Unverstandenheit, wenn die Antwort des Hochbegabten über das intellektuelle Mass des Kommunikationspartners herausragt. Das ist wie bei einem Format von Bildschirm: ist die Website grösser formatiert als die Dimensionen des Bildschirms, kann dieser nicht die gesamte Darstellung anzeigen.

      Und ALLE TEILE, die vom Empfänger einer Botschaft nicht verstanden werden, bleiben für den Hochbegabten UNANGENOMMEN und können somit weder angenommen noch geliebt werden. Für die Überanteile des Begabten gibt es keine Aufnahme, keine Liebe, kein Verständnis, keine Zuspruch oder keine Widerrede, keine Orientierung also. Es bleibt eine unerwiderte Leere, die mehr und mehr an der Seele jenes Menschen nagt und ihn unsicher und einsam macht.

      Und daher mein Gedanke, ob wir aus dieser Teil-Unverstandenheit heraus nach neuen Fragen und neuen Antworten suchen und suchen und suchen, um mit uns selber jenen ganzen Dialog zu führen, gewonnen in der eigenen wachsenden Erkenntnis, dem unser Umfeld nicht folgen mag, ob intellektuell oder von der Aufmerksamkeit her.

      Ist unser Fragen und Suchen nach Wissen, Antworten und Erkenntnis eine Form der Selbstbefriedigung? Umarmen und streicheln wir uns damit selber, da es die anderen nicht tun? Ist die Suche nach Antworten, die uns nicht gegeben werden und die uns Dialog verhindern, eine Überlebensstrategie um "angeblich" nicht zu verkümmern? Fühlen wir uns daher verkrümmt?

      Wie ihr seht, ich formuliere mehr eine Frage, als dass ich das bestätigen würde. Aber es könnte gut sein und Resonanz auslösen. Dann wird es für diejenige Person wohl zutreffen und sich stimmig anfühlen.

      -

      Was kann z.B. ein Elternteil einem Kind oder ein Arbeitskollege im Team jemandem antworten, wenn es das Kind bzw. den mitdenkenden Kollegen nicht versteht?

      "Ich merke gerade, dass du mir mehr mitteilen möchtest, als ich zu verstehen vermag. Ich spüre den Anteil, den ich nicht verstehe und möchte dass du weisst, dass ich dich darin sehe (und annehme / liebe) als mein Kind bzw. Teamkollege." - In etwa so wäre der unverstandene Anteil weiter unverstanden, aber angenommen, da doch wahrgenommen.

      Mit herzlichen Grüssen

      Jona Jakob
      Zürich Bern Frankfurt

      25.10.2015

      ... ich kann nicht leichtfüssig über den Dingen stehen ...

      Hallo zusammen

      Mich hat seit langer Zeit immer beschäftigt, warum ich nicht "durcharbeiten" kann.

      Bild: (c) bei Jona Jakob, privat.


      Von welcher Situation rede ich?

      Es sind mehrere Arbeiten zu verrichten, die jemand anderes einfach erledigt. Ich nicht:
      - mehrer mittelgrosse Aufgaben an einem Vormittag
      - oder z.B. 15 Adressen aufnehmen (Aufwand normalerweise 1 h)
      - oder gemischt: ein Gesprächsrapport, dann ein Kalendereintrag, dann eine Mailantwort, dann ein Telefonat, und vielleicht noch meine Aktentasche von der letzten Reise aufräumen, dh. die Papiere und Belege sortieren und ablegen

      Es hat sehr lange gedauert, weil ich z.B. oft prokrastiniere, mich also ablenke oder aufschiebe, z.B. in XING lese oder sonst wie ausweiche. Ganz früher ging ich dauernd zum Eisschrank um was zu essen - das kann ich heute sein lassen. Eigentlich weiche ich aus.

      Nun entdeckte ich für mich folgendes: Ich muss vermuten, für die einzelne Aufgabe mich emotional zu sehr zu engagieren. Das simple Aufnehmen von einer Adressangabe erzeugt mit meiner HS eine innerlich hohe Verknüpfung mit dem Menschen, dessen Name und Ort mich gerade beschäftigen. Vielleicht hatte ich zuvor eine Begegnung, what ever ... selbst bei neuen Coaching-Kandidaten, die ich noch nicht kenne - deren Anfragen, Mails, das Vorgespräch ... ich habe meist genug "Stoff", wegen 1 Adresse in eine gefühlte Welt und Energie einzutauchen.

      Und das erschöpft mich, frisst mich in eine Sache rein, macht es mir harzig. Dieses Eintauchen.

      Denn wenn ich schon mal eingetaucht bin, können mich unzählige Gefühlsregungen ermüden, wenn es nicht rund läuft, es mich anspannt, ich noch nicht ready bin, es ungewiss wird - etc.. Oder die eigentliche Erledigung ist mit Euphorie, Glücksgefühlen, Freude oder Spannung verbunden. However ... es braucht Kraft, Energie und macht mich sowas von"eingetaucht".

      Damit ich nun fliessend weiterarbeiten würde, müsste ich auftauchen und ZACK weiterarbeiten. Geht aber bei mir nicht sehr gut. Echt nicht. Dann fliehe ich in die Prokrastination und die nächste Erledigung bleibt vorerst liegen.

      Wie gehe ich damit um? Neuerdings händle ich das so:

      a) Ich reisse mich etwas zusammen und mache eine Arbeit fertig.
      b) dann mache ich Pause, gehe in die Ruhe, lege mich für Minuten hin, mache die Augen zu
      c) dann gehe ich relativ schnell wieder hoch und konzentriere mich, gleich mit der nächsten Aufgabe anzufangen (nicht erst abweichen). Erst wenn ich drin bin, erlaube ich mir, auch noch Musik anzustellen und mir etwas zu Trinken zu holen. Aber erst rein in den neuen Aufgabenmodus, eintauchen, damit es mich dort behält.

      Selbst wenn ich die Spülmaschine ausräume oder mich fürs Gassigehen mit dem Hund bereit mache - bitte nicht reinquatschen, mich nichts fragen, nicht noch schnell dies oder das ...

      Ich wollte nur auf diese Beobachtung hinweisen: Meine HS zieht mich in Dinge tiefer rein, als vermutlich andere Menschen. Ich konnotiere, bilde Synapsen, verfestige Ort und Moment und kann daher nicht leichtfüssig über den Dingen stehen. 


      Beste Grüsse

      Jona Jakob ¦ Individuation
      Zürich Bern Frankfurt

      28.08.2015

      20 Witze, die nur intelligente Leute verstehen

      Die Huffington Post hat die 20 Witze zusammengestellt - eine köstliche Angelegenheit ... und ehrlich, alle hab ich noch nicht verstanden :-)

      http://www.huffingtonpost.de/2015/08/25/witze-intellektuelle-verstehen_n_8035426.html

      Viel Fröhlichkeit - erstaunlich eben, wie gut sowas tut. Mir jedenfalls.

      06.08.2015

      Der Hillary-Tenzing-Effekt sozialer Annahme bei Hochbegabung

      Hallo zusammen

      Was ich heute beschreibe, entnehme ich eigenen Beobachtungen, die ich über unzählige Hochbegabte  (HBs) bis hin zu mir selber machte. Natürlich stellt das keine wissenschaftliche Wahrheit dar, aber ich will das doch mal beschreiben. Wozu?

      - für HBs:
      Um einzufühlen, ob die Beschreibung auf Resonanz stösst und damit eine Möglichkeit besteht, sich Teile der Annahme, des Verstehens und der Bestätigung von Seines'Gleichen zu holen.

      - für Normalos:
      Damit erkennbar wird, ohne jede Bewertung oder irgend "Schuld", was möglich ist und was nicht möglich wird und entsprechend besser dann damit umgegangen werden kann.


      Die dritte Stufe der Maslowschen Bedürfnispyramide:
      Annahme, Liebe, Akzeptanz, Verständnis


      Wenn ihr die Hand hochstreckt, ist meist der Mittelfinger der höchstgewachsene. Er ragt ein Stück über alle anderen Finger hinaus. Was die dritte Stufe der Maslow-Pyramide angeht, die Soziale Annahme, ist den anderen Finger dies nur so weit möglich, als das sie es vermögen. Am Bild der Hand so weit, wie sie gewachsen sind. Der Ringfinger kann also den Mittelfinger nur so weit sozial annehmen, wie er mit ihm gleichauf ist. Das Stück, welches der Mittelfinger darüber hinaus gewachsen ist, bleibt für die anderen Finger 'Terra incognita' - ein unzugänglicher Bereich. Nicht sehbar, nicht fühlbar, nicht erfassbar und damit unverständlich. Eigentlich inexistent und damit verkannt.

      Jetzt ist es aber so: Die dritte Stufe der Bedürfnispyramide zählt zu den existenziellen Bedürfnisstufen, ist also lebensnotwendig, damit man gesund lebt. Aber genau dieses Überstück kann dann z.B. von den Eltern nicht erfasst und somit nicht geliebt werden. Sie lieben vermeintlich alles, aber das stimmt nicht - ein Teil wird nicht erreicht. Mit diesem Teil bleiben HBs alleine.

      Und während es den Normalos, gerade auch durch den Gruppeneffekt unter Normalos, so bleibt, dass sie bis an die Limite ihrer Entwicklung andere erfassen mögen, was einer Art Deckelung gleichkommt, fahren HBs über viele und lange Jahre oben ab, höher und weiter und nicht zu selten in alle Richtungen als könnten Bäume doch in den Himmel wachsen.

      Aber auch hier, das Wachsen hat seine Grenze und gerät in eine Art Not: an jedem gewachsenen Ende sind HBs alleine, einsam, unverstanden und auch ein gutes Stück "ungeliebt", da nicht erfassbar (da kann Mutti noch so schwören, das ganze Kind in seiner Art zu lieben - es ist ihr gar nicht möglich).

      In dieser dünnen Luft, in diesem oft jahrealten Alleinsein, wo HBs unterdessen erwachsen wurden und allenfalls ins reife Alter gewachsen sind, können folgende Lebensbestände ausdünnen, vernachlässigt oder verwahrlost sein oder gänzlich fehlen, nämlich

      • das eigene gemittete Selbstverständnis
      • eine innere Sicherheit / Gelassenheit / Souveränität
      • die Zufriedenheit findet keinen Boden / Unruhe und Sucherei drängeln
      • man möchte verstanden werden 
      • man möchte geliebt sein
      • man bietet sich unter dem Preis an 
      • man findet Geld / Lohn / Honorar / Materielles nicht erstrebenswert
      • tbc

      Kurz: Man hat niemanden, dort wo HBs sind. Das erzeugt gefühlte Bodenlosigkeit. 


      Der Hillary-Tenzing-Effekt


      Das Wichtigste, was mir in 'optimalen' Begegnungen mit Hochbegabten passierte, war, dass ganz egal, was wir besprachen oder nicht, jener Effekt sich in den Stunden des Beisammenseins vollzog, den ich den Hillary-Tenzing-Effekt nenne. 

      Es war und ist wirklich völlig egal, was im Gespräch lag oder in der zwischenmenschlichen Nähe. Wichtiger war eher, wenn ich von 'optimal' schrieb, dass ich so annähernd wie nur möglich an selbe Stelle vermochte, wo HBs mir gegenüber in sich waren. Mir geht das gut mit Texten, Geschriebenem, Philosophischem, Gefühltem, Geliebtem und Geschätztem, Geschmacklichem und Mächtigem. Andere können eher Rechnen, Programmieren, Entwickeln, Analysieren, etc. - aber auch hier gibt es eine Deckungsgleichheit, allein durch die selbe Lebenserfahrung, obenraus zu schiessen, der orangen Linie gleich und dort clever aber unerkannt teilweise verloren zu gehen - so dass man selben Kampf im Leben führt. Bei Gleichen entsteht der Effekt unmittelbar innert Sekunden und hebt alles Alleinsein und alle Unverstandenheit allmählich auf, weil man im anderen HB seine Validierung erfährt, seine Bestätigung, seine Annahme - innerst Stunden ist man sich und wer und spürt, wie abgefahren wertvoll man ist. 


      Sir Edmund Hillary und sein Sherpa Tenzing Norgay gelang 1953 die Erstbesteigung des Mount Everest, dem höchsten Berg der Erde. Bilder der beiden hier: 

      Was will ich mit dem Bildnis zeigen?


      Antwort: Nur wer mit dir auf über 8000 Meter Höhe geklettert ist und neben dir steht, kann in ganzem Verstehen und Fühlen dir gratulieren und dir damit bestätigen, dass du nicht falsch liegst. 

      Du kannst später im Tal oder zurück in deiner Heimat jemanden vernehmen, der dir herzlich gratuliert zu deinem Erfolg auf dem Berg, aber du wirst immer spüren, dass der keine Ahnung hat, was du da erreicht hast, wie es sich anfühlt, wie heftig und eindrücklich es war, wie gefühlt und beängstigen, erhöhend und euphorisierend - egal was, der Gratulant hat keine Ahnung und du bleibst um dieses Stück alleine. Es hilft dann schon, wenn einer gratuliert, der schon mal mit Seil und Eisen geklettert ist. Aber verbunden, wahrlich in allem verbunden, bist du nur mit jenem, der an den Enden deines Daseins (rote Punkte) ebenso dort war, mal mit dir, mal für sich. Aber unter allen Bedingungen an selber oder ähnlicher stelle - eben "so annähernd wie möglich". 

      Lieber Hochbegabte, was will ich sagen?


      Sucht so heftig ihr vermögst "Eures-Gleichen" Menschen! Sucht sie weltweit und pflegt die Kontakte, welche euch gut tun. Entdeckt diese Menschen über Fragen. Ihr müsst sie nicht immer gleich verstehen - aber in dem dir bekannten Unverstandensein ist jede Frage von dir Labsal und Annahme, Erkenntnis und gleichzu Bestätigung wie Wachstum und Selbstsicherheit des dir gegenüber lebenden Hochbegabten. Trefft euch, geht euren Wegen nach. Und erhöht eure Lohn- und Honorarforderungen. Lernt, was das Wort 'wert'voll' meint, ob als Leistung und Beitrag, als auch als Vergütung für Vordenken und Wagen, jenem Explorieren, welches den Normalos nicht so leicht möglich ist. Sucht den Freund, der mit euch aufm Gipfel sein (ver)mag - das ist so sehr wertvoll. 

      Nachwort: 

      Solche Beiträge können den Eindruck erwecken, Normalos seien irgendwie nicht recht. Falsch - die sind weder minder, nicht recht noch sonst wie nicht ok. Sie sind ok und sind, was ihnen möglich ist. Und für die Welt ist das vermutlich hervorragend so. Damit aber die "Mechanik" in der Sache beider Felder erkennbar wird, schreibe ich mit etwas Kontur - es ist aber niemand besser oder schlechter. -


      Jona Jakob

      27.07.2015

      Gleich ein ganzes Team Hochsensibler - Krimiserie 'Inspector Mathias'

      In der Walisischen Krimireihe 'Inspector Mathias' ist für einmal nicht nur der Protagonist ein Begabt-Sensibler, sondern das 4er-Team besteht aus vier unterschiedlichen Typen #Hochsensibler (zwei Frauen, zwei Männer).

      Und einzig der Polizeichef zeichnet sich deutlich als Normalo aus, der mit seinem Vertrauen in die Vorgehensweisen seiner erfolgreichen Leute nicht über sein eigenes Denkvermögen hinauskommt und daher immer wieder massiv zweifelt oder bremst.

      Was mir besonders gefällt: Die Kamera lässt Mathias manchmal sekundenlang in Einstellungen BLEIBEN, wo man sehen kann, wie der Mann fühlt und dass er mit dem ganzen Körper SIEHT BZW. LIEST. Dann geht er wie ein Detektor und Radar los. Für mich grossartig.

      ARD, sonntags, ab 21:45 Uhr 'Inspector Mathias'

      Viele Eindrücke wünsche ich
      Jona Jakob

      http://www.daserste.de/unterhaltung/film/filme-im-ersten/sendung/inspector-mathias-mord-in-wales-die-bruecke-des-teufels-100.html

      21.07.2015

      Ich fliege zehn Kilometer in der Luft und stehe trotzdem zehn Mal satter auf der Strasse. - Nachricht an Jona Jakob


      Nachricht einer Coachingkundin an Jona Jakob


      Lieber Herr Jakob

      Ich danke Ihnen herzlich für die letzten zwei Tage. Ich fliege zehn Kilometer in der Luft und stehe trotzdem zehn Mal satter auf der Strasse (mindestens).

      Heute ist ein grosser Knall passiert, der essenziell ist für mein persönliches, privates sowie berufliches Leben. Ich kann jetzt zu mir sagen: Ja, so bin ich - hochbegabt und hochsensibel, ohne Wenn und Aber. Das hätte ich mir vor zwei Tagen noch kaum vorstellen können. Und ich spüre wieder einmal deutlich, dass alles seinen Sinn hat und Grossartiges auf mich wartet. Dieses Gefühl war in der letzten Zeit vergraben und mit Ihrer Hilfe habe ich es wieder hervorgeholt. Viel mehr noch, ich konnte die grundlegenden Problematiken und Muster verstehen, die mich all die Jahre belastet haben. Und eine sehr grandiose Ahnung davon bekommen, wie es sich anfühlt, (bald?) frei zu sein.

      Ihre Worte und Ihr Gespür waren genau am Punkt, vor allem ab dem Moment, wo Sie mich so gesehen haben, wie ich bin (oder ich mich so gezeigt habe, wie ich bin). Sie haben Brücken zwischen meiner Vergangenheit, meiner Gegenwart und meiner Zukunft gebaut und meine Persönlichkeit in den Mittelpunkt gestellt, zu einem Zeitpunkt, als ich es noch nicht konnte. Ich danke Ihnen für Ihre Gabe und Ihr Gespür. Und für die Zeit, die wir miteinander verbracht haben. Sie war viel mehr als nur gewinnbringend.

      Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende und bald wieder aufgeladene Batterien. Und nur das Beste.

      Herzlich,


      Name der Coachee


      Liebe Leserinnen und Leser, ich danke an dieser Stelle für die Erlaubnis der Coachee, die Nachricht an mich in der anonymisierten Form veröffentlichen zu dürfen. Sie ist 32, und arbeitet in der Schweiz als leitende Managerin eines Weltkonzerns. Ich bin berührt - lieben Dank für die Worte, Jona Jakob

      05.07.2015

      Ich mache mir die Welt wie sie mir gefällt. - Die Schneekugeln unter den Begabten

      Das Menschliche zeigt sich in vielerlei Formen.

      Meinen Beobachtungen nach, die persönlich bleiben, meine ich, dass es immer noch viele Menschen gibt, welche eine Hochbegabung und/oder Hochsensibilität (folgend HB/HS genannt) als eine Art "Zusatz'Eigenschaft" der eigenen "normalen" Persönlichkeit" verstehen. Als würde ich ein Auto sein und mir einen Anhänger zusätzlich anhängen.

      Das ist aber eine falsche Sicht auf das Bestehende - nämlich: Jeder Mensch steht mit seiner Persönlichkeit da, egal, wodurch geprägt und geformt, erzogen und allenfalls traumatisiert. Unsere Persönlichkeit und deren Entwicklung und Entfaltung ist weitaus massgeblicher, wer und wie wir sind, als ob sich noch die Prägungen einer HB/HS zeigen.

      Unsere Persönlichkeit, die eines jeden Menschen, ausnahmslos, entwickelt sich spätestens ab der Minute der Geburt. Als Annahme darf davon ausgegangen werden, dass wir alle gesund und heil zur Welt kommen. Auch die Seele ist da in ihrem Grundvertrauen gemittet.

      Was mir beim Thema Hochbegabt/Hochsensibel zu oft vergessen wird: Egal wie intellektuell und sensuell geprägt sein mögen, wir stecken unser Leben lang zu jedem Zeitpunkt in den vier Stufen der Ok-Seins-Zustände, welche Perl und Harris für die Grundlagen der humanistischen Psychologie entdeckt und definiert haben:
      • Ich bin nicht ok - Du bist ok
      • Ich bin nicht ok - Du bist nicht ok
      • Ich "bin ok" - Du bist nicht ok
      • Ich bin ok - Du bist ok
      Diese vier Formen bzw. Zustände stellen in sich selbst ein jeweiliges Weltbild dar, eine Art, wie ich die Welt gerade zu verstehen und empfinden vermag. Das führt dann auch zu meinen Gefühlen, Bedürfnissen und entsprechenden (Über-)Lebenstrategien, von der gemässigten Resilienz bis zur gespaltenen Persönlichkeit.

      Vielleicht kennen Sie noch meinen Blog-Beitrag, wo ich zwei Typen Hochbegabter trenne und daraus eine Typ 1 und Typ 2 mache - Blogbeitrag hier: 

      Jetzt möchte ich folgendes aufzeigen, um Transparenz und Verständnis zu schaffen - und last but not least ein gewisses 'Gespür' für eine weitere Unterscheidung: 

      Beide Typen, ob Typ 1 oder 2, können durch Lebensumstände der eher heftigen Art in jene 3. Ok-Seins-Stufe geraten, wo sich ein Mensch - aus welchen Gründen auch immer, aber meist aus Gründen des nackten Überlebens - selber für "ok" erklärt. Weil die Welt schlecht erfahren wird, weil einem niemand liebt und achtet, wertschätzt oder sonst wie integriert, weil man verstossen wird und für schlecht beurteilt, erklärt man sich selber für "ok". 

      Das ist bestimmt ein trauriger Umstand. Es ist aber gleichzeitig das persönliche Abdriften in eine eigene Welt. Man schliesst mit dem Aussen in Selbstbestimmung ab (da es einem ja schlecht entgegenkommt) und lässt nur gelten, was man selber im Griff hat (kontrollieren und manipulieren kann).


      Man fängt an und macht sich seine Welt, wie es ei'm gefällt. 

      Was bedeutet das fürs Miteinander, für die Kommunikation und für Vereinbarungen, ob privat oder in der Arbeitswelt: 
      • Es wird nur angestrebt, was dem eigenen Leiden gut tut, egal, was zuvor besprochen
      • Es wird die Realität verschoben und was nicht passt, wird passend gemacht
      • Es wird jede Bedrängung und Verantwortung so ausgelegt, wie es einem passt - täglich neu
      • Es wird eine eigene Realität geschaffen, die alles zurechtbiegt und nur die eigene Brille trägt
      • Es zeigt sich oft eine sehr schräge Auslegung zu Fragen der Gerechtigkeit
      • Es zeigt sich latent eine Opferrolle oder Retterrolle - beider soll geliebt und geehrt werden
      • ... ich könnte hier weiterfahren, was noch alles...
      Was können Zeichen für solche eine "eigene Welt" (Selbsterklärtes Ich-bin-ok) sein:
      • Die Person bettelt förmlich um Anerkennung, Liebe, Wertschätzung, ganz nach Bedarf
      • Die Person ist hochgradig eloquent (redegewandt) und weiss es immer zu drehen
      • Intelligenz, Wachheit, Schlagfertigkeit beeindrucken einem, so dass man darauf reinfällt
      • Die Person entschuldigt sich nicht (nie), sondern legt die Dinge eigens ganz anders aus
      • Die Person legt sich ins Zeug für "Liebe / Würde / Werte / bessere Welt / Retten / etc)
      • Die Person lehnt kategorisch alles ab (von ignorieren bis züchtigen), was gegen ihre Welt geht
      • etc. etc. 
      Bedürftige interagieren so, dass nicht unser Miteinander gedeiht, sondern die eigene Notlage genährt wird.

      Diese Formen können bei Menschen ebenfalls in Stufengraden auftreten, also von gering intensiv bis massiv intensiv. Solche Menschen haben anfänglich ein betörendes und attraktives Erscheinen, man fühlt sich gut aufgehoben und umgarnt. Sie kümmern sich gerne um einem (um entweder wieder Anerkennung oder überhaupt irgendwie Liebe zurück zu bekommen). Beim Kümmern richten Sie es gleich so ein, dass man aus der Falle schier nicht mehr rauskommt. Ich würde es beschreiben, als würde mich eine liebestolle Krake mit ihren Armen an zig Stellen umgarnen, kitzeln, verwöhnen und letztendlich aussaugen und in die Tiefe reissen, mir die Augen und Sinne verdrehend, bis ich untergehe. Ebenso werden alle (strategischen) Interaktionen aufs höchste 'persönlich' und 'möglichst menschlich nah' gestaltet. Das hilft dabei, den Sachziel-Kontext, z.B. eine Anstellung, eine Stellenbeschreibung, eine Funktion oder Stellenbeschreibung, Pläne und Konzepte, also sachliche Rahmenbedingungen und Ziele ausser Acht zu lassen. Die zählen dann einfach nicht. Die würden ja auch nur der Organisation bzw. dem Unternehmen etwas bringen - aber nein, es muss mir etwas bringen, sonst ist es in meiner Welt schlecht und abzuwehren.

      Warum beschreibe ich dies zum Thema Hochbegabung/Hochsensibilität? Weil meine Beobachtungen dahin gehen, dass dieses meist jahrealte Überleben im Dasein dieser Menschen zu Strategien des Überlebens geführt hat, welche sie höchst gescheit, versiert, erfahren und ganz besonders überprüft und kontrollierend gemacht hat. Es sind hochgezüchtete Survivors. So viele Tricks und Schliche, unterbewusste Nothandlungen, Sublimes und Ergatterndes, um zu nichts Geringerem zu gelangen, als zu Liebe, Vertrauen, Beziehung und Annahme wie Anerkennung (Existenzielle 3. Stufe der Maslow Pyramide). 

      ABER: Wie einleitend geschrieben: Mit der Selbsterklärung "Ich-bin-ok" topfe ich mich in meine Welt ein. Ich schliesse alles andere aus, alles, was mir nicht passt und nicht kommod ist. Ich glase mich ein. Und obwohl ich massiv versuche, vom Aussen, also von allen anderen Menschen Würde, Respekt, Anerkennung und Liebe zu erhalten, gelingt es mir in dieser Entwicklungsstufe meiner Persönlichkeit nicht, mit mir selber zu diesem Aussen zu gehen. Ich komme aus mir nicht mehr heraus. Daher muss ich alles, was ich von aussen erhalten könnte, in meine Welt reinziehen, es ebenso eintopfen und einglasen, hinter meinen Vorhang, hinter meine Glaskuppel. Und dort muss es gefügig sein und sich immer und immer wieder meinen Auslegungen unterwerfen. Ausserdem darf alles, was und wer je eingetopft wurde, mich nie mehr verlassen. Verlassen werden, abgewiesen werden - das ist der Horror in meiner eigenen Welt, das ist das Grausamste, was mir widerfahren kann. Gnade Gott, wer versucht, mir das anzutun. Und nicht nur ich werde hierüber richten - nein, meine Gefolgschaft, meine Partei, meine Social-Network-Verknüpfungen, sie werden alle erfahren, wie schlecht du mich behandelt hast - und da sie von mir genügend liebkosend umgarnt wurden, werden sie nicht anders können, als mir zuzustimmen und auf meiner Seite zu bleiben - ach was für ein schönes Gefühl von (falscher, da selbstprojizierter) Zuwendung. Egal, meine Welt ist schön, dafür sorge ich schon. 

      Bei dieser oft sehr hohen Intelligenz muss ich dennoch fragen, ob sie brauchbar ist? Vermutlich nein. Sie ist intelligent, gescheit und massiv wie blitzschnell - sie ist aber nicht brauchbar, da es ihr mehr oder weniger nicht möglich ist, in Gelassenheit in echtem und zweiseitigem Kontakt zu stehen. Es ist damit weder ein Sein, ein Schaffen noch ein Beziehen. - Klar, solche Schneekugeln von"Begabten" und sensiblen Persönlichkeiten werden mir etwas ganz anderes "beweisen". 

      Der obige Artikel basiert auf eigenen Beobachtungen und Wahrnehmungen.

      Ich danke für Ihr Interesse.

      Mit besten Grüssen

      Jona Jakob
      Zürich Bern Frankfurt

      P.S. Zum Wort 'Bedürftigkeit':
      Wir alle haben Bedürfnisse. Immer und zu jeder Zeit. In einem 'normalen/gesunden/heilen' Zustand, sind und bleiben es Bedürfnisse. Geraten diese Zustände aber in ein übergrosses, meist jahrealt kummuliertes Manko, entsteht eine Bedürftigkeit - ein Übermass an jenem sonst normalen Bedürfnissmass.

      Nachtrag:
      Jeder Mensch bleibt ok. Mein Beitrag könnte 'richtend' wirken. Dem ist für mich, Jona Jakob, aber in mir nicht so. Ich achte auch solche Menschen und versuche, ihre Geschichte und ihr Leben zu verstehen. Ich schreibe aber als Coach für Hochbegabte, als jemand, der Menschen im Lebenskontext der Selbstverantwortung begleitet. Als Coach darf und werde ich nicht Menschen begleiten, die in einer Not leben müssen - hierfür sind Therapeuten und Hilfe jene Stellen, die einen korrekten Kontext gestalten können. Aber als Coach, der die Selbstverantwortung im Kontext der Begleitung verantwortet, kann ich nicht nur, nein, hier habe ich den Auftrag, das eine vom anderen zu unterscheiden, so, dass es erkennbar wird. In diesem Sinne ist der Artikel verfasst. Ich hoffe dennoch ganz und gar, eine jede und ein jeder möge es schaffen, in dieser Selbstverantwortung frei leben zu können, egal, über welchen langen Weg. // Jona Jakob

      09.06.2015

      Pressebeitrag im Heft von brand eins: Die Schwierigen / ich empfehle den Beitrag

      Hallo zusammen

      Der Beitrag ist vielleicht das Beste, was ich in letzter Zeit zur Situation Hochbegabter gelesen habe. Ich empfehle den Beitrag. Auszug:

      In Sachen Talent gibt es offensichtlich ein Kompetenzproblem. Wir können mit Talenten nicht umgehen. Unsere Beziehung zu ihnen ist gestört. Aber das hält nicht einen der Inkompetenten von der Beurteilung von Talenten ab. Im Gegenteil. (Quelle: brand eins: Wolf Lotter)

      Link zum Beitrag: http://www.brandeins.de/archiv/2015/talent/die-schwierigen/


      04.06.2015

      Feedback der Frau, die für sich das Coaching wählte, um an Ihre Anteile, auch von HB und HS, zu gelangen.



      Sehr geehrter Herr Jakob

      Als ich das Institut das letzte Mal betrat, überkam mich ein Weinen. Ich weine eigentlich selten.



      Aus dem Tränenfluss gebar ich mich selbst als fühlende Frau 
      und trete auf Land.
      Mit Vertrauen.

      Ich war Ihnen mit dem Anliegen, mich im "Gang nach aussen" zu coachen, um wacher mit meiner

      Begabung umgehen zu lernen, entgegen getreten. Es brauchte Mut, Sie nahmen mir die Angst und

      begleiteten meinen Prozess mit viel Fingerspitzengefühl.

      Die Arbeit an der eigenen Kontur blieb aber meine Sache. Ich wurde als "Sensible nicht geschont",

      sondern gefordert und herausgefordert. Und subtil wieder von Ihnen aufgefangen, wenn ich mich

      überlud und stolperte  Bei Ihnen geht es um Mensch-Werdung, Entwicklung.


      Sie sind ein Menschenfreund und es rührt mich immer noch, einen Menschenfreund zu kennen. Und Sie wurden zum "Verschluss meiner Perlenkette".

      Eine Kette ohne Verschluss ist nicht tragbar und kann sich den unterschiedlichen Lichtern der Welt

      nicht aussetzen. Durch das Tragen entsteht ein Bezug zur Perlenkette. Was sind die Einzelperlen für 

      mich gewesen? All das Positive, welches sich in meinem Leben angesammelt hatte. Meine "Perlen" 

      wurden bisher in der inneren Schatzkiste gehortet. Innerer Reichtum, nur für sich gelebt, gleicht 

      jenen glänzenden Perlen, welche nicht am Licht schimmern dürfen. Sie zeigten mir Wege, mich 

      anzuerkennen und zu schätzen: eigene Wertschätzung wurde die Basis für Weiterentwicklung.

      Da die "Kette" nun einen Verschluss erhalten hat, ich sie spüren darf, kann ich sie offen zeigen!

      Durch Ihr "Zurufen" - wie Sie es auch mal nannten - fand ich aus dem Geäst heraus.

      Nun steht mein "Märchenschloss" in Blüte. Und wie meine nonna schon sagte: se sono rose,

      fioriranno (wenn es Rosen sind, werden sie blühen)!

      Daraus binde ich Ihnen Jona Jakob einen Rosenstrauss!

      Danke für Ihre Empathie.


      Mai 2015, Zürich

      Veröffentlicht mit Erlaubnis der Kundin. 
      Die Kundin ist heute 46, hat Familie und zwei Kinder und ist Oberstufenlehrerin in Zürich. 
      Ich danke herzlich für die persönlichen Zeilen und die Möglichkeit, sie veröffentlichen zu dürfen. JJ



      15.04.2015

      Es gibt ein Magazin für Autisten, ADHSler und Astronauten

      "N#MMER" ist das weltweit erste Lifestyle-Magazin für Autisten. Heft eins beschreibt das Verliebtsein mit ADHS. Nicht nur Menschen mit "Störungen" sollten "N#MMER" lesen. Sondern auch "Astronauten".

      14.04.2015

      Eyyy..Leute! 50'000 Abrufe, das ist mir ein Mega-Geschenk.


      Snappet von Jona Jakob

      Ganz lieben Dank an alle. Alle Gastautorinnnen und Gastautoren, an die Menschen, die mir erlaubten Texte zu veröffentlichen, an jene, die meinen Blog verlinkten oder abonnierten und last but not least an alle Leserinnen und Leser - ich bin weiterhin mit dem Thema unterwegs, es wird im Verlauf des Jahres viele Neuheiten geben.

      Nochmals herzlichen Dank an Euch.

      Jona Jakob

      20.01.2015

      Berufliche Aufgabengebiete bei Hochbegabung

      Hallo zusammen

      Durch meine Expertenarbeit bin ich auf das Themenfeld der 'Kognitiven Lernstufen' gestossen, ein Bereich, der besonders in mündlichen Berufsprüfungen bewusst gemacht wird.

      Die Bloomschen Taxonomiestufen enthalten die Möglichkeit, sie bei der Frage nach den Aufgabengebieten einer Arbeitsstelle oder Funktion anzuwenden.

      Daher empfehle ich, bei Stellensuche oder "interessanten" Inseraten, die Aufgaben / Ziele / Verantwortung auf diese Stufen hin zu prüfen. Darüber hinaus empfehle ich, wer das nicht mit Sicherheit erkennen oder einschätzen kann, sollte sich mit mir in Verbindung setzen, weil sich zu viele Berufsmenschen mit hoher Intelligenz zu wenig um die qualitativen Inhalte kümmern und wenn doch erreicht, auch die Lohn- oder Honorarfrage oft zu gering wahrgenommen wird. Die selbst empfundene "Selbstverständlichkeit" der hohen Begabung veranlasst HBlerInnen, die eigene Leistung als "selbstverständlich / ist doch klar / ist doch nix" zu bewerten und scheuen daher, mehr Geld oder Verantwortung dafür zu verlangen.


      PDF-Dokument für den Download.

      Holen Sie sich hierzu Unterstützung und schaffen Sie so eine Beurteilung der Ausgangslage/Situation - es 'lohnt' sich allemal, ob in der Jobzufriedenheit oder aufm Konto.

      Mit besten Grüssen
      Consensus Coaching Jona Jakob
      Zürich, Bern, Frankfurt

      16.11.2014

      Dichtestress

      Ich werde fast jedes Mal gefragt, wie ich Zürich verlassen konnte und nun in Frankfurt lebe?

      Dichtestress.


      Auch wenn man sich über dieses neue Wort schweizerischen Presseursprungs noch die Münder zerreist, benennt es mir exakt, was einer der wichtigsten Aspekte ist, weshalb es so kam, dass mir in Frankfurt wohler ist und ich Zürich verliess.

      In etwa 150 Meter Luftlinie und auf schier gleicher Höhe, ich wohnte im zweiten Stock in der Nähe von Zürich, verlief ein beliebter Panoramaweg. Es kam so weit, dass ich sonntags Sonnenstore oder Jalousien so weit runter liess, dass ich die Energie all dieser Menschen etwas filtern konnte. 

      Beim Flughafen FRA / Bild: (c) bei Jona Jakob, privat.

      Darüber hinaus gab es das Gefühl von Dichtestress im Auto, wo ich in der Schweiz das Gefühl hatte, aber an gar keiner Stelle für 20 Sekunden anhalten und etwas klären zu können - stets war schon einer da, der nicht ausweichen konnte und der mich zwang, wegzufahren, meiner notwendigen Dinge unverrichtet und gestresst. 

      Und nicht minder das selbe Gefühl, dauernd jemandem im Weg zu stehen, sobald ich zu Fuss unterwegs war. An einer Ecke stehen bleiben, schauend, suchend, wartend, what ever... es ist in Zürich nicht wirklich mehr möglich, ohne jemandem offensiv im Weg zu stehen.

      Dichtestress habe ich, wenn ich in ohnehin als zu eng gefühlten Warenregalen von Einkaufszentren nach Gütern suche und sich dann Menschen in die mir knappe Distanz zum Regal schieben, schlurfend, breitmachend, ignorierend, als stünde ich nicht dort und suchte Reibkäse. Empathielos und egozentrisch bis taub stellen die sich vor genau jenen Meter Musik-CDs, den ich aktuell mit meiner Konzentration scanne - aber nein, diese Imbizilen (Botho Strauss) müssen nun genau da stehen, wo meine Blicke streifen.

      Dichtestress auf zu engen Traminseln, vor Automaten, an Kassen und im Parkhaus, wo sich vermutlich Autobauer und Architekten seit 30 Jahren nix mehr zu sagen haben. Dichtestress in Bekleidungsgeschäften und Bücherläden.

      Und es ist nicht die buchstäbliche Nähe, die gemessen messbar wäre. Es ist die tölpelhafte Ichbezogenheit wahrnehmungsloser Walking-Deads, welche keine Distanz noch Situationsbezogenheit wahrzunehmen vermögen und dir einfach in Bild treten, dich pushen, dich bedrängen, belärmen, beduften und ihre kraklige bis klebrigschmierige Handschrift zurücklassen, ob als unaufgeräumte Tische, Litter, Abfall und Zerstörung. Du spürst, du existierst nicht. Für die bist du nicht da. Es schirmt die Sonnebrille ab, es bezieht das Smartphone alle Konzentration und richtig schlimm wird es, wenn beides zusammenkommt. Das wird mir zu nah, nicht erkannt zu werden.

      Dichtestress.

      Einer meiner Gründe, solche Orte nur gewählt und bei Lust und Laune anzupeilen und für eine selbstbestimmte Zeit zu geniessen oder zumindest souverän mit der Bedrängnis umzugehen. Zürich ist ein toller Fleck und für viele Menschen ein kleines Paradies. Bestimmt, da wollen alle hin.

      Dichtestress ist bei meiner Hochsensibilität einer der schwächensten Einflüsse, den ich massiv beachten muss.

      Mein Vater sagte: "Die Zuneigung wächst mit der Distanz."

      Beste Grüsse

      Jona Jakob
      Zürich, Bern, Frankfurt

      P.S. Bitte machen Sie mir einen Unterschied, ob jemand Dichtestress hat, weil er wegen geringer Filter nicht ideal von anderen Menschen abzugrenzen vermag und jemandem, der bei vollem Tresor präventiv Panik schiebt, jemand Fremdes könnte ihm was vom Teller nehmen. Danke.

      07.11.2014

      "Huch..."


      Huchsensibel !!!